Video - 16:33 minAutomobil

Einstiger Autoliebhaber „tätowiert“ seinen Tesla

Martin oetting tesla
Bild: Jörn Paessler

Filmemacher Martin Oetting hat seine „Auto | Biografie“ veröffentlicht und setzt sich in diesem Kurzfilm mit seiner Sozialisierung im Schatten des VW-Werks, seiner Autoliebe, seinen zunehmend stärkeren Zweifeln am Wirtschaftssystem und seiner Enttäuschung über Elon Musk auseinander. Und zwar, indem er seinen Tesla mit all seinen Erfahrungen und Erkenntnissen „tätowiert“.

In dem gut 16-minütigen Film lernen wir Martin Oetting kennen. Wir folgen ihm mit dem Zeichenstift in seinem Werdegang und durch seine Gedankenwelt. Dabei verewigt er sich auf seinen Tesla, dessen Markenembleme er gleich zu Beginn des Kurzfilms entfernt.

„Viele Menschen haben Teslas gekauft, weil sie dachten, damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten zu können“, schreibt Oetting zu seinem Werk. „Die Erkenntnis, dass das Gegenteil der Fall war – dass es nur darum ging, die Träume eines Verrückten zu finanzieren, der diesen Planeten zerstören will, um zu einem anderen reisen zu können –, war für viele von uns ein Schock. Besonders für mich. Denn Tesla kam zu einem kritischen Zeitpunkt in meinem Leben und schien die Antwort zu sein, auf die ich gewartet hatte.“

Oetting war eigenen Angaben zufolge fast von Geburt an Autoliebhaber und wuchs damit auf, sich von morgens bis nachts mit Autos zu beschäftigen. „Als mir aber irgendwann klar wurde, wie zerstörerisch die Autoindustrie mit unserer Erde – unserem Lebensraum – umgeht, dachte ich zunächst, die amerikanischen Elektroautos seien die Lösung.“ Was folgte, war eine große Enttäuschung, die Oetting auf höchst kreative Weise verarbeitet.

Er selbst schreibt dazu: „Ich habe 2025 lange darüber nachgedacht, was ich mit meinem Tesla machen kann, um mit meinem Irrtum und dieser Enttäuschung umzugehen. Nach vielen Diskussionen und nach vielem Nachdenken wurde mir klar, dass ich meine eigene Auto-Geschichte – also meine „Auto-Biografie“ – AUF das Auto zeichnen muss. Inklusive meiner politischen Erkenntnis, dass wir in ganz grundsätzlicher Weise nicht so mit der Welt weitermachen können, wie wir das bisher getan haben.“

Oetting verbindet mit dem Launch seines Films die Hoffnung, dass diese Geschichte andere anregt, „sich ebenfalls mit ihren Grundannahmen zu unserer Welt zu beschäftigen – und dazu, wie wir uns hier als Menschen benehmen“. Oetting ist u.a. Mitgründer und Vorstand des Vereins GermanZero und Initiator der neuen Organisation System Delta, die sich Gedanken um ein neues und zukunftsfähiges Wirtschaftssystem macht.

Den Film „Auto | Biografie“ gibt es in deutscher und englischer Sprache – in den Einstellungen kann man die Sprache umstellen.

Schlagwörter

12 Kommentare

zu „Einstiger Autoliebhaber „tätowiert“ seinen Tesla“
Jörg
11.03.2026 um 06:40
Guter Zeitpunkt, um mit allgemeiner Empörung über Elon Musk und dessen Teslas Aufmerksamkeit abzufassen. Natürlich retten Elektroautos die Welt nicht allein, aber eine Verbesserung gegen über dem Verbrenner sind sie allemal - ich weiß nicht worin die große Enttäuschung liegt, die die Psyche so stark belastet, dass man sein Auto bemalen muss. Konsumkritik sehr gern, da können wir aber schon ganz woanders anfangen und müssen nicht erst auf Tesla zeigen....
Frank H
11.03.2026 um 12:52
Obwohl BWL studiert erkannte Herr Oetting nicht, das Individualverkehr mit 2 to. für 75Kg Nutzlast, immer ein Irrweg sein muss, egal welches Antriebs- Konzept zum tragen kommt . Das nenne ich Naiv. ÖPNV, zu Fuß oder Fahrrad, da wo es passt hätte mehr Sinn gemacht und da hätte Herr Oetting, in Berlin wohnend, seinen Anteil am Weltschmerz abbauen können. Ungeachtet dessen sind seine Überlegungen nicht falsch, nur sein Handeln darauf hin. Ich fahre seit mehr als 6 Jahren auch einen Tesla. Habe für mich niemals den Anspruch erhoben das Klima, die Welt usw. retten zu wollen. Es ist eine rein wirtschaftliche Entscheidung gewesen. Staatliche Zuschüsse, 10 Jahre Steuerfrei, THG-Quote und mit eigener PV-Anlage unter 1€/100Km. Und wie gut ein Gebrauchsgegenstand funktioniert und geeignet ist, hängt definitiv nicht von der Gesinnung eines CEO ab. Ich habe nicht BWL studiert sondern einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang belegt.
Peter Wulf
27.04.2026 um 11:53
Ich inzwischen 80 Jahre habe seit 2012 krampfhaft nach einem E Auto gesucht. Bei der Emobilitätsausstellung 2012 im alten Flughafen Berlin Tempelhof gab es nur Tesla und wenige E Autos die Reichweite über 70km hatten. Alle haben auf Eautos mit grosser Reichweite gewartet . 2015 habe ich zufällig eine 10min Probefahrt mit Tesla S in Oranienburg daraufhin alle Emobilitätsvetanstaltungen besucht . Mit 70 mir TeslaS70D Juni 2016 mit kostenlosem.Laden AP 1 etc gebraucht gekauft. Seitdem 106Tkm durch Benelux Frankreich Österreich Italien Südengland ohne Problem oft auch kostenloses Laden in Hotels. Unsere PV mit 4,3kwh erzeugt max ca 25kwh/Tag . Im europäischen Ausland verbraucht Tesla S70D ca 18,3kwh / 100km dank Höchstgeschwindigkeit und sonstigen Entschleunigungen
Bernd v. Kramm
17.04.2026 um 11:21
BWL ist i.d.R. auch bisschen zu wenig. Studieren sie Ökonomie (WiWi) und befassen sich umfassend mit den ökonomischen Theorien - Klassik, Neoklassik, Montetarismus, Marxismus, Keynesianismus, Institutionenökonomik, Österreichische Schule und mit "Libertären Ideen". Dann werden Sie am Ende beginnen zu verstehen.
Der Gärtner
11.03.2026 um 07:14
Wo kann man sich den Film ansehen? "Auto | Biografie Martin Oetting" in einer Suchmaschinen bringt nichts Sinnvolles.
Dee
11.03.2026 um 11:47
Guckst du hier: https://www.youtube.com/@MartinOetting
Florian Treiß
11.03.2026 um 09:46
Wir haben das Video direkt oben im Beitrag eingebunden.
Erri Alset
11.03.2026 um 07:24
„Die Erkenntnis, dass das Gegenteil der Fall war – dass es nur darum ging, die Träume eines Verrückten zu finanzieren, der diesen Planeten zerstören will, um zu einem anderen reisen zu können –, war für viele von uns ein Schock"WAS FÜR EIN UNFUG!
Horst
11.03.2026 um 10:17
Ist schwer sich einzugestehen, dass man sich in Musk komplett getäuscht hat. Ging mir auch so. Ist aber die Wahrheit - so tickt dieser Mensch. Wird Dir auch noch klar werden.
erFahrer
11.03.2026 um 08:12
Vielen Dank - diese "gesellschaftliche" Selbstreflektion zu teilen - Das Dach wäre noch frei gewesen um die Wiederverwendung (Batterien, viele andere Materialien) zu zeigen. Das eben Milliarden Verbraucher auch Milliarden Gebraucher sein können und ihre Lebensgrundlagen EIGENSTÄNDIG pflegen.
Patrick S.
11.03.2026 um 10:02
Sehr gut gemacht und regt zum Nachdenken an.
Andree
13.04.2026 um 08:16
Danke für dieses Video und den Mut dies zu veröffentlichen. Es wird immer Pro und Kontra geben aber wenn wir alle einen Schritt zurückgehen, können wir alle weiterkommen. Ich fahre selbst seit 2023 ein Tesla M3 weil auch ich von VW und Audi enttäuscht wurde und ich ein Fahrzeug wollte, dass nicht von der Tankstelle abhängig ist. Auch wenn Elon nicht zu meinen Freunden gehört schätze ich den Tesla sehr und fahre ihn hoffentlich noch viele Jahre.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert