BMW: Produktionsvorstand Nedeljković übernimmt 2026 als CEO
2023 hatte der BMW-Aufsichtsrat den anstehenden Generationswechsel noch aufgeschoben: Mit der damaligen Vertragsverlängerung für Zipse, der seit 2019 an der BMW-Spitze stand, hatte der Aufsichtsrat eine Ausnahme von seiner internen Regel für Vorstandsmitglieder gemacht. Eigentlich gilt dort eine Altersgrenze von 60 Jahren, ab dem 60. Lebensjahr werden in der Regel nur Verträge über ein Jahr beschlossen. Zipse wurde jedoch am 7. Februar 2024 60 Jahre alt – bei dem Vertragsende im Sommer 2026 ist er also 62 Jahre alt.
Mit der Hauptversammlung der BMW AG am 13. Mai 2026 gibt Zipse den Vorstandsvorsitz aber endgültig ab. In seiner Sitzung am Dienstag hat der Aufsichtsrat den aktuellen Produktionsvorstand Milan Nedeljković zum neuen Vorsitzenden bestimmt und mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet. „Nach dem erfolgreichen Start der Neuen Klasse tritt Nedeljković damit die Nachfolge von Oliver Zipse an, der seit mehr als zehn Jahren dem Vorstand der BMW AG angehört und seit August 2019 Vorsitzender des Vorstands ist“, so das Unternehmen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Nicolas Peter, früher selbst im BMW-Vorstand aktiv, hebt bei Nedeljković den „strategischen Weitblick, große Umsetzungsstärke und unternehmerisches Denken“ hervor. „Er steht für klare Fokussierung im Umgang mit Ressourcen – seien es ökonomische oder ökologische“, so Peter. „Milan Nedeljković begeistert Menschen für Ideen, versammelt sie hinter gemeinsamen Werten und motiviert sie somit zu Höchstleistungen. Das ist eine entscheidende Führungsqualität, um den Erfolgskurs der BMW Group in der aktuellen Transformation fortzusetzen.“
Als Zipse 2019 den Vorstandsvorsitz übernommen hatte, war dieser zuvor selbst Produktionsvorstand der Münchner und Nedeljković wurde als sein Nachfolger bestimmt. Der heute 56-Jährige begann seine berufliche Laufbahn im Unternehmen 1993 als Trainee und verfügt über umfassende internationale Erfahrung. Er war in verschiedenen leitenden Funktionen tätig, unter anderem im Werk Oxford, als Werkleiter Leipzig und München, sowie als Leiter Unternehmensqualität.
Seine Arbeit in den Werken als auch der erfolgte Produktionsanlauf der Neuen Klasse im komplett neuen Werk Debrecen als auch die Vorbereitungen hierfür in den bestehenden BMW-Werken weltweit haben Nedeljković einen intern einen guten Ruf verschafft. „Milan Nedeljković genießt hohes Ansehen und Vertrauen in der Belegschaft von BMW“, sagt Martin Kimmich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. „Mit ihm wollen wir die lange Tradition der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung fortsetzen und unsere BMW-Erfolgsgeschichte fortschreiben.“
Nedeljković und Zipse kommen in der BMW-Mitteilung nicht zu Wort. Nach der Hauptversammlung im Mai 2026 wird Zipse „nach insgesamt 35 Jahren im Unternehmen planmäßig seine Vorstandstätigkeit beenden“, so die Münchner. Wie es dann mit dem aktuellen CEO weitergeht, wird noch nicht umrissen. Wie bei dem langjährigen Finanzvorstand Peter und auch dessen Vorgänger als Aufsichtsratsvorsitzender, Norbert Reithofer, sind in der Vergangenheit schon öfters ehemalige Vorstände früher oder später in den BMW-Aufsichtsrat gewechselt.
Der Aufsichtsrat dankt Zipse „ausdrücklich für seine großen Verdienste um die BMW Group“. „Er hat BMW durch globale Krisen wie die Corona-Pandemie geführt und steht für die Neue Klasse als größtem Zukunftsprojekt des Unternehmens“, sagt Peter. „Oliver Zipse ging es immer um den Erfolg von BMW. Er hat auch gegen äußere Widerstände stets klare Position bezogen und das Unternehmen damit in stürmischen Zeiten auf Kurs gehalten.“





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