Rom bittet E-Auto-Fahrer ab Juli zur Kasse

Ab dem 1. Juli 2026 endet in Rom eine Ära für E-Auto-Fahrer: Die bisher kostenlose und fast uneingeschränkte Zufahrt zur verkehrsberuhigten Zone (ZTL – Zona a Traffico Limitato) des historischen Zentrums wird gebührenpflichtig. Die Stadt reagiert damit auf die deutliche Zunahme von E-Autos in den vergangenen Jahren, die das Zentrum nun angeblich überlasten.

Rom italien strasse
Archivbild
Bild: joepitu/Pixabay

Um weiter in die ZTL von Rom einfahren zu dürfen, benötigen E-Auto-Fahrer künftig eine kostenpflichtige Genehmigung. Diese soll rund die Hälfte von der Genehmigung für ein Auto mit Verbrennungsmotor kosten, nämlich 1.000 Euro statt ansonsten 2.016 Euro pro Jahr. In Ausnahmefällen ist ein Sonderpreis von 500 Euro möglich.

Dass nun auch E-Auto-Fahrer zur Kasse gebeten werden sollen, zugleich aber nur die Hälfte wie Fahrer eines Benziners oder Diesel-Autos zahlen sollen, erläutert Eugenio Patanè, Mobilitätsbeauftragter der Stadtregierung, so: „Ein Handwerker mit einem Benzinauto verschmutzt und verursacht Stau, deshalb zahlt er 2.000 Euro im Jahr. Das Elektroauto verschmutzt nicht, verursacht aber Stau, also zahlt es genau die Hälfte: tausend Euro. Das ist eine proportionale und sorgfältige Maßnahme.“

Anders als in anderen Städten wie z.B. Mailand ist die Einfahrtsberechtigung für die ZTL normalerweise nur für ein ganzes Jahr erhältlich, nicht aber tageweise oder gar stundenweise. Das hat den Hintergrund, dass die Stadtverwaltung von Rom den Individualverkehr im Zentrum massiv einschränken will – und als Begründung dafür den Status als Unesco-Weltkulturerbe heranzieht, den die Stadt ansonsten verlieren könnte.

Jedoch fahren noch immer täglich um die 50.000 Autos in die ZTL ein, obwohl es laut Stadtregierung eigentlich nur 20.000 Fahrzeuge täglich verkraften kann. Die neuen Gebühren für E-Auto-Fahrer sind nur eine von verschiedenen Maßnahmen, mit denen die Stadtregierung die Anzahl senken will. Zuletzt gab es schon eine Kampagne gegen den Missbrauch von Behindertenausweisen, die ebenfalls zur Einfahrt in die ZTL berechtigen. Dabei zog die Stadt Rom rund 20.000 Behindertenausweise ein, deren Inhaber bereits verstorben waren, deren Genehmigungen aber für die Einfahrt in die ZTL genutzt worden waren.

Die neue Gebühr für E-Auto-Fahrer richtet sich somit wohl weniger gegen die Antriebsart selbst, als dass sie eine weitere Maßnahme darstellt, dass Unesco-Weltkulturerbe zu schützen. E-Autos innerhalb der ZTL werden somit künftig keine Selbstverständlichkeit sein, sondern zu Luxusgütern werden. Denn die deutliche Zunahme an E-Autos in der ZTL habe zuvor zu einem „Rebound-Effekt“ geführt: Weil es kostenlos war, fuhren zu viele rein.

agenzianova.com, ilmessaggero.it

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3 Kommentare

zu „Rom bittet E-Auto-Fahrer ab Juli zur Kasse“
Mattis
03.03.2026 um 07:55
Bei aller Liebe zum E-Auto sollte man nie vergessen, dass weniger Autos die Lösung sein sollte.
Micha
03.03.2026 um 08:35
Völlig richtige und nachvollziebahre Maßnahme. In der Innenstadt sollten Autos eh nur in Ausnahmefällen etwas zu suchen haben, sprich vor allem Gewerbe und für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Markus
03.03.2026 um 11:41
Vollkommen richtige Entscheidung. Auch hier sollten wir uns mal wieder etwas abschauen, anstatt alles weiter zu versiegeln und mit Autos vollzustellen. Weniger Verkehr = Mehr Lebensqualität. Gleichzeitig zweifle ich jedoch an, ob man hierzulande entsprechend den öffentlichen Nahverkehr entsprechend mitdenkt.

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