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Warum ticken Käufer von gebrauchten E-Autos anders?

Gebrauchte Elektroautos bleiben bei der neuen Bundesförderung außen vor. Überhaupt kommt der Markt langsamer in Schwung als vielfach erwartet. Doch woran liegt das wirklich? In diesem Podcast berichtet Axel Sprenger, Geschäftsführer von UScale, über die Ergebnisse der großen EV-Gebrauchtwagenstudie. Es ist die vielleicht detaillierteste Untersuchung zum Kaufverhalten von gebrauchten E-Autos überhaupt. Ein zentrales Ergebnis: Gebrauchtwagenkäufer ticken deutlich anders als Neuwagenkäufer!

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Der wichtigste Unterschied: Während sich Neuwagenkunden häufig für Mittel- und Oberklassemodelle interessieren, suchen Gebrauchtkäufer vor allem Klein- und Kompaktwagen. Genau diese Segmente sind jedoch bislang kaum in relevanten Stückzahlen als gebrauchte E-Autos verfügbar. „Wenn die Fahrzeuge, die gesucht werden, schlicht noch nicht da sind, hilft auch keine Förderung“, bringt Sprenger das Kernproblem auf den Punkt.

Hinzu kommt eine neue Käufergruppe mit deutlich geringerem Vorwissen zur Elektromobilität. Viele Gebrauchtwagenkäufer entscheiden sich spontan – und treffen dabei oft auf Verkäufer, die selbst noch nicht ausreichend geschult sind. „Da haben wir eine ungünstige Melange aus wenig informierten Kunden und nicht ausreichend vorbereiteten Verkäufern“, so Sprenger.

Vor allem Klein- und Kompaktwagen gesucht

Bei den Kaufmotiven ähneln sich Neu- und Gebrauchtkäufer zunächst: Technologieinteresse, geringere Betriebskosten und Fahrkomfort spielen eine Rolle. Bei Gebrauchten rückt jedoch der Preis klar in den Vordergrund. Variable Kosten wie für Ladestrom oder Wartung werden in der konkreten Kaufentscheidung deutlich weniger berücksichtigt. Gleichzeitig sehen viele Käufer eine Besonderheit von Elektroautos als Vorteil: „Der große Wertverlust ist beim Gebrauchten schon weg.“

Zu den größten Hemmnissen zählen weniger die Reichweite als vielmehr die Ladeleistung älterer Modelle. Den Kunden sei bewusst, dass die Reichweiten gebrauchter Elektroautos nicht so groß sind wie bei Neuwagen mit der aktuellesten Batterietechnik. Daraus folgt eine Ableitung: „Wenn ich häufiger laden muss, wird entscheidend, wie lange das dauert.“ Weitere Unsicherheiten betreffen Batteriealterung, Reparaturfähigkeit, Garantien und die langfristige Ersatzteilversorgung – insbesondere bei Elektroautos, die nur kurz auf dem Markt waren.

Ein weiterer entscheidender Unterschied zeigt sich auch beim Laden: Gebrauchtwagenkäufer wohnen häufiger in Städten und können deutlich seltener zu Hause oder am Arbeitsplatz laden. Sie sind stärker auf öffentliche Infrastruktur angewiesen – und genau dort sieht Axel Sprenger den größten Handlungsbedarf. „Das Sorgenkind sind die Städte. Besser als Autos zu fördern, sollte die Politik die Rahmenbedingungen für Ladeinfrastruktur verbessern.“

Käufer gebrauchter E-Autos leben und laden in Städten

Förderprogramme für gebrauchte E-Autos bewertet Sprenger daher skeptisch: Sie könnten zwar helfen, seien aber nicht der entscheidende Hebel. Wichtiger seien passende Fahrzeuge, mehr Transparenz zu Batteriezustand und -haltbarkeit, gezielte Schulungen im Handel und Vertrauen durch belastbare Daten. Dass die Bundesregierung also beim neuen Förderprogramm die Gebrauchten ignoriert, ist verkraftbar.

Axel Sprenger findet: Der Hochlauf des Elektro-Gebrauchtwagenmarkts braucht Geduld – aber auch konkretes Handeln. „Es gibt viel mehr zu tun, als einfach nur zu warten.“ Schulungen für Händler sowie Aufklärung und Transparenz für die Kunden zum Beispiel.

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5 Kommentare

zu „Warum ticken Käufer von gebrauchten E-Autos anders?“
Stefan Mahlau
27.01.2026 um 23:17
Ich finde selbst in Großstädten ist das Halten von E-Autos überhaupt kein Problem mehr, auch das Laden nicht. Einmal in der Woche zum Ikea oder zum Baumarkt oder einfach nur zur Schnellladestation hingefahren und schon ist der Wagen für die nächste Woche wieder voll. Ganz ehrlich, für über 90% der Nutzerprofile reicht das vollkommen aus! Ich selbst wohne im Rhein-Main-Gebiet und fahre seit zwei Jahren elektrisch. In diesen zwei Jahren sind soooo viele neue Schnellladestation hier in meinem Umkreis dazugekommen ... das ist schon echt krass! Die Rückkehr zum Verbrenner ist für mich so weit weg wie die Erde vom Ende des Weltalls ... und das ist ja bekanntlich unendlich! :-)
FSM
28.01.2026 um 08:29
Unser Zweitwagen fährt elektrisch. Gebraucht gekauft und Reichweite 200km im Winter 280 im Sommer. Wir können zu Hause laden. Beim Einfahren in die Garage kurz überlegen ob man anstecken muss. 27ct die kWh - da fällt die Entscheidung leicht; bei unserem Profil nur Vorteile. Hätten wir keine Wallbox oder Lademöglichkeit im Umkreis von z.B. 200m, dann braucht man schon einiges an Idealismus... Oder zumindest deutlich größeren Akku und viel mehr DC Ladeleistung als unser Modell.
Simon 1
28.01.2026 um 10:13
Interessant, dass es Leute gibt die sich spontan ein Auto kaufen ohne sich auch nur im Ansatz damit zu beschäftigen. Ich bin vielleicht ein bisschen Verrückt, habe schon 1 Jahr vor Leasingende des alten angefangen den Gebrauchtmarkt zu sondieren. Insbesondere habe ich mir die Alterung der Batterie und potenziellen Reparaturkosten angeschaut. Meine Rechnung ist am Ende recht simpel, wenn die Karre 8 Jahre hält und danach 0 Restwert hat, war sie günstiger als das vorherige Leasing und ist dabei 2 Klassen höher angesiedelt. Der Gebrauchthändler von BMW hatte übrigens auch nur rudimentäre Kenntnisse, dass der Wagen da 4 Monate mit 100% Ladestand auf dem Hof stand hat mir nicht gefallen.
Energisch Joe
28.01.2026 um 17:52
Tja, das Teutsche Fachwissen am Automobilsektor, auch des Händlerpersonals! Ist etwas vom fossilen Lobbygift verseucht. Folgender Eindruck entsteht: Der "typische" Autoverkäufer bekommt mit dass sein Chef von der Fraktion Brumm-Brumm ist und so gar keine Freude mit den eAutos hat, er wird nur vom Autohersteller gezwungen diese anzubieten . Daher bekommt der arme Verkäufer auch keine seriöse Schulung bei der er das eAuto hinsichtlich Behandlung der Akkus versteht (Lagerung bei 50 % Ladestand, im Alltagsbetrieb pendeln zwischen 40 und 60 %, jedenfalls nur direkt vor einer Langstreckenfahrt auf 80 Prozent oder gar 100 Prozent laden). Am Ziel den leeren Akku mit langsamer Wechselstromladung wieder auf 50 % füllen. Der Verkäufer wird hingegen von Diesel-Dieter abends geschult weil offensichtlich praktisch jeder Stammtisch in Deutschland einen solchen hat (Der Akku hält nur zwei Jahre, im Winter geht die Reichweite auf etwa Null Kilometer, jede Reparatur ist um vielfaches teurer als beim Verbrenner, auch bei rein mechanischen Teilen, die Schnell-Lader funktionieren alle nicht, und ähnlicher Schmarren). Und bezüglich Simon 1: Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.....mit herzlichen Grüßen
sig
28.01.2026 um 10:18
SchuKo an jedem zweiten Parkplatz, mit zweitarifsignal netzdienklich. Wohl zu kompliziert in D....

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