Abt e-Line entwickelt Brennstoffzellen-Transporter

Der deutsche Umrüster Abt e-Line hat beschlossen, zusammen mit Partnern die Serienentwicklung von Transportern mit Brennstoffzellen zu starten. Begründet wird dies mit der hohen Nachfrage am Markt.

Das Unternehmen konnte nach eigenen Angaben bei zwei großen Tier-1-Projekten in den vergangenen drei Jahren viel Erfahrung bei der Integration von Brennstoffzellenantrieben sammeln. Wie berichtet war der Umrüster aus Kempten im Allgäu auch an der Umrüstung der zwei serienmäßigen E-Transporter als Demonstrator-Fahrzeuge beteiligt, die von Bosch Engineering auf der IAA Transportation ausgestellt wurden – jeweils ein VW e-Crafter und ein MAN eTGE.

Beim Aufbau der Demonstrator-Fahrzeuge haben die Kemptener die Fahrzeugintegration des Brennstoffzellensystems, das Sicherheitskonzept des Gesamtfahrzeugs, den kompletten Fahrzeugaufbau sowie die Straßenzulassung übernommen. Ferner wurde ein 700-bar-Wasserstofftanksystem integriert. Dieses kann je nach Kundenwunsch zwei bis sieben zylindrische Drucktanks umfassen, die in den Unterboden integriert werden – was laut der Abt-Mitteilung „aufgrund der Fahrzeugarchitektur und der verfügbaren Bauräume“ eine Herausforderung war.

Im Ergebnis wurde ein „Reichweitenplus von mehreren hundert Kilometern erzielt“ – genauere Angaben macht Abt derzeit nicht. Nur so viel: Das Nachtanken sei „jetzt sogar später nötig als bei vergleichbaren Diesel-Modellen“. Auch um welche Partner es sich handelt, wird in der Mitteilung nicht genannt – aufgrund des IAA-Projekts ist Bosch ein wahrscheinlicher Partner.

Abt e-Line will parallel an der Batterie festhalten, da sie im Transporter etwa für die Last-Mile-Zustellung ausreicht – und in Summe für die Kunden auch effizienter ist. „Auch wenn die Zukunft der Mobilität aus Effizienzgründen überwiegend Batterie-elektrisch sein wird, bietet die Brennstoffzelle gerade im Transporterbereich ein enormes Potenzial für Nischenanwendungen“, heißt es in der Mitteilung.

Eine solche Nische ist etwa die Expresslogistik, in der Tagesetappen von 800 Kilometer üblich seien – „wofür ohne Ladestopp Batteriegrößen von 300 kWh nötig wären“, so Abt. Da selbst Premium-E-Autos selten über mehr als 100 kWh verfügen, ist das für Transporter unter anderem aus Kostengründen kaum darstellbar. „Wir sehen deshalb einen sinnvollen Einsatzbereich der Wasserstoff-Brennstoffzelle in der Langstreckenlogistik“, sagt Eric Plekkepoel, CEO der Abt e-Line GmbH.

Bei leichten Nutzfahrzeugen ist Abt mit den Brennstoffzellen-Plänen nicht alleine: Das Renault-Joint-Venture Hyvia bietet einen Renault Master mit Brennstoffzelle an. Eine Größenklasse darunter forciert der Stellantis-Konzern die Brennstoffzelle in seinen Fünf-Meter-Transportern – wie bei Abt ebenfalls als Ergänzung zur Batterie.
abt-sportsline.de

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