Volvo EX60 kommt auf über 800 km Reichweite
So wird der EX60, der auf der Elektro-Plattform SPA3 aufbaut, mit bis zu 810 Kilometer zum Beispiel die größte Reichweite aller vollelektrischen Volvo-Modelle bieten, wie der Autobauer rund zwei Wochen vor der Weltpremiere bestätigt. Dabei soll es sich nicht um eine auf Reichweite optimierte Version mit nur einem Motor handeln, in der Mitteilung ist von einer Allradversion die Rede. Die 810 Kilometer sind derzeit aber nur eine vorläufige Angabe und genauere Daten zum Energiegehalt des Akkus und dem Allradantrieb nennen die Schweden noch nicht – diese Informationen wird es erst zur Weltpremiere geben.
Da in der Verbrenner- und Hybrid-Welt schon der XC60 und der BMW X3 als Konkurrenz-Modelle galten, dürfte der neue EX60 auch gut mit dem BMW iX3 vergleichbar sein, den BMW im vergangenen Herbst auf der IAA Mobility vorgestellt hatte. Der iX3 50 xDrive als erstes Modell der Neuen Klasse verfügt über einen 345 kW starken Allradantrieb und 805 Kilometer WLTP-Reichweite. Dafür benötigt der iX3 eine Batterie mit einem Netto-Energiegehalt von 108 kWh. Der Volvo EX60 hat nach vorläufigen Angaben zwar eine etwas höhere Reichweite, noch sind aber keine genauen Informationen zur Effizienz des Antriebs bekannt. Es liegt allerdings nahe, dass sich die Volvo-Batterie in einem ähnlichen Bereich beim Energiegehalt bewegen wird. Zum Vergleich: Der größere Volvo EX90 auf Basis der SPA2 hat Batterien mit 101 oder 107 kWh Netto-Energiegehalt verbaut, kommt aufgrund von Größe und Gewicht aber bisher nur auf eine WLTP-Reichweite von maximal 614 Kilometern.
Der EX90 war zu Beginn ein 400-Volt-Stromer, wird aber zum Modelljahr 2026 auf 800 Volt Systemspannung umgestellt – das SPA2-Schwestermodell ES90 ist direkt als 800-Volt-Stromer auf den Markt gekommen. Auch die SPA3 des EX60 setzt auf ein 800-Volt-Bordnetz und soll laut der Vorab-Ankündigung der Schweden „schneller laden als alle bisherigen E-Autos von Volvo“. Laut Volvo soll der EX60 „mit einem 400-kW-Schnelllader in zehn Minuten eine Reichweite von bis zu 340 km hinzugewinnen“ können. Ob die Ladeleistung dann tatsächlich bei 400 kW liegt, ist damit nicht gesagt. Das heißt aber auch: Mehr als die 350 kW Ladeleistung des ES90 dürften es wohl werden. Die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent nennt Volvo beim EX60 vorab noch nicht, diesen Wert dürfte es erst in zwei Wochen geben. Vorab gibt Volvo auch an, dass der EX60 diese Lade-Performance „bei allen Wetterbedingungen“ erreichen soll, was für eine robuste Vorkonditionierung entspricht.
Erreicht werden all diese Verbesserungen durch ein Bündel an Einzel-Maßnahmen, bei denen sich der EX60 von den größeren SPA2-Stromern abhebt. Die Rede ist etwa von einem „neuen Zell-Design, das für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Energiedichte und Leistungsabgabe sorgt und so die Reichweite zusätzlich erhöht“. Das 800-Volt-Bordnetz, und die intern entwickelte Software sollen es ermöglichen, dass die Energie beim Laden effizienter in die Batterie geleitet wird. Das verringert die Wärmeentwicklung und damit den Energiebedarf für die Kühlung. Zudem werden im Ladesystem auch leichtere Materialien verbaut, hier nennt Volvo aber derzeit keine weiteren Details.

Die Batterie (mit noch unbekanntem Energiegehalt) wird mit Cell-to-Body-Technologie direkt in die Fahrzeugstruktur integriert und die E-Motoren im eigenen Haus entwickelt. Alle EX60-Kunden erhalten eine 10-Jahres-Garantie auf den Akku. Die Cell-to-Body-Batterie ist nicht die einzige Änderung an der Struktur des Fahrzeuges: Der EX60 ist der erste Serien-Volvo, bei dem die Schweden in der Produktion auf das sogenannte „Megacasting“ setzen. Dabei geht es um sehr große Guss-Bauteile, die hochpräzise in einem Stück gefertigt werden und so Hunderte kleinere Teile ersetzen. Das vereinfacht die Produktion aufgrund vieler Montageschritte, die entfallen. Und das Megacasting-Bauteil soll leichter sein als ein konventionell aus vielen Einzelteilen zusammengesetztes Element – was wiederum die Reichweite erhöht.
„Der Volvo EX60 wurde entwickelt, um neue Maßstäbe zu setzen“, sagt Anders Bell, Chief Technology Officer bei Volvo Cars. „Mit unserer neuen Architektur für Elektrofahrzeuge gehen wir direkt auf die wichtigsten Bedenken ein, die Kunden haben, wenn sie über den Umstieg auf ein vollelektrisches Fahrzeug nachdenken. Das Ergebnis sind Bestwerte in Bezug auf Reichweite und Ladezeiten, die der Reichweitenangst ein Ende setzen.“





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