Galliker weiht E-Power-Bridge ein und beginnt Bau neuer Lkw-Ladeplätze

Galliker gilt als einer der Pioniere im Bereich Elektro-Lkw. Nun hat die Schweizer Spedition den ersten Spatenstich für das neue Projekt "E-Park & Ride" durchgeführt, bei dem 41 Ladepunkte für Lkw sowie 74 Ladepunkte für Pkw entstehen. Zudem wurde eine E-Power-Bridge eröffnet.

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Bild: Galliker

Bereits 2021 haben wir erstmals über E-Lkw bei Galliker berichtet: Damals wurde ein elektrischer Überlängen-Lkw der Designwerk-Marke Futuricum in Betrieb genommen, der für Schwer- und Sondertransporte genutzt werden sollte. 2022 folgte der erste vollelektrische Autotransporter der Schweiz, ebenfalls von Futuricum. 2024 kam ein Autotransporter für den Transport von Porsche-Neuwagen von Zuffenhausen in die Schweiz hinzu – und gemeinsam mit Designwerk erprobt man schon länger das Megawatt-Laden. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt – denn schon heute verfügt Galliker über mehr als 90 E-Lkw und will dieses und nächstes fast 140 weitere E-Fahrzeuge in Betrieb nehmen.

Klar, dass eine so große Flotte an Elektro-Lkw eine ordentliche Ladeinfrastruktur benötigt. Und deshalb tätigt das Unternehmen aus Altishofen im Kanton Luzern derzeit die entsprechenden Investitionen. Bei einem Ortstermin am Logistikcenter in der Gemeinde Dagmersellen unweit des Stammsitzes in Altishofen gab es nun gleich zwei Dinge zu feiern: Dort fand der Spatenstich für das neue Projekt E-Park & Ride statt. Gleichzeitig wurde die fertiggestellte E-Power-Bridge nur wenige Meter entfernt offiziell eröffnet. 

Überkopf-Ladesystem eingeweiht

Zunächst zur E-Power-Bridge: Dabei handelt es sich um eine Traverse mit Ladetechnik ähnlich wie bei den Overhead-Chargers der Rüdinger Spedition in Krautheim. Die Elektrofahrzeuge können unter eine Art Brücke fahren und halten, um dort aufzuladen. Die E-Power-Bridge bei Galliker bietet sechs Ladeplätze. Wie auf Bildern zu erkennen ist, werden von der Ladebrücke die Ladekabel für den Ladevorgang heruntergelassen und können einfach an den Fahrzeugen eingesteckt werden. Welche Ladeleistung dabei abgerufen wird, teilt Galliker nicht mit, wohl aber, dass dort Strom von einer Photovoltaikanlage genutzt werden kann und dass der erzeugte Solarstrom in einem Batteriespeicher (BESS) gespeichert werden kann, um auch nachts für Ladevorgänge genutzt werden zu können.

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Die Traverse bietet insgesamt sechs Ladeplätze
Bild: Galliker

Mit dem Projekt E-Park & Ride will Galliker seine Ladeinfrastruktur in Dagmersellen noch viel massiver ausbauen – und zwar sowohl für E-Lkw als auch für Elektroautos. So sollen einerseits 41 Hochleistungsladepunkte für E-Lkw eingerichtet werden. Dank der hohen Ladeleistung (die Galliker nicht nennt) sollen pro Nacht und Ladepunkt je zwei Elektro-Lkw mit dem nötigen Strom versorgt werden können, sprich: insgesamt 82 Elektro-Trucks pro Nacht. Dafür sollen drei Trafos mit einer Leistung von je 2 Megawatt sorgen.

Durch dieses Vorhaben fällt Parkraum für Pkw weg. Aber: Galliker will als Ersatz eine Tiefgarage mit 300 Pkw-Stellplätzen bauen. Und davon sollen 74 Parkplätze mit Ladepunkten ausgestattet werden, um E-Autos von Mitarbeitern und elektrische Dienstwagen laden zu können.

In zehn Jahren 650 Elektro-Lkw geplant

Die Maßnahmen sind Teil des Projekts Zero Emissions Network, das Galliker im Mai 2025 bekanntgegeben hatte. Dessen Kern: Das Schweizer Unternehmen plant, in zehn Jahren auf 650 Elektro-Lkw in der Flotte zu kommen. Bis Ende 2030 will Galliker dafür die entsprechende Infrastruktur bestehend aus Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern, Mittelspannungsnetzen und Ladestationen aufbauen.

CEO Peter Galliker sagte bei den Feierlichkeiten: „Mit dem E-Park & Ride sowie der E-Power-Bridge schaffen wir eine Infrastruktur, die die Transformation unseres Unternehmens zu einem emissionsarmen Transportdienstleister nachhaltig unterstützt. Mit dem Zero Emissions Network investieren wir in eine Zukunft, in der unsere Logistik klimafreundlich und verantwortungsvoll ist.“

galliker.com

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