Mahle-Lösung wird Teil des Standards für induktives Laden

SAE International hat ein Positioniersystem des Zulieferers Mahle als globale Ausrichtungsmethodik für das kabellose Laden von Elektrofahrzeugen im Rahmen des kommenden Standards SAE J2954 ausgewählt.

Bild: Mahle

Das herstellerübergreifende Mahle-Positionierverfahren DIPS (Differential-Inductive-Positioning-System) basiert auf einem magnetischen Feld und baut während der Annäherung des E-Fahrzeugs automatisch eine Verbindung mit dem angesteuerten Ladepunkt auf, wie der deutsche Zulieferer mitteilt. Eine spezielle Navigation im Fahrzeugdisplay unterstützt Fahrer und Fahrerin, damit das Auto in der idealen Position steht. Der Ladevorgang beginnt automatisch.

Das funktioniert laut Mahle ebenso bei einem autonom einparkenden Fahrzeug, bei dem anstelle des Fahrers das Parksystem die erforderlichen Positionieranweisungen erhält. Und auch bei „ungünstigen Umweltbedingungen“ – also etwa eine Schneeschicht im Winter oder feuchtes Laub im Herbst – soll der Parkvorgang „sehr einfach und reproduzierbar erfolgen“.

DIPS funktioniert auch während der Fahrt

Das infrastrukturseitige Lade-Pad – von der SAE auch „Bodenbaugruppe“ genannt – erzeugt bei dem DIPS mit mehreren Spulen ein niederfrequentes Magnetfeld mit geringer Intensität. Die „Fahrzeugbaugruppe“ erfasst dieses Magnetfeld und kann es zur Positionierung nutzen. Das Systems ermöglicht künftig auch das dynamische Laden über Induktionsspulen während der Fahrt. Auch dafür hat Mahle – gemeinsam mit Electreon Wireless – den Standard formuliert.

Mit der Art und Weise, wie die Energie induktiv übertragen wird, hat diese spezielle Mahle-Lösung nichts zu tun – hier geht es um die genaue Ausrichtung des Fahrzeugs über dem Lade-Pad auf dem Boden. Dennoch ist es ein wichtiges Puzzleteil für die Verbreitung von induktiven Ladelösungen, dass sich die Fahrzeuge nach einem einheitlichen System über dem Lade-Pad ausrichten. Mit dem Induktivladen nach SAE J2954 sollen Ladevorgänge mit bis zu 93 Prozent Wirkungsgrad möglich werden.

Bei der Ladeinfrastruktur setzt Mahle bereits seit Langem auf kabelloses Laden als eine komfortable und vielversprechende Alternative für E-Fahrzeuge. „Mit Siemens und Witricity haben wir zwei starke Partner an unserer Seite, mit denen wir das Gesamtsystem aus Ladeinfrastruktur und Fahrzeugtechnik gemeinsam vorantreiben“, sagt Harald Straky, Leiter der Zentralen Konzernforschung und -vorausentwicklung bei Mahle.

Auch Arnd Franz, Vorsitzender der Mahle-Konzern-Geschäftsführung und CEO, ist von der Lösung überzeugt. „Mahle setzt Standards. Die Entscheidung der renommierten SAE für unsere Technologie bestätigt die Systemkompetenz von Mahle auch in der Elektrifizierung“, so Franz. „Das wird ein starker Impuls für die E-Mobilität.“

In der SAE International sind über 128.000 Ingenieure und Technologieexperten aus der Luft- und Raumfahrt-, Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie organisiert. „Das Aufladen von Elektrofahrzeugen sollte so einfach sein wie das Parken an der richtigen Stelle und das Weggehen. Der SAE J2954-Standard ermöglicht dies“, sagt Jesse Schneider, Vorsitzender der SAE Wireless Power Transfer Task Force (ZEV Station). „Die SAE J2954 Taskforce hat sich für die standardisierte Ausrichtungsmethode DIPS entschieden und damit den Standard vervollständigt, der ein nahtloses und automatisiertes kabelloses Laden und Parken bei jedem Wetter ermöglicht. Damit hat das Team das fehlende Glied für die Kommerzialisierung des kabellosen Ladens von Elektrofahrzeugen gelöst.“

mahle.com, sae.org

1 Kommentar

zu „Mahle-Lösung wird Teil des Standards für induktives Laden“
Peter Kass
26.11.2023 um 15:44
Gut zu hören, dass die Standardisierung in diesem Bereich vorankommt.

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