13.12.2022 - 10:02

Österreich lanciert Sofortprogramm für Ladenetz-Ausbau

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Österreichs Klimaschutzministerium (BMK) hat ein „Sofortprogramm Erneuerbare Energie in der Mobilität“ vorgestellt, das unter anderem Ladesäulen alle 25-Autobahn-Kilometer, 1.300 Nutzfahrzeug-Ladestationen bis 2035 und die Einrichtung einer neuen Koordinationsstelle vorsieht.

Das Sofortprogramm ist an den „Mobilitätsmasterplan 2030″ gekoppelt, den Klimaministerin Leonore Gewessle im vergangenen Sommer vorgelegt hatte. Der Roadmap zufolge sollen in Österreich spätestens ab dem Jahr 2030 nur noch emissionsfreie Pkw, Zweiräder, leichte Nutzfahrzeuge sowie schwerere Nutzfahrzeuge bis 18 Tonnen neu zugelassen werden. Allerdings war und ist der „Mobilitätsmasterplan 2030“ nicht verbindlich, sondern laut O-Ton Gewessler „Karte und Kompass“ für die Mobilitätswende.

Zur Vorbereitung des neuen Sofortprogramms band das Ministerium nach eigenen Angaben rund 80 Experten ein. Das Ergebnis sind 41 konkrete Maßnahmen zur Forcierung der E-Mobilität im Land. „Das Programm schlägt so eine Brücke zwischen dem Mobilitätsmasterplan und den ambitionierten verkehrlichen Neuerungen im Rahmen des Fit for 55-Pakets der Europäischen Union“, heißt es in einer Publikation des BMK.

Kernanliegen des Sofortprogramms ist ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur – sowohl „im hoch- als auch im niedrigrangigen Straßennetz“, wie es das Ministerium ausdrückt. Für Ersteres ist die ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft) zuständig. Sie soll mit „massiven Investitionen“ eine flächendeckende Ladeinfrastruktur an Autobahnen und Schnellstraßen bis zum Jahr 2030 garantieren – sowohl für Pkw als auch für Lkw. Die Rede ist von „Ladestationen mindestens alle 25 Kilometer bis zum Jahr 2030“.

„Unser Ziel 2030 sind 1.500 Ladepunkte mit mindestens 150 Kilowatt für Pkw“, präzisiert ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl. Diese sollen unter anderem an Rastanlagen im ASFINAG-Netz entstehen. Für Lkw sind nach Hufnagls Worten Schnellladestationen mit bis zu einem Megawatt pro Ladepunkt sowie sogenannte Overnight Charger geplant, mit denen Lkw über Nacht geladen werden können. Insgesamt sollen so landesweit 1.300 Nutzfahrzeug-Ladestationen entstehen.

Im niedrigrangigen Straßennetz – also Orts- und Landstraßen – werden bis 2030 Schnellladestandorte alle 15 Kilometer angestrebt. „Für die meisten Menschen wird die Distanz zur nächsten Ladestation 2030 sogar deutlich unter drei Kilometern liegen“, merkt das Ministerium an.

Erreicht werden sollen diese Ziele mit einer Kombination aus privaten, betrieblichen und öffentlich zugänglichen Ladestationen. Für das kommende Jahr kündigt die Regierung dazu ein Förderprogramm an, das insbesondere auf die Regionen fokussieren soll, in denen es bisher kein flächendeckendes Ladenetz gibt.

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Eine weitere Maßnahme des Sofortprogramms ist die Einrichtung einer neuen Leitstelle für Elektromobilität in Österreich namens OLÉ. Sie wird bei der Austria Tech angesiedelt sein, eine Beratungsagentur, die das BMK bei der Gestaltung der Mobilitätswende unterstützt. Zu den Aufgaben der neuen Stelle werden „die Aufbereitung von Wissen, die Erstellung von Analysen und die Ableitung von Maßnahmen“ gehören. OLÉ soll als Schnittstelle für alle Akteure im Bereich E‐Mobilität agieren und anfangs vor allem den raschen und effizienten Ausbau der Ladeinfrastruktur begleiten. „Langfristig zielt die Leitstelle darauf ab, nicht nur die Antriebswende, sondern auch die Mobilitätswende gezielt zu unterstützen, um die zentralen Maßnahmen des Mobilitätsmasterplans 2030 für Österreich voranzutreiben“, heißt es weiter.

Weitere Aufgaben der Leitstelle betreffen die Weiterentwicklung von Förderprogrammen, die Begleitung von Innovationsprozessen, die Umsetzungsberatung bei nationalen und europäischen Vorgaben sowie die Kopplung mit Sharing‐ und ÖPNV‐Angeboten. „Wir sehen, dass es neue Fördermöglichkeiten und Rahmenbedingungen braucht, um das volle Potenzial, das in einer harmonisierten Umsetzung im Bereich E‐Mobilität liegt, verfügbar zu machen“, betont AustriaTech‐Geschäftsführer Martin Russ. Dies schließe neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur auch Flottendekarbonisierung und öffentliche Beschaffung, Mobilitätsservices sowie öffentlichen Verkehr mit ein.

„Die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, hat enormen Einfluss auf unser Klima“, resümiert Gewessler. „Rund 30 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Österreich haben ihren Ursprung nach wie vor im Straßenverkehr, weshalb wir unsere Mobilität klimafreundlicher machen müssen“. Für den Umstieg auf das E-Fahrzeug brauche es vor allem eines: genügend Ladestationen. Die nun angekündigten Maßnahmen bezeichnet die Klimaministerin als „wichtigen Schritt für den Ausbau der E-Mobilität“.
infothek.bmk.gv.at, linkedin.com (ASFINAG)

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