Kalifornien liebäugelt wieder mit eigener E-Auto-Kaufprämie

Kalifornien schlägt neue Anreize für Käufer von Elektrofahrzeugen vor, um den Wegfall der bundesweiten US-Steuergutschrift abzumildern. Im Haushaltsentwurf für 2026/27 ist für die Förderung ein Budget von 200 Millionen Dollar angedacht.

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Bild: Unsplash/Andrea Leopardi

Das Büro von Gouverneur Gavin Newsom hat am Freitag eine Haushaltsübersicht für 2026/27 veröffentlicht. Darin sind 200 Millionen Dollar (rund 171 Millionen Euro) für die Einrichtung eines neuen Förderprogramms für E-Fahrzeuge reserviert. Entschieden ist aber noch nichts: Der Etatentwurf geht nun in den üblichen Gremienlauf. Entsprechend vage ist der Vorschlag bisher auch.

Klar ist: Das demokratisch regierte Kalifornien tut sich mit der unter Präsident Donald Trump angestoßenen Bundespolitik schwer. Der Sunshine State gab sich jahrelang strengere Emissionsvorschriften als von der nationalen Regierung vorgeschrieben und verbuchte dadurch eine der höchsten E-Auto-Anteile der USA. Doch der kalifornische Extra-Weg ist Trump ein Dorn im Auge. Im vergangenen Sommer hat seine Regierung das kalifornische Verbrenner-Aus für Neuwagen ab 2035 und auch Vorschriften zur Begrenzung der Emissionen bestimmter Autos und der Stickoxidemissionen von Lastwagen in Kalifornien blockiert.

Doch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bietet Paroli. Einerseits klagt sein Staat sowie zehn weitere US-amerikanische Bundesstaaten gegen die Trump-Beschlüsse, zum anderen liebäugelt Kalifornien nun also mit einer eigenen E-Auto-Förderung. Hintergrund ist, dass die Bundesförderung in Form einer Steuergutschrift in Höhe von 7.500 Dollar für neue Elektromodelle bzw. 4.000 Dollar für E-Gebrauchtmodelle im September 2025 von der Regierung eingestampft wurde. Daten des Bundesstaates und Branchenberichte machen deutlich, dass die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Kalifornien ebenso wie in den gesamten USA daraufhin zurückgegangen sind.

Laut der jetzt vom kalifornischen Gouverneursbüro veröffentlichten Etat-Zusammenfassung für 2026/27 würde das neue staatliche Förderprogramm „qualifizierten Käufern finanzielle Anreize bieten“. Das Dokument enthält aber noch keine weiteren Angaben, etwa zur Förderhöhe. Die kalifornische Luftreinhaltungsbehörde („The California Air Resources Board“) gibt auch an, dass die Details des Programms noch in der Entwicklung seien.

Klar ist aber: Die vorgeschlagene Förderung würde an das von 2010 bis 2023 gelaufene „Clean Vehicle Rebate Project” anknüpfen, das in Kalifornien mit rund 1,49 Milliarden Dollar zur Förderung von etwa 586.000 Fahrzeugkäufen beigetragen haben soll. Dass Newsom E-Auto-Käufe nun wieder bezuschussen will, kommt wenig überraschend: Schon kurz nach der Wahl von Donald Trump im Jahr 2024 kündigte er an, sich mit diesem Thema befassen zu wollen. Damals äußerte er zudem, dass er versuchen werde, Tesla aus dem Förderprogramm auszuschließen. Hintergrund dieser Aussage war das umstrittene politische Engagement von Tesla-CEO Elon Musik für die Trump-Administration.

Laut dem Portal InsideEVs wäre Kalifornien mit seinen E-Auto-Kaufprämien übrigens kein Einzelfall. Eine „Handvoll anderer Bundesstaaten, darunter Colorado, Massachusetts und Oregon, bieten aktuell weiterhin großzügige staatliche Anreize“, heißt es dort.

insideevs.com, reuters.com, eu.usatoday.com, ebudget.ca.gov (PDF, S. 47)

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