GM investiert in angehenden Lithiumförderer EnergyX

Der angehende US-Lithiumförderer Energy Exploration Technologies hat in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 50 Millionen US-Dollar eingenommen. Angeführt wurde die Runde von General Motors. Auch auf anderen Ebenen haben beide Seiten Kooperationen vereinbart.

Wie hoch der Anteil von General Motors an der 50-Millionen-Dollar-Runde konkret ist, macht der Autokonzern nicht bekannt. Dafür betont der US-Hersteller, dass mit Energy Exploration Technologies (kurz: EnergyX) eine strategische Vereinbarung zur Entwicklung der firmeneigenen Lithiumextraktions- und Raffinerietechnologie unterzeichnet worden sei. EnergyX entwickelt ein neuartiges Verfahren zur direkten Gewinnung von Lithium namens „direct lithium extraction“ bzw. „DLE“.

Das Verfahren soll Lithiummetall direkt aus Sole und potenziell in der gebotenen Qualität für Elektroauto-Batterien hervorbringen können, gibt GM bekannt. Dies entspreche „einer kosteneffizienteren und nachhaltigeren Lithiumgewinnung, um eine riesige Lithiumversorgungskette in Nordamerika zu erschließen, die andernfalls möglicherweise unrentabel wäre“.

Die Zusammenarbeit zwischen beiden amerikanischen Unternehmen soll künftig drei Bereiche umfassen: Erstens soll ein Technologie-Entwicklungsprogramm auf den Weg gebracht werden, das die Kommerzialisierung der DLE- und Raffinerieprozesse von EnergyX unterstützt und das dazu beitragen soll, „die traditionellen Methoden der Verdampfungsteiche zu ergänzen oder zu ersetzen“, wie es in der GM-Mitteilung heißt.

Zweitens soll es eine Vereinbarung geben, die GM den Zugang zu Lithium-Entnahmen ebnet – einschließlich Material von nord- und südamerikanischen Bergbauunternehmen, die über EnergyX beauftragt werden. Und drittens streben beide Seiten zusätzliche strategische Finanzierungen für Lithiumproduktionsprojekte in Nord- und Südamerika an, bei denen die EnergyX-Technologie zugunsten der Lieferkette von GM eingesetzt wird.

„Wir werden das Lithiumangebot in den USA erschließen, ein entscheidender Schritt für den Ausbau der EV-Industrie“, betont Teague Egan, CEO von EnergyX. „Es gibt viele Möglichkeiten, den Erfolg zu messen, aber nur wenige sind so lohnend wie die Unterstützung durch führende Unternehmen wie GM. Wir fühlen uns durch die Investition von GM bestärkt und werden unser Ziel, EnergyX zum größten Lithiumunternehmen der Welt zu machen, mit einer ‚Tag 1‘-Einstellung verfolgen.“

Jeff Morrison, GM Vice President of Global Purchasing and Supply Chain, betont, man sei bestrebt, nachhaltige und wettbewerbsfähige EV-Mineralien zu beschaffen, um GMs Führungsposition unter den Automobilherstellern zu behaupten. „EnergyX entwickelt ein neuartiges Verfahren zur direkten Gewinnung von Lithium, das nicht nur kostengünstig ist, sondern auch den Energie-, Land- und Wasserverbrauch im Vergleich zu den derzeitigen Gewinnungs- und Verarbeitungsprozessen für Lithium auf Soleniveau reduziert. Wir freuen uns, mit EnergyX bei ihren Bemühungen zusammenzuarbeiten.“

Laut der GM-Mitteilung nahm EnergyX 2022 eine Pilotanlage im sogenannten Lithium-Dreieck in Betrieb, die mit der sogenannten LiTAS-Technologie von EnergyX arbeitet. Diese soll die Lithiumgewinnungsraten auf über 90 % gegenüber dem derzeitigen Industriestandard heben. Nach einem erfolgreichen fünfmonatigen Pilotprogramm, das die Wirksamkeit des LiTAS-Lithiumraffinerieprozesses bewiesen habe, werde EnergyX diese Systeme auf robustere Marktdemonstrationsanlagen in fünf regionalen Prüfständen in Nord- und Südamerika ausweiten, gefolgt von der Kommerzialisierung im vollen Maßstab, heißt es weiter.

Die Mittel aus der oben genannten Finanzierungsrunde will EnergyX nicht nur in die Kommerzialisierung seines Verfahrens, sondern auch in Forschung und Entwicklung zu reinen Lithium-Metall-Anoden und sein Programm für Lithium-Metall-Festkörperbatterien (SoLiS) stecken. Außerdem baut das 2018 gegründete Unternehmen in Austin im US-Bundesstaat Texas eine Innovations- und Produktionsstätte für seinen wachsenden Betrieb und plant den Ausbau seiner Belegschaft von zurzeit rund 50 auf dann 100 Mitarbeitende.
investor.gm.com

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