Isuzu baut Teststrecke für vollautomatisierte Nutzfahrzeuge

Der japanische Nutzfahrzeug-Hersteller Isuzu hat auf seiner Insel Hokkaido mit der Errichtung einer Teststrecke für vollautomatisierte Nutzfahrzeuge begonnen. Dort sollen ab September 2027 Busse und Lkw mit Autonomielevel 4 erprobt werden. Mittelfristig soll der neue Standort zu Isuzus Zentrum für die Entwicklung autonomer Fahrtechnologien werden.

Grafik: Isuzu

Isuzu teilt mit, die Teststrecke bei seiner Tochter Isuzu Hokkaido Proving Ground in Mukawa zu realisieren. Der Ort liegt auf Hokkaido, Japans nördlichster Hauptinsel. Anlässlich der Grundsteinlegung skizziert das Unternehmen sein Vorhaben nun ausführlich: Für geschätzte 7,4 Milliarden Yen (rund 43,1 Millionen Euro) soll in Regie von Isuzu Japans erstes derartiges Testgelände eingerichtet werden. Ziel der Initiative sei, die Einführung autonomer Lkw und Busse der Stufe 4 voranzutreiben, heißt es. Neben den eigenen Entwicklern und Ingenieuren soll die Teststrecke künftig auch für Unternehmen und Organisationen außerhalb der Isuzu-Gruppe zugänglich gemacht werden, etwa für Startups, Zulieferer, Hochschulen oder Behörden.

Das Vorhaben wird laut Isuzu auf einer Fläche von ca. 190.000 Quadratmetern auf dem weitläufigen Gelände der Tochterfirma errichtet. Die Testbereiche unterteilen sich in simulierte Stadtstraßen, Autobahnein- und -ausfahrten sowie Landstraßen. „Die Bereiche werden zudem mit vielfältiger Verkehrsinfrastruktur ausgestattet. Dies ermöglicht die sichere Nachbildung komplexer Fahrszenarien, die auf öffentlichen Straßen nur schwer realisierbar sind“, teilt das japanische Unternehmen mit. Das Testgelände wird dabei explizit für Großraumfahrzeuge konzipiert, darunter lange, schwere Fahrzeuge wie Gelenkbusse und Lkw mit Anhänger. Eine Teilnutzung der Strecke soll bereits ab Sommer 2026 möglich sein, der Vollbetrieb ist dann für September 2027 geplant.

Isuzu will den Standort auf Hokkaido mittelfristig zu seinem Hauptquartier für die Entwicklung autonomer Fahrtechnologien aufbauen. Neben der Teststrecke werde daher bis 2028 eine neue Test- und Forschungsanlage mit Wartungsflächen für autonome Fahrzeuge sowie Arbeitsbereichen für Kooperationspartner entstehen. Und: „Neben umfassenden Tests von Sensoren, KI-Modellen und Steuerungstechnologien für autonome Fahrzeuge wird die Strecke über Hochgeschwindigkeits-IT-Netzwerke mit nationalen und internationalen Einrichtungen verbunden sein, um den Austausch und die Nutzung von Testdaten in Echtzeit zu ermöglichen“, präzisiert der Hersteller, dem ausdrücklich ein „offenes Innovationszentrum“ vorschwebt.

Ken Ueda, Senior Executive Officer und EVP der Engineering Division von Isuzu, kommentiert: „Autonome Fahrlösungen werden eine zukünftige Säule des Isuzu-Geschäfts sein. Die Isuzu Group wird mit dem Betrieb dieser Teststrecke zur Weiterentwicklung der autonomen Fahrtechnologie beitragen und so eine Zukunft sicherer Mobilität ermöglichen, die zur Verwirklichung einer unfallfreien Gesellschaft beiträgt.“

Hiroshi Sato, Senior Executive Officer und VP der Engineering Division, ergänzt: „Diese Teststrecke ist eine wichtige Infrastruktur für die Isuzu Group, da wir danach streben, weltweit führend im Bereich des autonomen Fahrens für Nutzfahrzeuge zu sein. Wir hoffen, dass sie in einigen Jahren zu einem Zentrum für offene Innovation wird, einem Zentrum für autonomes Fahren, in dem verschiedene Unternehmen und Organisationen in Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten.“

Den Stellenwert des autonomen Fahrens betont Isuzu entsprechend in seinem mittelfristigen Geschäftsplan „ISUZU Transformation – Wachstum bis 2030“. Konkret strebt der Konzern die Markteinführung autonomer Lkw und Busse der Stufe 4 im Geschäftsjahr 2027 an. Zu diesem Zweck entwickelt Isuzu schon länger Technologien für autonomes Fahren – u.a. in Zusammenarbeit mit nationalen und lokalen Behörden, anderen Nutzfahrzeugherstellern und Technologie-Startups.

isuzu.co.jp

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