Ford Model e steigert Absatz und Verluste

Fords Elektroauto-Sparte Model e hat ihre Verkäufe und Umsätze im zweiten Quartal 2023 deutlich gesteigert, aber auch ihre Verluste ausgeweitet. Zudem schiebt Ford ein wichtiges Produktionsziel um ein Jahr nach hinten.

Konkret setzte Ford von April bis Juni rund 34.000 Elektrofahrzeuge ab, fast dreimal so viele wie im ersten Quartal (12.000 Einheiten). Der Umsatz von Ford Model e stieg von rund 700 Millionen US-Dollar in Q1 auf 1,8 Milliarden Dollar (1,64 Milliarden Euro) im Q2. Aber Ford verbuchte bei den E-Fahrzeugen erneut höhere Verluste: Rund 1,1 Milliarden US-Dollar (eine Milliarde Euro) waren es von April bis Juni, gegenüber dem Quartalsverlust von 722 Millionen Dollar im ersten Vierteljahr 2023.

Im Rahmen des Quartalsberichts kündigte Ford-CEO Jim Farley an, dass die geplante jährliche Produktionsrate von 600.000 Elektroautos erst im Laufe des Jahres 2024 erreicht wird – bisher hatte Ford dies bis Ende 2023 angestrebt. Ob einzelne Werke für die Verzögerung verantwortlich sind oder global die Pläne leicht zurückgefahren wurden, gibt Ford nicht an. Stattdessen werden eigentlich nur positive Zwischenstände bei der Umrüstung der Werke veröffentlicht.

So wird die im Q2 erfolgte Eröffnung des Ford Cologne Electrification Center genannt, wo für auf Basis des MEB den elektrischen Explorer bauen wird. Zudem wurde die Kapazitätserweiterung für den Mustang Mach-E in Cuautitlan, Mexiko, abgeschlossen und eine weitere Erweiterung des Werks in Rouge eingeleitet. Zudem habe es „erhebliche Fortschritte beim Bau eines EV-Pickup-Werks der nächsten Generation in West Tennessee und drei Joint-Venture-Batteriefertigungsanlagen in Tennessee und Kentucky“ gegeben. Und auch für den Bau der FLP-Batteriefabrik (mit CATL) in Michigan seinen die Standortvorbereitungen angelaufen.

Die Verzögerung führt Ford auch auf das Marktumfeld zurück. „Das Tempo der Einführung von Elektrofahrzeugen wird kurzfristig etwas langsamer ausfallen als erwartet, was Vorreitern wie Ford zugute kommen wird“, sagt Farley. „EV-Kunden sind markentreu und wir gewinnen viele von ihnen mit unseren großvolumigen Produkten der ersten Generation; Wir tätigen weltweit intelligente Investitionen in Fähigkeiten und Kapazitäten. Und während andere versuchen, aufzuholen, haben wir völlig neue Produkte der nächsten Generation in der fortgeschrittenen Entwicklung, die die Leute umhauen werden.“

Das Verbrenner-Geschäft der Sparte Ford Blue ist nach wie vor ungleich größer: Hier lag der Absatz im Q2 bei 720.000 Fahrzeugen, der Umsatz bei 25,0 Milliarden Dollar und das Ebit bei 2,3 Milliarden Dollar. Die Ebit-stärkste Ford-Sparte war im zweiten Quartal aber Ford Pro mit den leichten Nutzfahrzeugen und Software-Diensten: Bei 15,6 Milliarden Dollar Umsatz kam Ford Pro auf ein Ebit von 2,39 Milliarden Dollar. Die Marge lag hier somit bei 15,3 Prozent.

„Der Wandel hin zu leistungsstarken digitalen Erlebnissen und bahnbrechenden Elektrofahrzeugen ist im Gange und wird volatil sein. Daher ist es für uns ein großer Vorteil, Kunden durch die Entwicklung führen und uns an das Tempo der Einführung anpassen zu können“, sagt Farley.
ford.com, ford.com (Quartalsbericht als PDF, Ford Model e auf S.19)

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