Donut Lab veröffentlicht weiteren Schnelllade-Test – in einem Verge-Motorrad

Das finnische Technologie-Unternehmen Donut Lab hat die Ergebnisse einer speziellen Prüfung im Schnellladen veröffentlicht. In der vierten Testreihe rund um die umstrittene Feststoffbatterie geht es aber nicht mehr um Labortests einzelner Zellen, sondern den Test eines ganzen Batteriepacks in einem Elektromotorrad von Verge.

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Bild: Donut Lab

Im Rahmen der „I Donut Believe“-Kampagne, mit der Donut Lab die Leistungsfähigkeit seiner im Januar 2026 vorgestellten Feststoffbatterie belegen will, haben die Finnen bisher drei Labortests in Zusammenarbeit mit dem Technologie-Institut VTT durchgeführt. Die Veröffentlichungen zu Schnelllade-Tests auf Zellebene, dem Verhalten bei Hitze und der Ladungserhaltung haben in der Fachwelt für reichlich Aufsehen gesorgt und viele Batterieforscher eher in ihrer skeptischen Haltung gestärkt – da bisher nur speziell von Donut beauftragte Tests durchgeführt wurden, aber keine unabhängige Prüfung der Zellen bis hin zur Zellchemie. Diese bleibt weiterhin unklar, dafür hat Donut Lab jetzt das Labor verlassen und einen Schnelllade-Test mit einem kompletten Batteriepack in einem Fahrzeug durchgeführt.

„Der Einsatz von Donut Labs Feststoffbatterietechnologie in einem Serienfahrzeug wird ein historischer Durchbruch sein, der die gesamte Automobilindustrie revolutionieren wird“, teilt Donut selbstbewusst mit. „Jetzt demonstriert das Unternehmen erstmals öffentlich die Funktionalität der Batterie in einem Fahrzeug auf der Ebene des Batteriepacks.“ Bei dem Fahrzeug handelt es sich um eine Verge TS Pro mit einer luftgekühlten Batterie – also jenes Modell, für das der Einsatz der Feststoffbatterie im Januar angekündigt wurde. Kleiner Reminder: Damals war von einer Reichweite von 350 Kilometern die Rede und es soll in zehn Minuten Strom für 300 Kilometer nachgeladen werden können. Dabei handelt es sich um ein 20,2 kWh großes Pack. Mit einer optionalen „Extended Range“-Batterie mit 33,3 kWh Energiegehalt sollen sogar 595 Kilometer möglich sein.

Das Testmotorrad war zwar noch eine Verge TS Pro der vorigen Generation, das aber mit einer Batterie des neuen Modelljahres ausgestattet ist. Als Nennkapazität gibt Donut Lab 18 Kilowattstunden an, was zu den 20,2 kWh Brutto-Energiegehalt passt. Für den Test wurde das E-Motorrad an einer öffentlichen Ladestation geladen, es handelt sich dabei um einen Alpitronic Hypercharger des Betreibers Circle K.

Zu Beginn des Ladetests hatte das Batteriepack eine Temperatur von 20 Grad Celsius. Der Ladevorgang selbst begann mit über 100 kW Leistung, was bei etwa 20 kWh einer Laderate von 5C entspricht. Dieses Niveau konnte fünf Minuten lang gehalten werden, in dieser Zeit wurde die Batterie von zehn auf 50 Prozent geladen. Nach etwas mehr als neun Minuten waren 70 Prozent Ladestand, die typischen 80 Prozent nach zwölf Minuten erreicht. „Obwohl die Ergebnisse der Prüfung im Schnellladen bereits hervorragend sind und die Batterie dreimal schneller lädt als die vorherige Batterie von Verge, werden die Ergebnisse nach der Optimierung durch Verge noch besser sein“, gibt Donut an.

Aber: Um bei einer Batterie mit 350 Kilometern Reichweite Strom für 300 Kilometer nachzuladen, müsste der Ladestand rechnerisch um knapp 86 Prozent erhöht werden – also von zehn auf 96 Prozent. Das hatte Donut Lab im Januar mit einer Dauer von unter zehn Minuten angekündigt, jetzt dauert der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent schon zwölf Minuten – wohlgemerkt ohne die erwähnte Optimierung des Batteriemanagements. Zudem ist unklar, welche Rolle die Luftkühlung der Batterie im Stand während des Ladevorgangs spielt. Der zweite Labortest hat aber nahe gelegt, dass die Batterie auch bei hohen Temperaturen noch schnell geladen werden kann – auch wenn die Ergebnisse damals von Batterieforschern etwas anders interpretiert wurden als von Donut selbst.

„Dies ist die erste Prüfung, die wir einem breiteren Publikum präsentieren und welche die Leistung und das Verhalten mehrerer Batteriezellen in einer echten Fahrzeugumgebung demonstriert“, so Ville Piippo, CTO bei Donut Lab. „Die hohe Energiedichte unserer Batterietechnologie ermöglicht ein flexibles Batteriepack-Design und überlegene Leistung selbst in anspruchsvollen Anwendungen wie Motorrädern, wo der Platz begrenzt und die Einfachheit des Systems entscheidend ist. Wir können Fahrzeugherstellern Packs mit unterschiedlichen Energiekapazitäten bei gleicher physischer Größe anbieten, wobei selbst die kleinsten Packs sehr hohe Kapazitäten bieten.“

„Unser Ziel ist es, Verge-Nutzern die bestmögliche Nutzererfahrung zu bieten. Die Vorteile der Batterietechnologie von Donut Lab, wie beispielsweise das ultraschnelle Laden, ergänzen dieses Ziel perfekt“, ergänzt Tuomo Lehtimäki, CEO von Verge Motorcycles. „Das weltweit am schnellsten ladende Elektro-Motorrad, das Verge TS Pro, ist ebenfalls luftgekühlt. „Das in diesem Test verwendete Batteriepack ist unser Standardmodell. Es ist jedoch auch eine Version mit erweiterter Reichweite erhältlich, die über etwa zwei Drittel mehr Energiekapazität verfügt.“

Quelle: Info per E-Mail, youtube.com

8 Kommentare

zu „Donut Lab veröffentlicht weiteren Schnelllade-Test – in einem Verge-Motorrad“
Lanzu
17.03.2026 um 11:33
Die Verluste wirken vergleichsweise hoch. Vergleiche ich das mit anderen Fahrzeugen mit passiver Kühlung, dann sind die Verluste dort bei ca. 4%. Bei Verge sind den Angaben nach die Verluste bei ca. 8%. (Es werden 71% eines 18 kWh-Akkus geladen). Das war auch schon bei den Schnellladetest im Labor auffällig, dass die Verluste hoch sind.Da wäre schon interessant ob die Kühlleistung ausreicht, wenn mehrmals schnell geladen wird oder ob das Rapidgate schnell zuschlägt.Immerhin sprechen die hohen Verluste dafür, dass hier tatsächlich keine Standardzelle eingebaut wurde, da diese andere Eigenschaften aufweisen.
Micha
17.03.2026 um 15:28
Nach allen bisherigen Informationen und Experteneinschätzungen kann man also mit einiger Sicherheit festhalten: Es handelt sich um eine stinknormale, maximal durchschnittliche Lithium-Ionen-Zelle, die man einfach mit viel Leistung lädt und die dementsprechend sehr schnell kaputt gehen wird. Thema vorerst abgehakt, mich interessiert BYDs neue Blade-Batterie aktuell mehr.
Tuxcad
18.03.2026 um 08:35
Wenn es eine Akkutechnik gibt, die in 10min auch nur 250km nachladen stabil bei einem Motorrad ermöglicht (und bezahlbar ist), dann wäre dies schon ein Durchbruch für die Motorrad-Welt. Die bisherigen E-Motorräder laden schlicht zu langsam wenn man in einer Truppe mit einigen weiteren (Benzin betriebenen) Bikern unterwegs ist. Von daher finde ich diese Entwicklung gut und sie macht Hoffnung.
Tut nichts zur Sache
18.03.2026 um 11:44
Definiere Motorrad. Ich fahre selbst eine GSXR-1100 und eine ZX-10R. Letztere haut 157kW raus, bei keinen 200kg Fahrzeuggewicht, vollgetankt. Der Akku hielte da ganze 412s und wäre dann nach 35,25km leer.Zielgruppe Sportmotorrad ist das Ding definitiv nicht.
Macht auch nichts
25.03.2026 um 09:26
Oh, das ist gut. Die Bezeichnung Motorrad beinhaltet alles was als "üblicherweise einspuriges Kraftfahrzeug mit zwei Rädern und einem oder zwei Sitzplätzen" durchgeht.Heißt also auch bis 50cm³.Und wo ich immer gerne mitlache ist: Manche bezeichnen ihre 1000er auch gerne als "mein Moped".
Egon Kohler
19.03.2026 um 14:55
Du definierst also "Sportmotorrad" dadurch, dass es mehr als 7 Minuten mit 320km/h auf der leeren Autobahn geradeaus fahren kann - ok, aber definitiv Nische. Auf einer (sportlich gefahrenen) Pässe-Tour sind 200km mit 20kWh realistisch, danach hab' ich gerne eine kurze Pause von vllt 10Min. Ich denke das passt für viele Biker, ausser dem Autobahn-Vmax-Fahrer.
Dirk
18.03.2026 um 11:19
Ich finde es weiterhin auffällig, dass ein grosser Durchbruch angekündigt wird, aber das nicht mit entsprechenden Tests wasserdicht belegt wird. Das wär doch das Wichtigste, wenn man damit den Markt erobern und revolutionieren will, dass ich die potentiellen Kunden überzeuge. Sind das Versäumnisse unprofessioneller Manager und technologie-begeisterter Entwickler?Umgekehrt: wenn da nichts dran ist, warum dann der ganze Zinnober? Das würde doch recht bald auffliegen. Geht es als um Investitionsbetrug, um Lorbeeren, die Befriedigung psychischer Anomalien?
Peter F.
18.03.2026 um 15:11
Ich tippe eher darauf, dass man primär den Markennamen pushen möchte. Und das hat schon jetzt extrem gut geklappt. Wohl kein anderer Hersteller dieser Größe hat einen solchen Bekanntheitsgrad und so viele Presseberichte bekommen wie diese Firma. Es wird dann irgendwann ein durchschnittliches Produkt erscheinen, das aber aufgrund der Bekanntheit bessere Chancen hat, als Vergleichsprodukte.

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