Mercedes rüstet Werk Rastatt ab Sommer für E-Autos um

Mercedes-Benz will im Sommer 2023 mit dem Umbau seines Werks in Rastatt beginnen, wo künftig das erste Modell der Kompaktwagen-Plattform MMA produziert wird. Kurze Zeit später sollen auch die Umbauarbeiten im ungarischen Werk Kecskemét beginnen – hier aber nicht nur für eine der Elektro-Plattformen von Mercedes.

Das sagte Produktionschef Jörg Burzer der „Automobilwoche“. Da Rastatt im weltweiten Produktionsverbund von Mercedes das Lead-Werk für Kompaktfahrzeuge ist, verwundert es kaum, dass dort auch die Umrüstung für die neue MMA-Plattform beginnt. Diese Architektur ist bekanntlich für elektrische Antriebe konzipiert, kann aber auch Verbrenner aufnehmen. Derzeit werden in Rastatt die A-Klasse, B-Klasse sowie der GLA produziert – da der GLA die Basis für das Elektromodell EQA ist, wird in Rastatt bereits ein E-Modell gebaut.

Mit welchem Modell die MMA-Produktion beginnen soll, ist von Mercedes noch nicht bestätigt und wird in dem Gespräch mit der „Automobilwoche“ auch nicht von Burzer verkündet. Klar ist, dass Mercedes-CEO Ola Källenius das Modellangebot bei den Kompakt-Baureihen ausdünnen will, statt sieben soll es künftig nur noch vier Modelle geben. Die „Automobilwoche“ spekuliert, dass der Nachfolger des CLA den Anfang machen dürfte.

Kecskemét baut E-Autos auf zwei Plattformen

Danach soll der Umbau der Werke im ungarischen Kecskemét und in Peking erfolgen, die zusammen mit dem Werk des Auftragsfertigers Valmet Automotive im finnischen Uusikaupunki ebenfalls zu dem Kompaktfahrzeuge-Produktionsverbund gehören.

In Kecskemét werden derzeit etwa der CLA, GLB und dessen Elektro-Ableger EQB produziert. Neben einem kompakten MMA-Modell soll in Ungarn offenbar noch ein weiteres Elektroauto gebaut werden. Unter Berufung auf Burzer heißt es in dem Bericht, dass für das Werk noch „ein Modell aus dem Segment der C-Klasse vorgesehen“ sei. Da die C-Klasse aber nicht zur Mercedes-internen Definition von „Entry Luxury“ (wie die MMA-Modelle) gehört, basiert es als „Core Luxury“-Modell auf der ebenfalls neuen MB.EA-Plattform. Diese ist anders als die MMA rein elektrisch und nicht mehr für Verbrenner ausgelegt. „Später kommen zwei sportliche AMG.EA-Modelle dazu, die ausschließlich in Sindelfingen produziert werden. Für alles, was danach kommt, ist es jetzt noch zu früh“, so Burzer.

Unabhängig von den Umrüstarbeiten für die neuen Plattformen, wofür Mercedes laut Burzer je Werk einen dreistelligen Millionenbetrag ausgibt, modernisiert der Autobauer in den deutschen Werken seine Lackieranlagen – konkret in Sindelfingen, Bremen und Rastatt. Das soll die Nachhaltigkeit erhöhen (u.a. dank geringerem Energie- und Wasserverbrauch), kostet aber in Summe einen niedrigen einstelligen Milliarden-Betrag.

Angesichts möglicher hoher Subventionen in den USA erwägt Mercedes zudem den Ausbau seines Werks in Tuscaloosa. „Wir schauen uns natürlich an, was mit dem Inflation Reduction Act passiert. Die Rahmenbedingungen weltweit ändern sich immer wieder, darauf müssen wir gegebenenfalls reagieren“, so Burzer.
automobilwoche.de

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