Kalifornien umreißt Kriterien für potenzielle E-Auto-Förderung

Kalifornien prüft neue Anreize für Käufer von Elektrofahrzeugen, um den Wegfall der bundesweiten US-Steuergutschrift abzumildern. Schon bekannt ist, dass der Bundesstaat dafür ein Budget von 200 Millionen Dollar reservieren könnte. Nun umreißt das California Air Resources Board einige angedachte Förderkriterien.

San francisco symbolbild california kalifornien unsplash andrea leopardi
Bild: Unsplash/Andrea Leopardi

Das Büro von Gouverneur Gavin Newsom machte Mitte Januar ein Haushaltsentwurf für 2026/27 publik, in der 200 Millionen Dollar (rund 171 Millionen Euro) für die Einrichtung eines neuen Förderprogramms für E-Fahrzeuge vorgesehen sind. Entschieden ist aber noch nichts: Der Etatentwurf geht nun in den üblichen Gremienlauf. Entsprechend vage war der Vorschlag zu Anfang auch. Nun skizziert aber das California Air Resources Board (CARB), welche Schwerpunkte das Programm setzen soll.

Demnach sieht die vom Gouverneur vorgeschlagene Regelung eine Herstellerbeteiligung vor. Wie beim früheren deutschen Umweltbonus sollen also Hersteller die Fördersumme des Staats verdoppeln. Während die Fördersummen an sich noch nicht genannt werden, ist bereits spruchreif, dass die Zuschüsse für neue und gebrauchte Elektrofahrzeuge gelten sollen, allerdings nur bis zu einem gedeckelten Listenpreis. Und vor allem: Gefördert werden nur Erstkäufer bzw. Erstleaser von Elektroautos. Sprich: Wer schon Elektroauto fährt und auf ein anderes umsteigen will, geht leer aus.

Warum das so ist? „Die Beschränkung der Förderfähigkeit auf Erstkäufer von Zero Emission Vehicles (ZEV) trägt zur Erweiterung des Marktes bei, indem neue Verbraucher mit der ZEV-Technologie vertraut gemacht werden“, erklärte ein CARB-Sprecher gegenüber dem Portal InsideEVs. „Untersuchungen zeigen, dass Verbraucher, die einmal auf ZEV umgestiegen sind, in der Regel nicht mehr zu umweltschädlichen Benzin- oder Dieselfahrzeugen zurückkehren.“ Neue Infos gibt es vom CARB zudem zum geplanten Förderprozess: So sollen die Anreize „sofort am Verkaufsort angeboten werden“. Verbraucher müssen die Zuschüsse also nicht vorlegen.

Zum Hintergrund: Das demokratisch regierte Kalifornien tut sich mit der unter Präsident Donald Trump angestoßenen Bundespolitik schwer. Der Sunshine State gab sich jahrelang strengere Emissionsvorschriften als von der nationalen Regierung vorgeschrieben und verbuchte dadurch eine der höchsten E-Auto-Anteile der USA. Doch der kalifornische Extra-Weg ist Trump ein Dorn im Auge. Im vergangenen Sommer hat seine Regierung das kalifornische Verbrenner-Aus für Neuwagen ab 2035 und auch Vorschriften zur Begrenzung der Emissionen bestimmter Autos und der Stickoxidemissionen von Lastwagen in Kalifornien blockiert.

Doch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bietet Paroli. Einerseits klagt sein Staat sowie zehn weitere US-amerikanische Bundesstaaten gegen die Trump-Beschlüsse, zum anderen liebäugelt Kalifornien nun also mit einer eigenen E-Auto-Förderung. Hintergrund ist, dass die Bundesförderung in Form einer Steuergutschrift in Höhe von 7.500 Dollar für neue Elektromodelle bzw. 4.000 Dollar für E-Gebrauchtmodelle im September 2025 von der Regierung eingestampft wurde. Daten des Bundesstaates und Branchenberichte machen deutlich, dass die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Kalifornien ebenso wie in den gesamten USA daraufhin zurückgegangen sind.

Klar ist: Die vorgeschlagene Förderung würde an das von 2010 bis 2023 gelaufene „Clean Vehicle Rebate Project” anknüpfen, das in Kalifornien mit rund 1,49 Milliarden Dollar zur Förderung von etwa 586.000 Fahrzeugkäufen beigetragen haben soll. Dass Newsom E-Auto-Käufe nun wieder bezuschussen will, kommt wenig überraschend: Schon kurz nach der Wahl von Donald Trump im Jahr 2024 kündigte er an, sich mit diesem Thema befassen zu wollen. Damals äußerte er zudem, dass er versuchen werde, Tesla aus dem Förderprogramm auszuschließen. Hintergrund dieser Aussage war das umstrittene politische Engagement von Tesla-CEO Elon Musik für die Trump-Administration.

Laut dem Portal InsideEVs wäre Kalifornien mit seinen E-Auto-Kaufprämien übrigens kein Einzelfall. Eine „Handvoll anderer Bundesstaaten, darunter Colorado, Massachusetts und Oregon, bieten aktuell weiterhin großzügige staatliche Anreize“, heißt es dort.

insideevs.com, trailerbill.dof.ca.gov (PDF)

0 Kommentare

zu „Kalifornien umreißt Kriterien für potenzielle E-Auto-Förderung“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert