DSV setzt E-Lkw auch für Nachttransporte über den Brenner ein
Der rein elektrische Lkw wurde bereits im Sommer 2025 am Standort Neufahrn in Betrieb genommen und ab September 2025 testweise für nächtliche Stückguttransporte auf der Brennerroute über Tirol nach Südtirol eingesetzt. Nach dem Abschluss der Pilotphase geht die Rundlaufstrecke Neufahrn–Sterzing nun in den täglichen Regelbetrieb über und ist laut DSV fester Bestandteil des Netzwerks für den alpinen Güterverkehr.
Bei dem eingesetzten Modell handelt es sich um einen eActros 600 in der ProCabin-Ausführung von Daimler Truck. Der E-Lkw wird mit einer Nutzlast von rund 22 Tonnen als Wechselbrückenfahrzeug im Stückgutverkehr eingesetzt.
Die 490 Kilometer lange Rundlaufstrecke kann der Truck laut DSV ohne Zwischenladen zurücklegen. Möglich machen dies die in dieser Variante verbauten drei Batteriepakete mit einer Gesamtkapazität von 621 kWh, die eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglichen sollen. „Durch die topografischen Bedingungen auf der Brennerroute kann der E-Lkw auf den Gefällstrecken Energie über Rekuperation zurückgewinnen und so seine Effizienz auf der Gesamtstrecke steigern“, erklärt DSV.
Geladen wird der eActros 600 am Standort Neufahrn. Dort steht eine High-Power-Charging-Station zur Verfügung, die auch von einer Photovoltaikanlage mit 835 kWp auf dem Hallendach versorgt wird. Ein Batteriespeicher mit mehr als 800 kWh Kapazität speichert die tagsüber erzeugte Energie und stellt nachts die Ladeleistung bereit, heißt es.
Die Besonderheit der Rundlaufstrecke liegt jedoch in einem anderen Detail: Auf der Inntalautobahn A12 in Tirol gilt ein Nachtfahrverbot für Diesel-Lkw über 7,5 Tonnen. Zusätzlich erschweren Blockabfertigungen und einspurige Verkehrsführungen den Verkehrsfluss, etwa im Zuge der bis 2030 laufenden Sanierungsarbeiten an der Luegbrücke. Dank der Ausnahme für E-Lkw vom Nachtfahrverbot auf der A12 kann DSV nach eigenen Angaben den Güterverkehr auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas ohne nächtliche Unterbrechung aufrechterhalten.
Ralf Többe, Senior Vice President Road DACH, betont: „Gerade vor dem Hintergrund anspruchsvoller Rahmenbedingungen arbeiten wir kontinuierlich an stabilen und zukunftsfähigen Lösungen. Die Tradelane Deutschland–Italien ist eine zentrale Achse im europäischen DSV-Netzwerk. Deshalb investieren wir gezielt in Technologien und Prozesse, die diese Verbindung langfristig stärken und verlässliche Kapazitäten gewährleisten.“





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