Grüne Mobilität auf kleinstem Raum: WE Tower in Berlin offiziell eröffnet

Im Berliner Stadtteil Spandau ist der erste WE Tower in Betrieb gegangen – ein vollautomatisierter Parkturm mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Wir waren vor Ort und haben uns angesehen, wie das modulare Konzept funktioniert und welchen Beitrag es zur urbanen Mobilitätswende leisten kann.

Foto: Nicole Storch

Zusammen mit seiner Frau, der Architektin Ebru Aykut, hat der Berliner Unternehmer Burhan Aykut in Berlin-Spandau ein urbanes Ökosystem auf kleinstem Raum geschaffen. Der WE-Tower am S-Bahnhof Stresow bietet Stell- und Ladeplätze für zehn Elektroautos. Ausgestattet mit 22-kW-Ladepunkten, PV-Modulen, Batteriespeicher und einer begrünten Fassade soll der Turm aktiv zum Klimaschutz beitragen.

Politischer Rückenwind bei der Eröffnung

Gemeinsam mit Berlins Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Ute Bonde (CDU), Spandaus Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) und Spandaus Bezirksstadtrat für Bauen, Planen, Umwelt- und Naturschutz, Thorsten Schatz (CDU), hat das Ehepaar Aykut den WE Tower in Berlin-Spandau offiziell eröffnet – nachdem der Turm im Frühjahr schon einmal kurz für Fachpublikum zugänglich war. Dass es pünktlich zu Beginn der Feierlichkeiten anfing zu regnen, tat der Stimmung keinen Abbruch – das Grußwort der Berliner Politik fiel euphorisch aus. Ute Bonde sprach von einem „Meilenstein“ für die Stadt. Die Politikerin betonte, dass das Auto – neben dem ÖPNV – immer ein fester Bestandteil der Bundeshauptstadt sein werde. Um die gesteckten Klimaziele trotzdem zu erreichen, brauche es einen Wandel im Verkehrssektor – und Projekte wie der WE Tower erleichterten diesen Wandel. „Wer bequem laden kann, entscheidet sich schneller für die E-Mobilität“, so Bonde.

Auch Spandaus Bezirksbürgermeister Frank Bewig und Bau-Bezirksstadtrat Thorsten Schatz waren sichtlich stolz, dass dieses Projekt in Spandau realisiert wurde. Schatz nannte Projekte wie den WE Tower einen wichtigen Hebel, um den Pendlerverkehr zu lenken. Pendler aus dem Umland sollen hier ihre Autos sicher abstellen und laden können, während sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt fahren.

Vision: Exportmodell made in Berlin

Burhan Aykut gibt zu: „Das Projekt hat einen langen Atem gekostet. Es war anstrengend, aber nun ist es geschafft.“ Für den Unternehmer ist der Spandauer WE Tower aber nur der Anfang. Mit dem Turm will er zeigen, was möglich ist. Aykuts Vision ist klar: Der WE Tower soll ein „Exportschlager“ werden, dessen Module lokal – nämlich in Berlin und Brandenburg – produziert und in die ganze Welt verkauft werden. Man sei schon in Gesprächen mit Ländern im Nahen Osten. „Wenn man in Deutschland geschafft hat zu bauen, klappt es überall“, erklärt Aykut mit einem Augenzwinkern.

Auch in Berlin soll es künftig weitere WE Tower geben. Wo, wann und wie viele – darauf lässt sich Ute Bonde auch auf direkte Nachfrage hin nicht festnageln. Aber immerhin ringt ihr rbb-Moderator Ingo Hoppe ein „Gerne mehr davon“ ab.

Smartes Parken mit App und Drehscheibe

Zum Abschluss der Eröffnungsfeier zeigte Ebru Aykut noch, wie das Parken im Tower praktisch funktioniert und präsentierte dabei ein sehr bequemes Feature: die Turn Plate. Dank der drehbaren Platte kann das Auto vorwärts in den Tower gefahren werden. Beim Abholen dreht sich die Platte dann um 180 Grad, sodass das Auto auch wieder vorwärts aus dem Tower herausgefahren werden kann. Sowohl der Check-in als auch der Check-out aus dem Parkhaus funktionieren per App. Darüber kann man sich auch im Vorfeld einen Stell- und Ladeplatz reservieren.

Mehr als nur ein Parkturm

Das ganze Grundstück umfasst übrigens 2.100 Quadratmeter – also deutlich mehr als für den WE Tower selbst benötigt wird. Zusätzlich zum vollautomatisierten Parkturm mit seinen zehn für Elektroautos reservierten Parkplätzen und den weiteren Parkplätzen auf dem Areal entstehen auch Gewerbeeinheiten. Ein Imbiss und ein Backshop sind bisher im Gespräch. Zudem soll es einen kleinen Showroom geben, in dem über das Konzept der Tower informiert wird. Auch Kooperationen mit Carsharing- und Mikromobilitätsanbietern sind für den ersten Berliner WE-Tower im Gespräch.

Kompakt, modular und schnell gebaut

Mit der modularen Bauweise soll ein WE Tower auch schnell errichtet – die Rede ist von einer Produktions- und Installationszeit von 90 Tagen – und flexibel in Stadtquartiere, Einkaufszentren oder auch Unternehmen integriert werden können. Tatsächlich soll ein WE Tower nur die Grundfläche zweier normaler Parkplätze benötigen. Da es von dort aus in die Höhe geht, können bis zu 30 Autos gleichzeitig parken und laden – je nach Ausführung ist ein WE Tower zwischen 16,55 und 38,80 Meter hoch.

22 Kommentare

zu „Grüne Mobilität auf kleinstem Raum: WE Tower in Berlin offiziell eröffnet“
Mikael
21.07.2025 um 19:28
Bezeichnend für Deutschland etwas kaum Bedeutendes als etwas ganz großes zu feiern. Ungefähr auf dem Niveau von Fahrradstraßen und stillgelegten Straßen oder Parkmöglichkeiten für "Begegnungsstätten"...
Caroline
24.07.2025 um 17:04
Wir verstehen, dass neue Ideen nicht immer sofort auf Zustimmung stoßen – gerade wenn sie Dinge verändern, die über Jahrzehnte als „normal“ galten. Der WeTower steht symbolisch für ein Umdenken in der Stadtplanung: platzsparend, nachhaltig und zukunftsorientiert. Es geht nicht darum, etwas „groß“ zu feiern, sondern einen realen Beitrag zu leisten – für weniger versiegelte Flächen, bessere Luft und mehr Lebensqualität in urbanen Räumen. Wir freuen uns über den konstruktiven Austausch – denn genau dieser Dialog bringt Innovationen voran.
Marc
21.07.2025 um 19:41
„Nachhaltige Materialien“ und man sieht einen Turm aus Glas, Blech und Stahl um 10 Autos zu parken, also im Berliner Berufsverkehr 10 Leute von A nach B zu bewegen. Aber es hängt ja etwas Moos am Blech *yay*
Andreas
24.07.2025 um 17:12
Kritik ist wichtig – aber bitte auch auf Basis von Fakten.Der WeTower besteht natürlich aus stabilen Materialien wie Stahl und Glas – alles andere wäre bei einer Konstruktion, die perspektivisch bis zu 30 Fahrzeuge tragen soll, nicht verantwortbar. Die Statik und Sicherheit stehen an oberster Stelle.Was hier als „ein bisschen Moos“ abgetan wird, sind tatsächlich über 3.500 gezielt ausgewählte Pflanzenarten, die aktiv zur Abkühlung des städtischen Mikroklimas beitragen und gleichzeitig wichtige Lebensräume für Insekten schaffen. Unser Ziel ist es, Mobilität neu zu denken – und das auf eine Weise, die ökologischer, platzsparender und zukunftstauglich ist.
WE Tower
24.07.2025 um 17:07
„Nur Moos und Parkplätze“? Da wird einem fast ein bisschen schwindelig bei so viel Vereinfachung. Allein in der begrünten Fassade des WE Towers sind über 3.500 Pflanzen auf rund 100 m² integriert nicht als Deko, sondern als lebendige, kühlende und luftreinigende Vegetationsschicht. Das sorgt nachweislich für ein besseres Mikroklima und zeigt, wie moderne Stadtentwicklung heute aussehen kann.Es ist schade, wenn manche Menschen bei Innovation nur auf das Etikett schauen, aber nicht erkennen, was wirklich dahinter steckt. Nicht alles, was man nicht versteht, ist automatisch bedeutungslos. Vielleicht braucht es manchmal einfach etwas mehr Neugier oder den Mut, alte Denkmuster loszulassen.Wir bauen hier keine Begegnungsstätten für Symbolpolitik wir bauen reale Lösungen für echte urbane Probleme.
Mirko T.
25.07.2025 um 12:03
Ach so! 3.500 Pflanzen an der Fassade – na dann ist ja alles gut. Dass dafür mal eben 20 ausgewachsene Bäume weichen mussten, die dort vor 30 Jahren noch völlig unaufgeregt standen und kostenlos Luft reinigten, Schatten spendeten und keinen einzigen Cent Pflege oder Strom kosteten – geschenkt, oder?Klar, die alten Bäume waren halt… na ja… Bäume. Irgendwie langweilig. Die haben ja nicht mal stylisch an der Wand geklebt oder sich für Instagram inszeniert. Stattdessen jetzt ein begrüntes Hochhaus mit „lebendiger, kühlender und luftreinigender Vegetationsschicht“, die rund um die Uhr bewässert, gestutzt und betüddelt werden muss. Ein Traum in Tropfschlauch-Ästhetik!Und was wäre urbane Innovation bitte ohne einen täglichen Besuch von Fassaden-Gärtnern? Die schaffen Jobs – im Gegensatz zu den Bäumen, die einfach nur so rumstanden und ganz uneitel das Mikroklima verbessert haben. Keine Technik, kein Beton, kein Brimborium. Wie rückständig!Aber hey, warum sich mit simplen, effektiven Naturlösungen abgeben, wenn man auch teure, stromfressende, wartungsintensive Show-Ökologie haben kann? Und wer das nicht sofort versteht, der denkt halt einfach noch zu alt. Loslassen, Leute – besonders eure alten Bäume!
Patrick S.
22.07.2025 um 08:42
Erinnert an die netten SMART Verkaufstürme der Vergangenheit. Die heutigen SMART Modelle würde man in den Türmen wahrscheinlich nicht mehr unterbekommen.
Sükran
22.07.2025 um 23:12
Zudem möchte ich sagen,daß das Ehepaar Aykut ganz tolle Eltern sind und auch bei uns in der Kita sich sehr arrangieren,sie zeigen pure Menschlichkeit ,sie sind allgemein sehr sensibel,was Kinder angeht...ganz nette Leute,ich freue mich für Ihren Erfolg
Manfred S.
23.07.2025 um 11:12
Ich sehe nicht, dass da relevant Platz eingespart würde.
Laura
24.07.2025 um 11:55
Einfach mal lesen ,auf der Fläche von 2 Parkplätzen kann man jetzt 10 Autos übereinander parken.
Mirko T.
25.07.2025 um 11:29
Na klar, warum auch selber zählen, wenn man sich einfach blind auf Werbeaussagen verlassen kann? Spart ja schließlich Hirnschmalz! Der WE Tower in Stresow – ein architektonisches Meisterwerk der Parkplatzverdrängung – beansprucht mit seiner Grundfläche großzügige vier Parkplätze. Und weil das noch nicht reicht, gönnt man sich direkt daneben einen feinen Anbau für die Akkus, der gleich mal acht weitere Parkplätze schluckt. Macht unterm Strich also **minus zwölf**, um ganze **zehn** Parkplätze zu „schaffen“. Bravo, Ingo! Rechenkunst auf höchstem Niveau. Vielleicht gibt’s dafür bald den Nobelpreis für kreative Mathematik?Und als ob das noch nicht genug wäre, sorgt der in Betrieb befindliche Fahrstuhl mit seinem charmanten Geräusch – irgendwo zwischen Zahnarztbohrer und kaputter Waschmaschine – für echtes Wohlfühlambiente. Die LEDs an der Tower-Einfahrt? So dezent wie ein Flutlichtstadion – man könnte fast meinen, sie wurden entwickelt, um Flugzeuge im Landeanflug zu blenden. Und dann diese Lichtreklame, die bei jedem grellen Bildwechsel das halbe Viertel in ein psychedelisches Stroboskop-Festival verwandelt. Ein Hoch auf durchwachte Nächte und Wohnzimmer, die heller sind als ein Zahnarztwartezimmer.Aber klar – all das wird natürlich mit größter Sorgfalt unter den Teppich gekehrt. Denn Lebensqualität? Pfft. Wer braucht die schon, wenn man einen leuchtenden Monolithen im Vorgarten hat, der den Wert der eigenen Immobilie zuverlässig in den Keller befördert?
Maik
23.07.2025 um 14:55
Man erkennt klar, dass das Ehepaar Aykut einem Problem mit einer Chance und Erfindergeist begegnet sind und dabei zumindest versuchen viel Nachhaltigkeit auszustrahlen. Diese Leistung ist klar zu würdigen. Klar ist aber auch, dass selbst Hunderte dieser Türme uns in der Frage der Mobilität und der Platzfrage in der Stadt nicht weiter bringen und sie wohl eher von Leuten mit teuren Elektroautos für einen reservierten Platz in bequemer Lage genutzt werden. Denn günstig wird das nicht sein, in die äußeren Gebiete wird nie ein Turm solcher kommen und die benötigte Effizienz von ÖPNV kann so nie erreichen werden.
Sylvia
23.07.2025 um 17:35
Der We Tower. ist ein Etikettenschwindel!!! Dort sollen riesige digitale Webebänder auf drei Seiten laufen, womit der Unternemer dann sein Geld wirklich verdienen wird! Die grelle Videowerbung hat äusserst unangenehmen Folgen für die direkte Nachbarschaft, in deren Wohnungen die Videos hineinstrahlen! Von wegen grüne Ladestation! Stattdessen gigantischer Energieverbrauch und enorme Lichtverschmutzung!
Tom
24.07.2025 um 10:45
Ich finde, der WE Tower ist ein durchdachtes Konzept für Städte mit Platzproblemen. Natürlich löst ein einzelner Turm nicht alle Mobilitätsfragen, aber er zeigt, dass man mit wenig Fläche mehr erreichen kann – vor allem in Verbindung mit Ladeinfrastruktur und Begrünung. Wenn man sieht, wie effizient der Platz genutzt wird, ist das aus meiner Sicht ein sinnvoller Schritt in Richtung nachhaltigere Stadtentwicklung.
Jean-Henry
24.07.2025 um 11:36
Welch innovatives Projekt made in Germany! Endlich Kann Deutschland bzw. Berlin mithalten.
Stephie
24.07.2025 um 11:45
Eine super platzsparende und umweltfreundliche Lösung. Solche Türme sollte es an jedem Bahnhof geben. Das entspannt die eh schon angespannte Parkplatzsituation sehr, da keine Extraplätze für E-Autos während des Ladens auf der Straße genutzt werden müssen. Deutschland hinkt diesbezüglich hinterher und das ist ein großer und wichtiger Schritt nach vorne.
Laura
24.07.2025 um 11:52
Wenn man wieder die Negativen Kommentare liest, immer alles schlecht machen, hier kann man auf einer Fläche ursprünglich von 2 Parkplätzen zehn Autos parken. Das heißt man kann 8 Parkplätze entsiegeln und wieder begrünen. Hier ist ein Unternehmer der Ladeinfrastruktur schafft, statt es mies zu machen, sollte man ihm einen Orden verleihen. Ich hoffe wir sehen bald mehr von den tollen Türmen.
Mirko T.
25.07.2025 um 14:33
Statt 12, können auf der gleichen Fläche nur noch 10 Autos parken. Durch das riesige Solardach wurde eine größere Fläche versiegelt. Orden? Eher Anwalt! Durch Beschwerden der Anwohner bleibt das grelle Werbekino (an 3 Flächen des Turms über jeweils 2 Etagen) erst einmal aus. 1,90€ pro Stunde Parken ist auch fragwürdig, wenn man direkt daneben kostenlos parken kann.
Guido
25.07.2025 um 14:05
Schön, dass du den Turm so „toll“ findest – hoffentlich bleibst du auch dabei, wenn der nächste direkt gegenüber deiner Wohnung oder deinem Haus errichtet wird. Wenn du dann durch das ständige Brummen oder die nächtliche Dauerbeleuchtung nicht mehr schlafen kannst.Niemand hat etwas gegen den Ausbau von Ladeinfrastruktur an sich – aber bitte mit Augenmaß und Rücksicht auf das Wohnumfeld. Ein grell beleuchteter Stahlklotz mitten im Kiez ist keine innovative Mobilitätslösung, sondern ein rücksichtsloser Eingriff in den öffentlichen Raum. Außerdem ersetzt Dekobepflanzung oder "Begrünung" so wie du es nennst, nicht ansatzweise 20 Bäume.
Dr. Fiechtner
24.07.2025 um 15:12
Insbesondere für das P&R und/oder für das Car-Sharing eine tolle Idee. Wer auf der Veranstaltung war, hat erfahren, dass es sich um ein Pilotprojekt handelt. Im „Normalbetrieb“ erfolgt eine dreiseitige Fassadenbegrünung. Die restlichen Flächen werden mit PV Modulen belegt. Ja auch Werbeflächen entstehen untergeordnet. Derartige Projekte müssen auch ausfinanziert werden, sonst passiert nichts. Es fließen hier keine öffentlichen Mittel in das Projekt.
Sylvia
24.07.2025 um 17:45
die Lobby funktioniert zumindest einwandfrei, wie man aus den Kommentaren nach meiner zurechtrückenden Mail ersehen kann!
Andreas
31.07.2025 um 15:44
Tolle Innovation. Gerne mehr davon. Der Schutz des Fahrzeugs vor Umwelteinflüssen gefällt mir besonders gut. Wenn die Nutzung nicht mehr kostet, als andere Lader auf der Straße kann das sehr erfolgreich werden.Gratulation an die Erfinder und Erbauer!!

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