15.08.2022 - 10:45

BMW plant wohl Brennstoffzellen-Großserie ab 2025

BMW will laut einem Medienbericht ab 2025 Brennstoffzellen-SUV in Großserie produzieren. BMW hatte bisher nur bestätigt, den iX5 Hydrogen noch in diesem Jahr in Kleinserie anbieten zu wollen.

Das berichtet das japanische Wirtschaftsblatt Nikkei unter Berufung auf BMW-Vertriebschef Pieter Nota. Laut Nikkei plant BMW in Kooperation mit seinem Technologiepartner Toyota, 2025 mit der Massenproduktion und dem Verkauf von Brennstoffzellen-SUV zu beginnen. Nähere Details hierzu werden aber noch nicht genannt.

Den iX5 Hydrogen hatte BMW auf der IAA Mobility im September 2021 vorgestellt. In wenigen Wochen soll die Kleinserienproduktion anlaufen, noch in diesem Jahr sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Der iX5 Hydrogen nutzt Brennstoffzellen von Toyota, die Integration in das Fahrzeug sowie zahlreiche weitere Komponenten um die zugelieferten Toyota-Brennstoffzellen herum hat BMW selbst entwickelt.

Die technischen Eckdaten sind weitgehend seit 2020 bekannt: Der Wasserstoff (bis zu 6 kg) wird in zwei 700-bar-Tanks aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff gespeichert. Die Toyota-Brennstoffzelle im Motorraum leistet 125 kW, der E-Motor im Heck jedoch 275 kW. Benötigt der E-Motor mehr als die 125 kW, die die Brennstoffzelle zur Verfügung stellen kann, wird noch Strom aus der über dem E-Motor angebrachten Leistungspuffer-Batterie zugeschossen.

In der Vergangenheit hatte sich BMW immer wieder für FCEV eingesetzt, hatte aber keine konkreten Pläne veröffentlicht, wann Serienmodelle mit dem Wasserstoff-elektrischen Antrieb auf den Markt kommen sollen. Rund um die Neue Klasse, die ab 2025 eingesetzt werden soll, hatte BMW anfangs auch auf die Möglichkeit verwiesen, Brennstoffzellen-Autos auf Basis dieser Plattform zu bauen – später wurde aber bekannt, dass BMW zumindest anfangs auf Batterie-elektrische Antriebe setzt.

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Auch jetzt äußert sich Nota nicht zu konkreten Modellen, grenzt es aber etwas ein. „Wir sehen, dass die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie besonders für größere SUV relevant ist“, wird der Vertriebsvorstand von Nikkei zitiert. Auch bei einer möglichen Großserie könnten die Brennstoffzellen aus Japan kommen. „Wir haben verschiedene Projekte, an denen wir mit Toyota arbeiten“, sagt Nota wieder nur allgemein.

BMW plant derzeit, dass im Jahr 2030 die Hälfte des Absatzes auf elektrisch angetriebene Autos entfällt. „Der Anteil der Elektroautos an den Verkäufen ist größer als erwartet, und wenn das derzeitige Tempo beibehalten wird, können wir diese 50 Prozent vielleicht ein oder zwei Jahre früher erreichen“, sagte Nota. Der Niederländer wies jedoch auf die Hürden hin, die für E-Fahrzeuge noch bestehen. „Die Ladeinfrastruktur ist nicht überall gleich“, so Nota. „Wir glauben an die Bedeutung verschiedener Technologien – Batterie-betriebene Elektrofahrzeuge, aber auch Wasserstoff und effiziente Verbrennungsmotoren – weil wir nicht alle unsere Investitionen in einen Bereich stecken wollen.“
nikkei.com

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25 Kommentare zu “BMW plant wohl Brennstoffzellen-Großserie ab 2025

  1. Michael

    Was ist den der Unterschied zu den Mirai die Toyota zum Schluss verschenkt hat?

    • Jakob Sperling

      Den Toyota Mirai kann man noch heute kaufen und er wird auch regelmässig gekauft, z.B. in Kalifornien.
      Der Hauptunterschied wird die grössere Batterie sein – hoffe ich zumindest.

      • sig

        oft stehen die auch auf Halde, bei irgendwelchen Händlern, bezahlt über irgendwelche Forschungsgelder…

        • Michael

          Diese ganze Nummer mit den H2 PKW ist nur dazu da, Forschungsgelder abzuzwacken, das geht schon seit vielen Jahren so. Und nicht nur BMW, auch die anderen Hersteller verfahren so. In Wirklichkeit geht das Geld in andere Kanäle und man zeigt zwischendruch immer wieder Kleinstserien, welche nie in die Masse gehen werden, aber deren Forschungssubventionen in die Erträge fließen.

  2. HAF

    Das Bild vom Modell zeigt eindrucksvoll wie viel Platz die ganzen H2 Komponenten im Fahrzeug brauchen. Die Tanks können (im Gegensatz zu Batterypacks) nicht jede beliebige Form annehmen und somit optimal im Fahrzeug untergebracht werden, dazu kommt dann noch die ebenfalls nicht kleine Brennstoffzelle.

    • Jakob Sperling

      Insgesamt ist das Volumen für H2-Speicher kleiner als für Batterien, aber zugegebenermassen in einer eher unpraktischen Form.
      Immerhin: Dadurch, dass die Energiespeicher nicht flach unter dem ganzen Innenraum verteilt sind, wird man wieder mal ein Auto kaufen können, bei dem man vorne und hinten die Oberschenkel auf dem Sitzpolster auflegen kann.
      Bei klassischen BEV sind die Füsse dazu immer zu weit oben.

      • Bernd

        Das mit dem Kniewinkel hinten kann man so sehen wie Sie. Ich sehe es aber anders: Wenn wie im Mirai unter dem Rücksitz noch ein H2-Tank quer verbaut ist, rutscht die ganze Rückbank ein Stück nach oben. Dann passt zwar der Kniewinkel, ich stoße aber mit dem Kopf oben an. Ich saß in einem Mirai, weil ich das grundsätzlich spannend finde bzw eher fand. Vorne ganz angenehm, aber die massive Mittelkonsole (weil Tank drunter) und die Platzverhältnisse hinten stören mich massiv. Der Mirai ist ein riesiges Auto, hat aber innen weniger Platz als ein Verbrenner. Da habe ich lieber einen flachen Innenraum-Boden und aufgrund des langen BEV-Radstandes mehr Beinfreiheit hinten. Dann strecke ich die Beine einfach nach vorne aus und sitze bequemer als in einem Mirai. Mal sehen, was dann ein BZ-BMW so kann. (Kosten und Energiebedarf natürlich nicht berücksichtigt)

    • sig

      es zeigt auch wieviele zusätzliche Spezialkomponenten für so ein FCBEV benötigt werden, wohl auch deswegen fehlt aucf dem Bild das Brennstoffzellen-System 😉

      • John

        Die BZ ist vorne

    • Jakob Sperling

      Das Bild ist übrigens mehr als Symbolbild gedacht. Es ist schon über 2 Jahre alt.

  3. Sepp Mayr

    Energie Effizienz geht anders, Spielzeug für die reichen.

  4. lxz331140

    das macht diese unsinnig Fahrzeugklasse „Monster SUV“ nur noch UNSINNIGER! Ich denke Städte, bzw. deren Bewohner werden Verbote von solchen MONSTERN ohnehin bald erzwingen … und auf Landstraßen machen die auch keine Gute Figur, im Gelände erst recht nicht und das Platzangebot innen ist erbärmlich schlecht … aber die Lobby behauptet der Markt will so was!

    • Philipp

      Die Lobby muss da nichts behaupten. Die Verkaufszahlen nebst der erzielten Margen sprechen eine ganz eindeutige Sprache

  5. Michael Oesker

    Geil das endlich ein deutscher Hersteller in die wirkliche Zukunft einsteigt.
    Die angegebenen Vorbehalte sind doch eher Kinderkram. Wenn man bedenkt das Verbrenner schon über 120Jahre und E Autos schon 100Jahre Vorsprung haben sind die „kleinen“ Probleme sehr schnell Geschichte sollte man den Wasserstoff endlich von der Leine lassen.

    • Simon Saag

      Ganz klares Nein! Autobauer wie Mercedes und Audi haben Jahrzehntelang daran gearbeitet und Millionen versenkt, um diese „kleinen“ Probleme zu lösen. Mit jedem Schritt wurde es aber nicht gelöst, sondern nur komplizierter. Deshalb sind die Projekte inzwischen eingestellt, weil es nicht annähernd kostendeckend verkauft werden kann. Und da reden wir nur über die „kleinen“ Probleme im Fahrzeug, nicht von den deutlich größeren Herausforderungen bei der Erzeugung von ausreichenden Mengen sauberem Wasserstoff

  6. John

    Sitzkomfort hin oder her. H2/BZ benötigt weniger Material, da Anode getankt und Kathode aus der Luft kommt. Im Gegensatz zur bev Anode und Kathode kann H2 und Luft unbegrenzt aus der freien Welt bekommen. Für bev Material scheint es für die kommenden Jahre an Investitionen zu fehlen.
    PKW hin oder her, grüner H2 kommt wegen der Industrie.

    • Jo

      H2 unbegrenzt aus der freien Welt… aha… Dann bekommt ein BEV seine gespeicherte Energie ebenfalls unbegrenzt aus Windkrafträdern etc…

    • Simon Saag

      Nein. Hat zwar was mit Luft zu tun, aber auch die steht (theoretisch) nicht unbegrenzt zur Verfügung. Interessanterweise ist es u.a. genau die Materialfrage, die Brennstoffzellen bisher zurückhält. Platin und so, die Mengen konnte man zwar mit der Zeit reduzieren, aber noch nicht ausreichend. Und die Materialfrage für Elektrolyseure, Tankstellen etc ist noch nicht geklärt. Das mindert den Material-Nachteil von BEV in der gesamten Lieferkette sehr.

    • Yogi

      H2 kommt „aus der freien Welt“. Somit darf man bei den H2 Fanboys wirklich keine hohen Ansprüche stellen bzw. erwarten und versteht allmählich wie technisch unbedarft diese sind.

  7. Egon Bretzler

    Schön wäre, wenn auch andere deutsche Hersteller im Ansatz so denken würden wie BMW.
    Schade ist, dass der Entwicklungsfocus auf unsinnigen SUV’s liegt (Viel Auto…..wenig Nutzraum). Wieso kommt hier nicht ein größerer Mittelklasse-Kombi zum Einsatz ?
    Fahre seit Jahren E-KLASSE T-MODELL….das Verhältnis von Größe zu Nutzraum ist unschlagbar.

  8. Johannes

    Wasserstoff im PKW Bereich hat schlicht keine Zukunft. Diese Fahrzeuge werden nie eine hohe Wettbewerbsfähigkeit erreichen. Meiner Meinung nach ist das relativ offensichtlich. Gestartet als tolle Idee aus Idealismus heraus, ist es mir ein völliges Rätsel warum BMW hier einem toten Pferd weitere Kapazitäten und Geld hinterher wirft.

    Selbst im LKW Bereich tendiere ich dazu zu sagen, die BEVs werden das dominieren. Die Schwierigkeiten der Wasserstofftechnik und unterirdischen Wirkungsgrade des Systems werden absehbar zu dieser Erkenntnis auch beim Letzten führen.

    Viel zu teuer, viel zu viel Bauraum, viel zu geringer Wirkungsgrad, Sicherheitsrisiken mit Lecks und und und

  9. Osman Kaya

    I remember that BMW demonstrade one fuel cell model at Hannover expo in 2000. The name of the var was 740 ihL. That’s why this is not first.

  10. rabo

    Im Gegensatz zu der z.T. problematischen Förderung der begrenzten Batterie-Grundstoffe gibt es H2 unbegrenzt – wie im Himmel, also auch auf Erden. Die Herstellung ist ohne Abhängigkeiten überall möglich.
    Leider wird er derzeit wohl immer noch mit Kohlestrom hergestellt (mit dem auch die meisten Batterien geladen werden). Beide Systeme haben ideale Einsatzbereiche – H2 allerdings deutlich mehr.

  11. Claude

    FC sind Resourcenverschwender!
    Brennstoffzellen benötigen die ganze Pallette Sonder- und Edelmetalle. Eine Phalanx von Hilfsaggregaten sichert den Betrieb ab. Die Herstellung der Tanks ist sehr energieintensiv. Jede Tankstelle kostet Millionen und befüllt nur wenige Fahrzeuge pro Stunde.

    Die Lebensdauer ist fragwürdig!
    Sie altern durch jeden Startvorgang. Unreines H2 schädigt massiv die Funktion. Die FC benötigt viel Pflege der zahlreichen Periferiegeräte.

    Das Killerargument:
    Die allermeisten Nutzer machen alle paar Stunden PAUSE. Dank Schnellladung gehts dann wieder weiter.

    Akkus werden immer billiger, neuere Zellchemie kommt ohne Seltenmetalle aus 😉

    • sig

      All die Punkte die Sie nennen sind ja eine riesige „Wertschöpfungskette“… $$$ … sind deshalb die Ölverkäufer bei dem Thema auffallend aktiv? …;-)

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