Porsche feilt an Alles-in-einem-Antrieb

Porsche hat ein Patent offengelegt, bei dem die bisherigen Grenzen zwischen Elektroauto, Hybrid und Verbrenner verschwimmen. Es handelt sich vielmehr um einen flexiblen Antrieb, bei dem der Fahrer zwischen vier unterschiedlichen Modi auswählen kann.

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Bild: Porsche

Porsche hat beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) bereits im Dezember 2024 ein Patent für ein Antriebskonzept, das eine Verbrennungskraftmaschine beschreibt, die in einem Hybridfahrzeug für deutlich mehr Variabilität sorgen soll. schützen lassen, das die Antriebswelt in drei Modi vereint. Diesen Monat hat Porsche nun zu dem Patent mit dem Aktenzeichen 10 2024 135 567.0 eine Offenlegungsschrift veröffentlicht, die einen großen Einblick in das neuartige Antriebskonzept gewährt.

Das Herzstück des Patents ist die Anpassungsfähigkeit des Antriebs an vier verschiedene Betriebsszenarien:

  • Vollelektrischer Betrieb: Der Verbrennungsmotor ist mechanisch entkoppelt, das Fahrzeug fährt rein Batterie-elektrisch.
  • Hybrid-Modus: Der Verbrennungsmotor treibt das Fahrwerk direkt an und wird von der E-Maschine unterstützt – klassische Performance-Hybrid-Logik.
  • Range-Extender-Modus: Der Verbrenner läuft, um über einen Generator elektrische Energie für den Antrieb und den Akku bereitzustellen.
  • Verbrenner-Modus: Hierbei arbeitet das Fahrzeug entsprechend als reiner Verbrenner, der elektrische Antrieb wird nicht genutzt.

Technologisch interessant ist dabei insbesondere der Range-Extender-Betrieb, bei dem nur ein Teil der Zylinder des Verbrennungsmotors genutzt wird. Der Clou dabei: Die Zylinder des aktiven Teils sind konstruktiv modifiziert, etwa durch reibungsärmere Beschichtungen oder spezielle Kolbendesigns, um während des Betriebs – oder während der inaktive Teil „mitläuft“ – Energieverluste auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Erfindung setzt dabei laut der Skizze auf einen V8-Motor, der zwei Zylinderbänke mit je vier Zylindern enthält. Im Range-Extender-Modus dürfte somit vermutlich eine der beiden Zylinderbänke deaktiviert werden, so dass der Range-Extender energiesparend nur mit vier Zylindern läuft. Im Verbrenner-Modus stünde dagegen die volle Kraft des V8-Motors zur Verfügung. Aktuell setzt Porsche V8-Motoren in den besonders sportlichen Versionen seiner Modelle Cayenne und Panamera ein.

Ob und wie Porsche diese Erfindung in der Praxis umsetzen will, das verrät die Offenlegungsschrift nicht. Denn das Patent beschreibt nur die Erfindung selbst, nicht aber die technische Realisation bis ins kleinste Detail. Es kann zudem durchaus auch sein, dass Porsche dieses Antriebssystem nie auf den Markt bringt – das bleibt letztlich abzuwarten.

Das bereits im Dezember 2024 beantragte Patent zeigt in jedem Fall, dass Porsche sich bei den Antriebsarten alle Türen offen halten will. Bereits im Juli 2024 hatte der Sportwagenhersteller sein ursprüngliches Ziel, dass im Jahr 2030 mehr als 80 Prozent der ausgelieferten Autos vollelektrisch sein sollen, angepasst: „Unsere Produktstrategie ist so ausgerichtet, dass wir in 2030 mehr als 80 Prozent unserer Neufahrzeuge ausliefern könnten“, hieß es damals abschwächend. Sprich: Man könnte liefern, wenn der Kunde denn will. In der Zwischenzeit hat Porsche sogar eine neue SUV-Baureihe „M1“ als Verbrenner und Plug-in-Hybrid angekündigt, die ab 2028 in Leipzig gebaut werden soll und eine Antwort auf die verhaltene Nachfrage nach E-Autos in manchen Märkten wie den USA sein soll.

dpma.de (Patent als PDF), auto-motor-und-sport.de

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