Kurzes Börsen-Intermezzo: Geely holt Zeekr vollständig zurück
Geely hat Zeekr nach nur eineinhalb Jahren wieder von der New Yorker Börse genommen. Dabei konnte sich Zeekrs IPO im Mai 2024 sehen lassen: Die Marke sammelte damals 441 Millionen US-Dollar ein und wurde mit rund 6,8 Milliarden Dollar bewertet. Der Mutterkonzern behielt dabei mit 62,8 Prozent der Anteile immer die Oberhand, verkündete aber bereits vergangenen Sommer offiziell, Zeekr wieder voll integrieren zu wollen. Für die ausstehenden Anteile bot der Hersteller daraufhin 2,4 Milliarden Dollar, nachdem die Aktionäre ein vorheriges Angebot über 2,2 Milliarden Dollar abgelehnt hatten. Die neu gebotene Summer konnte dann überzeugen. Geely fusionierte Zeekr mit seiner Tochter Keystone Mergersub Limited und holte die Marke so wieder vollständig an Bord. Neben wirtschaftlichen Gründen dürften bei dieser Entscheidung auch geopolitische Spannungen zwischen den USA und China eine Rolle gespielt haben.
Aber nicht nur: Die Geely Holding ordnet bereits seit vergangenem Jahr ihre Vermögenswerte neu, um Kannibalisierungseffekte zwischen ihren vielen Töchtern zu vermeiden. Der Konzern vereint unter anderem bekannte Marken wie Volvo, Polestar oder Lotus. Im Rahmen eines Joint Ventures mit Mercedes-Benz gehört Geely zudem die Hälfte von Smart. Der chinesische Autokonzern hat mehrfach angegeben, interne Synergien besser nutzen und allgemein die Kosten senken zu wollen. Schon vor der Ankündigung des Börsenrückzugs im Sommer hatte Geely deshalb damit begonnen, sein Markenportfolio neu zu ordnen: So hat Volvo Cars etwa seinen Anteil von 30 Prozent an Lynk & Co. konzernintern an Zeekr abgegeben. Weitere Anteile gab Geely ebenfalls ab, sodass Zeekr im Februar 2025 mit nun 51 Prozent zum Mehrheitseigner von Lynk & Co. wurde. Die restlichen 49 Prozent hält Geely weiterhin selbst.
Die 2021 gegründete Marke Zeekr gilt im Geely-Kosmos als Premium-Elektromarke, die gezielt gegen heimische Wettbewerber wie Nio und Xpeng antritt. Aber auch den europäischen Premiummarken und US-Unternehmen wie Lucid oder Tesla soll sie Konkurrenz machen. Von Beginn an setzte Zeekr dabei auf innovative Technologien wie Festkörperbatterien, softwaredefinierte Fahrzeuge und autonome Fahrfunktionen. Das Modellportfolio umfasst unter anderem den Zeekr 001 und den Zeekr 7X. Die Zeekr Group selbst gibt in der aktuellen Mitteilung an, mit ihren beiden Marken Lynk & Co und Zeekr ein „vollständig integriertes Nutzerökosystem“ schaffen zu wollen, das u.a. eigene Softwaresysteme und elektrische Antriebsstränge umfasst.





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