Leipzig fördert Kauf von Elektro-Taxis

Die Stadt Leipzig startet ein Förderprogramm für die Anschaffung von vollelektrischen Taxis. Mit ähnlichen Initiativen wie "Zukunftstaxi" aus Hamburg kann sich das Leipziger Programm aber kaum messen: Es stehen nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung, die nur für wenige Anträge reichen.

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Symbolbild - E-Taxi von Toyota
Bild: Toyota

Konkret will das städtische Amt für Wirtschaftsförderung die Taxiunternehmen aus Leipzig beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge unterstützen. Im Rahmen des Mittelstandsförderprogramms soll dabei ein Zuschuss von bis zu 2.500 Euro pro Fahrzeug fließen. Dabei kann jedes Taxiunternehmen nur die Förderung für ein einziges Elektro-Taxi beantragen.

Was zunächst gut klingt, dürfte in seiner Wirkung aber sehr eingeschränkt sein: Denn für die neue E-Taxi-Förderung sind in diesem Jahr nur bis zu 25.000 Euro vorgesehen. Bedeutet: Über das Programm werden nur sehr wenige E-Taxis gefördert – und zwar maximal zwölf Stück. Denn wie es in den Förderbedingungen heißt: Die Basisförderung beträgt 2.000 Euro. Ein Bonus von 500 Euro wird gewährt, wenn das E-Taxi bei einem Autohaus in der Stadt Leipzig gekauft wird.

Budget nur für zehn bis zwölf E-Taxis

Wenn alle geförderten E-Taxis in Leipzig gekauft werden, reicht das Budget somit gerade mal für zehn Fahrzeuge. Sollten alle Fahrzeuge außerhalb Leipzigs gekauft werden, so könnten zwölf Einheiten gefördert werden. Nicht viel für eine Stadt, die einst geplant hatte, ab 2025 nur noch E-Autos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellen-Autos als Taxis zuzulassen, im Oktober 2021 aber einen Rückzieher machte.

„Uns ist bewusst, dass die Stadt die Umstellung von mehr als 500 Taxis auf alternative Antriebe nicht finanzieren kann. Aber wir können und wollen eine Debatte anstoßen: Ist elektrisches Fahren – auch im Taxigewerbe – nicht langfristig die wirtschaftlichere Lösung? Es ist leiser, komfortabler und schont die Luft in Leipzig. All das wissen wir bereits. Und genau deshalb wird Elektromobilität im Taxiverkehr weltweit zunehmend zum Standard – ob in Oslo, Amsterdam oder in London. Als internationaler Messestandort wollen auch wir unsere Gäste zeitgemäß begrüßen. Elektromobilität ist die Zukunft – auch im Taxigewerbe. Und diese Zukunft kann jetzt beginnen“, sagt Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig.

Laut „Leipziger Volkszeitung“ waren im Oktober 2025 gerade einmal sieben von 530 Taxis in Leipzig elektrisch unterwegs. Thomas Voigt, Vorstand des Landesverbandes sächsischer Taxi- und Mietwagenunternehmen und zugleich Geschäftsführer von Leipzigs ältester und größter Funktaxenzentrale „4884″, begründete den niedrigen Wert damals mit um 20 bis 25 Prozent höheren Anschaffungskosten von E-Autos gegenüber Verbrennern und zudem mit der niedrigen Reichweite. Die Idee des Leipziger Stadtrats, an den Taxihalteplätzen mehr AC-Ladestationen aufstellen zu wollen, kritisierte Voigt damit, dass diese zu langsam seien und nur Schnelllader etwas bringen würden: „Kein Taxi-Fahrer kann sich für 50 Kilometer eine Stunde an die Ladestation stellen.“

Förderungen auch in Hamburg, Berlin, BaWü und Hessen

Andere Städte und auch Bundesländer treiben die Elektrifizierung des Taxigewerbes deutlich schneller voran. Eines der Vorzeigeprojekte ist Zukunftstaxi in Hamburg: Dort fahren bereits mehr als 700 Taxen mit vollelektrischem Antrieb, damit ist jedes vierte Taxi lokal emissionsfrei unterwegs. Bereits seit Januar 2025 müssen alle in Hamburg neu zugelassenen Taxis emissionsfrei unterwegs sein. Allein im vergangenen Jahr wurde die Anschaffung von 100 herkömmlichen Taxis, 30 Großraumtaxis sowie bis zu 10 Inklusionstaxis (für den Transport von Rollstühlen) gefördert, mit Beträgen von bis zu 5.000 Euro für herkömmliche Taxis bis hin zu 20.000 Euro für Inklusionstaxis. Außerdem werden in Hamburg exklusive Schnelllader für Taxis errichtet.

Vergangenen September hatte zudem das Bundesland Hessen ein Förderprogramm für E-Taxis aufgelegt. Für Neuwagen winken Zuschüsse von 5.000 Euro, für Gebrauchtfahrzeuge (Erstzulassung ab 2024) noch 2.500 Euro. Ergänzend gewährt die Landesregierung 2.500 Euro pro Schnelllader (ab 50 kW aufwärts) sowie 500 Euro für „Normallader“ mit einer Ladeleistung zwischen 11 und 49 kW. Schon länger gibt es zudem auch E-Taxi-Förderprogramme in Berlin und in Baden-Württemberg.

leipzig.de

1 Kommentar

zu „Leipzig fördert Kauf von Elektro-Taxis“
Volker Jaschke
03.02.2026 um 15:38
Es würde IMHO schon reichen das Verbot des Motorbetriebs während der Standzeiten konsequent zu ahnden. Ich halte es für eher schädlich, solche Föderprogramme aufzulegen, denn es suggeriert, dass es sonst nicht wirtschaftlich ist. Wenn das Geld alle ist,fühlen sich potentielle Umsteiger zudem benachteiligt. Hamburg hat es wenigstens mit einem Zulassungsverbot kombiniert, dass seit Januar 2025 in Kraft ist.

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