E-Lkw-Entwickler Windrose siedelt sich im Hafen Antwerpen-Brügge an
In einer offiziellen Mitteilung schreibt der Hafenbetreiber Port of Antwerp-Bruges, dass Windrose Lkw-Bauteile von China per Schiff nach Antwerpen transportieren will, wo die Elektro-Trucks dann montiert werden. Die fertigen Fahrzeuge, die nach Angaben der Partner über alle erforderlichen europäischen Zertifizierungen verfügen, sollen anschließend in andere europäische Märkte exportiert werden.
Windrose ist dabei kein klassischer Hersteller. So verfügt das Unternehmen über keine eigene Produktion. Mit seinem Team entwirft und entwickelt Windrose Technology vielmehr die Fahrzeuge, hergestellt werden sie aber im Auftrag bei Volumenherstellern, genannt wurden vor zwei Jahren etwa Anhui Jianghuai Automobile und Higer Bus. In Belgien siedelt sich Windrose nun entlang der Noorderlaan des Hafens Antwerpen-Brügge an. Die Rede ist von einem Flagship-Standort namens „Windrose Park Antwerp“. Der Begriff „Park“ bezieht sich darauf, dass vor Ort nicht nur die Montage, sondern auch andere Abteilungen angesiedelt werden, in diesem Fall F&E und Aftersales.
Die Konzession folgt laut dem Hafenbetreiber „auf eine Markterkundung für zwei Parzellen mit insgesamt 9,5 Hektar auf dem Gelände Romeynsweel entlang der Noorderlaan in Antwerpen“. Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds sei das Interesse groß gewesen, wobei das Projekt von Windrose durch seinen wirtschaftlichen, logistischen und strategischen Mehrwert überzeugt habe. Windroses Ansiedlung schaffe „lokale Logistik- und Montageaktivitäten sowie zusätzlichen Containerverkehr aus Fernost“, heißt es weiter.
Die Windrose-Präsenz wird dabei durch ein Joint Venture mit dem Antwerpener Immobilienpartner Van Wellen Group aufgebaut. Potenziell könnten „langfristig rund 200 Vollzeitstellen“ entstehen. Wen Han, CEO von Windrose, kommentiert: “Wir freuen uns sehr, Antwerpen als Standort unseres ersten Flagship-Standorts auszuwählen. Damit beginnt unsere Mission, gemeinsam mit Partnern entlang der automobilen Lieferkette, in der autonomen Technologie, bei erneuerbaren Energien und in der industriellen Logistik die Elektrifizierung des Transports weltweit zu beschleunigen. Windrose Park Antwerp soll zu einem Referenzprojekt für künftige Standorte in China, Frankreich, den USA und weiteren Regionen unseres weltweiten Netzwerks auf fünf Kontinenten werden.”
Jacques Vandermeiren, CEO von Port of Antwerp-Bruges: “Mit Windrose gewinnen wir einen neuen, innovativen Akteur im Bereich nachhaltiger Mobilität für unseren Hafen. […] Dieses Projekt schafft nicht nur zusätzliche wirtschaftliche Aktivität und Arbeitsplätze, sondern stärkt auch unsere Rolle als logistisches Drehkreuz und als Standort für die Industrie der Zukunft.“”
Windrose kündigte bereits vor eineinhalb Jahren an, künftig auch in den USA und Europa lokal montieren zu wollen. Damals erwähnte Han auch bereits Belgien als präferierten Standort. Im Spätsommer 2025 kamen jedoch Gerüchte auf, der mit großen internationalen Ambitionen gestartete chinesische E-Lkw-Entwickler könnte zahlungsunfähig sein. Gegenüber electrive sagte Han jedoch kürzlich, Windrose erhalte „weitere Unterstützung“: So habe sein Unternehmen rund 100 Millionen US-Dollar an Eigenkapitalinvestitionen von einer Reihe strategischer Investoren, darunter Immobilienentwicklern, Telekommunikationsunternehmen und in New York ansässigen Energiefonds, akquiriert. Einer der genannten Investoren ist PRD, das laut Han auch ein geplantes Windrose-Werk in Frankreich unterstützt. Dieses soll in Onnaing im Norden des Landes nahe der belgischen Grenze entstehen.
In den USA wird Windrose parallel ein Werk in Arizona oder Kalifornien errichten, „abhängig von der Standortvoraussetzungen“, wie der CEO von Windrose präzisiert. Auch dieser Standort soll 2026 eröffnet werden. Aktuell werden die Elektro-Lkw im Auftrag in Suzho bei Shanghai produziert.
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