
Basis-Model-Y im Test: Wo Tesla seinen Bestseller überall abgespeckt hat
Um satte 59,6 Prozent sind die Neuzulassungen von Tesla im ersten Quartal in der EU gestiegen – im März alleine waren es laut dem europäischen Branchenverband ACEA sogar 101,9 Prozent mehr. Solche Wachstumsraten haben bei Tesla eigentlich der Vergangenheit angehört. Einerseits, weil sich das Unternehmen über die Jahre vom Nischen-Hersteller in den Mainstream vorgearbeitet hat. Andererseits, weil lange Zeit keine echten Modellneuheiten kamen und die in die Jahre gekommene Modellpalette im Konkurrenz-Vergleich viele Kunden nicht mehr so sehr überzeugen konnte. Und weil das Facelift des Bestsellers Model Y zwar viele Änderungen bei der Optik und der Ausstattung gebracht hat, aber bei der Technik kaum nachgelegt wurde. Auch die zwischenzeitlichen politischen Aktivitäten von Elon Musk haben sicher den ein oder anderen Interessenten vom Kauf eines Teslas abgehalten.
Dass es zum Jahresauftakt 2026 wieder so deutlich mit dem Absatz in Europa nach oben ging, hängt vor allem mit den einfacheren und günstigeren Ablegern des Model 3 und Model Y zusammen, die seit dem Herbst angeboten werden. Im Falle des Model Y Hinterradantrieb (der anfängliche Namenszusatz „Standard“ wurde schnell wieder gestrichen) liegt der Listenpreis bei 39.990 Euro, mit einer Tesla-eigenen Prämie waren es zwischenzeitlich sogar 36.990 Euro. Und wer für den kompletten Fördersatz der neuen E-Auto-Prämie der Bundesregierung qualifiziert ist, kann sich rückwirkend bis zu 6.000 Euro vom Staat zurückholen – und kommt somit theoretisch auf einen Preis von 30.990 Euro. Für ein geräumiges Elektro-SUV der Mittelklasse wohlgemerkt, nicht für einen Klein- oder Kompaktwagen.
Doch wie hat Tesla diesen Preis erreicht und wie wirkt sich das im Alltag aus? Natürlich liegt das nicht an einer einzigen Maßnahme, sondern einem ganzen Bündel an Änderungen. Bevor wir zu den Unterschieden bei der Ausstattung und den Eindrücken dazu kommen, blicken wir zunächst auf jene Änderung, die für electrive am relevantesten ist: den Antrieb.
Aktuell bietet Tesla vier Varianten des Model Y an, das „Premium“-Modell mit Allradantrieb und großem Akku (hier unser Fahrbericht), das leistungsstarke Performance-Modell (hier der passende Fahrbericht), die Version „Premium Maximale Reichweite Hinterradantrieb“ mit neuartigem Akku und eben das einfache Model Y Hinterradantrieb ohne weitere Namenszusätze. Verbaut ist hier ein rund 60 kWh großer LFP-Akku, der für bis zu 534 Kilometer WLTP-Reichweite genügen soll – da selbst der „Premium Maximale Reichweite Hinterradantrieb“ auf lediglich 609 Kilometer und der Allradler auf 600 Kilometer kommt, fällt die „Einbuße“ bei der Reichweite mit dem kleineren LFP-Akku eher gering aus.






Und auch in unserem electrive-Test hat das 4,80 Meter lange SUV mit seiner Effizienz überzeugt. Der Verbrauch lag je nach Fahrweise und Fahrprofil grob zwischen 14 und 16 kWh/100km. Im Stadtverkehr waren es teilweise sogar nur 12 kWh/100km, selbst auf der Autobahn mit Tempo 120-130 ist die Verbrauchsanzeige kaum über die 20-kWh-Marke gestiegen. Mein Model Y Long Range Dual Motor aus 2023 liegt bei vergleichbarer Fahrweise rund drei oder vier Kilowattstunden pro 100 Kilometer darüber. Mit dem niedrigen Verbrauch des Hinterradantriebs sind also trotz des kleineren Akkus je nach Bedingungen und Fahrweise 300 bis 400 Kilometer zwischen zwei Ladestopps möglich, mit betont effizientem Fahrstil vielleicht sogar noch ein paar Kilometer mehr. Das kann sich schon sehen lassen und macht die „Einsparung“ des kleineren LFP-Akkus im Alltag vertretbar. Wenn sparen, dann so!
Beim Schnellladen kommt der aktuelle LFP-Akku nicht an die 250 kW Peak-Leistung der größeren NMC-Akkus heran und kann auch ehrlich gesagt nicht ganz mit den zwischenzeitlich angebotenen Model Y (vor dem Facelift) mit BYD-Akku mithalten, wobei es sich ebenfalls um LFP-Zellen handelt. Mit den jetzt verbauten Zellen von CATL sollen laut Tesla bis zu 175 kW Ladeleistung möglich sein.
Ganz erreicht habe ich diesen Wert im Test aber nicht, trotz vorkonditionierter Batterie war am Supercharger bei etwa 140 kW Schluss. Zunächst hat das Fahrzeug angezeigt, dass die Leistung seitens der Ladestation limitiert wurde, obwohl der Supercharger-Standort eigentlich nur mäßig belegt war. Kurze Zeit später hatte sich die Anzeige geändert und die Akku-Temperatur war trotz Vorkonditionierung und dem seit ein paar Minuten laufenden Ladevorgang zu niedrig. Es ist gut und lobenswert, dass der Tesla über das Display so klar kommuniziert, warum die maximale Ladeleistung gerade nicht erreicht wird. Allerdings haben die zwei unterschiedlichen Begründungen am Ende kaum Auswirkungen auf die Ladedauer gehabt: Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent hat 25 Minuten gedauert. Wie die nachfolgende Ladekurve zeigt, haben wir den Peak um rund 35 kW verpasst, aber halt immer noch mit 140 kW geladen. Und mit der Tesla-typischen, konstant abfallenden Ladekurve gab es ab rund 40 Prozent Ladestand ohnehin keinen Unterschied mehr zum „idealen“ Verlauf. Die Verzögerung lag also eher im Bereich von ein bis zwei Minuten – und ich habe keine großen Zweifel, dass das Model Y an einer anderen Ladesäule ohne die Limitierung die 175 kW (kurzzeitig) auch erreicht hätte.
Mit dem Ladeverhalten setzt Tesla in der Klasse keine Maßstäbe, das ist aber auch nicht die Aufgabe des günstigen Basismodells. Mit 25 Minuten Ladezeit ist der LFP-Akku sogar schneller auf 80 Prozent als der große Akku und da die Effizienz des Hecktrieblers wie erwähnt sehr gut ist, kommt man mit dem Basis-Model-Y auf der Langstrecke sicher ähnlich gut voran wie etwa mit dem Allrad-Modell – zumindest im Vergleich mit meinem Vor-Facelift-Modell. Und da Tesla nach vielen Jahren Erfahrung mit LFP-Akkus auch das Thermomanagement im Griff hat, dürfte es auch im tiefsten Winter keine unschönen Überraschungen mit der LFP-Batterie geben.
Spürbar ist der Unterschied aber beim Fahren: Bisher hatte Tesla seine Modelle mit Hinterradantrieb so abgestimmt, dass sie den typischen „Elektro-Punch“ beim Beschleunigen bieten. Auch wenn der Standard-Spurt aus dem Stand auf 100 km/h mit nur einem Motor an der Hinterachse auch schon früher länger gedauert hat als mit dem Dual-Motor-System, hat sich die Beschleunigung nach „mehr“ angefühlt. Das neue Basismodell hat nun eine deutlich sanftere Leistungsentfaltung – auch die „gefühlte Beschleunigung“ entspricht jetzt eher dem, was man bei einem Wert von 7,2 Sekunden im Datenblatt erwartet. Natürlich „braucht“ man den Elektro-Punch nicht wirklich, die Leistung des Model Y ist mehr als ausreichend. Man sollte sich beim Kauf aber bewusst sein, dass es das so nicht mehr gibt.
Und wie steht es um die zahlreichen Änderungen im Vergleich zu der bisherigen Ausstattung (jetzt als „Premium“ bezeichnet)? Sind sie im Alltag spürbar? Der Testwagen ist in „Stealth Grey“ für 1.300 Euro Aufpreis lackiert, die kostenfreie Basisfarbe ist weiterhin „Pearl White Multi-Coat“. Und es sind auch die 19 Zoll großen Crossflow-Felgen mit Radkappen aus dem Zubehör installiert, ab Werk steht das Model Y Hinterradantrieb auf den 18 Zoll großen Aperture-Felgen, wobei es sich um Stahlfelgen mit Radkappen handelt – eine der Sparmaßnahmen.
Aber auch unabhängig von den Felgen ist das einfache Model Y Hinterradantrieb sofort von den „Premium“-Varianten unterscheidbar. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich Tesla nur die durchgängige LED-Leiste zwischen den Frontscheinwerfern gespart hat, tatsächlich handelt es sich aber um zwei komplett unterschiedliche Frontpartien: Beim Model Y „Premium“ sind auch die vermeintlichen Scheinwerfer nur Teil des Tagfahrlichts, die eigentlichen Hauptscheinwerfer mit Matrix-LED-Licht sitzen darunter in einer separaten Einheit. Beim Basismodell sind hingegen auch die Hauptscheinwerfer mit dem Fernlicht oben in den klassichen Scheinwerfern verbaut, jedoch nur mit einfacherer LED-Technik ohne Matrix-Funktion. Es wurde also gespart, aber nicht alle Features sind weggefallen: Selbst das Basis-Model-Y hat eine Frontkamera unter dem Kennzeichenhalter, die das Vor-Facelift-Modell noch nicht hatte. Auch am Heck sind die Unterschiede schnell sichtbar, bis auf eine schmale, schwarze Leiste mit Tesla-Schriftzug ist beim Basismodell der gesamte Kofferraumdeckel in Wagenfarbe gehalten. Die Premium-Modelle haben anders gestaltete Rückleuchten und eine durchgängige, indirekte Beleuchtung. Man sieht also direkt, welches Model Y man vor sich hat.
Während die Unterschiede am Außendesign sicher zu einem großen Teil Geschmacksache sind – ich persönlich konnte mich mit der durchgängigen Lichtleiste der „Premium“-Modelle an der Front bisher noch nicht anfreunden – und lediglich die Matrix-LED-Scheinwerfer einen großen, funktionalen Unterschied darstellen, sind die Änderungen im Innenraum nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar. Das fängt schon vor dem Losfahren an: Die Sitze sind mit Stoff statt veganem Leder bezogen und anders gepolstert. Das Lenkrad kann nicht elektrisch, sondern nur manuell verstellt werden – relevant für all diejenigen, die das Model Y mit mehreren Fahrern nutzen und bisher die automatische Sitz- UND Lenkradeinstellung über die Fahrprofile genutzt haben. Die Vordersitze werden zwar noch elektrisch eingestellt, Tesla hat sich aber die Schieber an der Seite des Sitzes gespart – das läuft nun auch über den Touchscreen. Finde ich persönlich halb so wild, da die Sitzeinstellung nach wie vor über das Fahrprofil automatisch erfolgt – und das habe ich einmal hinterlegt und ändere es dann nicht mehr. Wer aber auf Langstrecken gerne mal schnell mit dem Griff zum Schieber den Sitz etwas nach vorne oder hinten schiebt und die Rückenlehne anpasst, muss jetzt den Touchscreen bemühen oder ein zweites Fahrprofil mit der alternativen Sitzeinstellung anlegen.













Um bei den Sitzen zu bleiben: Auf Kurzstrecken in der Stadt oder über Landstraßen fand ich die Polsterung okay und mit häufigerem Ein- und Aussteigen waren auch die deutlich flacheren Seitenwangen der Sitze eigentlich angenehm. Bei der Kurvenfahrt fehlt es aber definitiv an Seitenhalt und auf längeren Strecken waren mir die neuen Polster zu hart. Den grauen Stoffbezug fand ich aber sehr angenehm.
Um loszufahren, muss man bei allen Model Y seit dem Facelift die Fahrstufe über das Display wählen – der Lenkstockhebel zur Gangwahl ist schon 2025 weggefallen. Mit etwas Eingewöhnung klappt das ganz gut, auch wenn ich den klassischen Wählhebel immer noch bevorzuge. Die Beta-Funktion, über die das Model Y selbstständig auswählt, ob man wahrscheinlich nach vorne oder hinten fahren will, lief im Großen und Ganzen bei einfachen Manövern zuverlässig. Gut ist auch, dass auf dem Display transparent angezeigt wird, welche Aktionen (zum Beispiel nach links lenken und das Bremspedal betätigen) nötig sind, damit das System einen Gangwechsel einleitet. Aber: Das hat nur in ganz eindeutigen Situationen gut funktioniert, wenn das Auto zum Beispiel vorwärts in einer Parklücke vor einer Mauer stand. Ist die Umgebung nicht ganz so klar oder es geht um zusätzliche Korrektur-Manöver beim Einparken, kommt das System (noch) an seine Grenzen – dann kann es weiterhin funktionieren, aber nicht so zuverlässig.
Skeptisch war ich im Vorfeld auch bei der neuen (bzw. fehlenden) Mittelkonsole. Unter dem Touchscreen (nun 16 statt 15,4 Zoll) sind weiterhin zwei induktive Ladeschalen für Smartphones, was ich sehr angenehm und 2026 auch zeitgemäß finde – es wäre für Tesla ja durchaus möglich gewesen, eine Ladeschale einzusparen oder die induktive Ladefunktion wegzulassen. Zurück zur Mittelkonsole: Die eigentliche Mittelkonsole zwischen den Sitzen ist gut positioniert, auch die Cupholder und verbauten Ablagen sind gut erreichbar. Da ich an meinem älteren Model Y die großen Ablagefächer in der Mittelkonsole eigentlich sehr schätze, dachte ich, dass ich das mehr vermissen würde. War aber nicht der Fall, die große „Durchreiche“ zum Beifahrer-Fußraum mit der Ablage weiter unten war praktischer als erwartet – hier kommt es aber klar auf den persönlichen Geschmack an.
Materialien sind einfacher, aber im Rahmen
Das gilt auch für drei weitere Änderungen, die stark zusammenwirken: und zwar rund um die Akustik. Im Basismodell sind die Seitenscheiben nur einfach verglast, es gibt keine Doppelverglasung wie im „Premium“ – das erhöht gerade auf der Autobahn das Geräuschniveau spürbar, in der Stadt fällt es kaum auf. Zwar ist auch im Basis-Model-Y ein Glasdach verbaut, Tesla hat sich aber den UV-Schutz gespart und setzt daher innen auf einen günstigeren Dachhimmel. Das macht den Innenraum zwar etwas dunkler, dämmt aber die Windgeräusche von oben nach meinem Empfinden spürbar besser. In Summe ist es also nicht unbedingt viel lauter oder leiser im Innenraum, im direkten Vergleich wirkt die Geräuschkulisse einfach anders. Die vorhandenen Windgeräusche kann man dann aber nicht mehr ganz so gut mit Musik übertönen: Das einfachere Soundsystem bietet nur sieben statt 15 Lautsprecher und muss ohne Subwoofer auskommen. Die Anlage klingt nicht schlecht, kommt aber nicht ganz an das im Vergleich sehr gute „Premium“-System heran. Wenn es aber dazu beiträgt, in der Summe über 10.000 Euro zu sparen, ist selbst die einfachere Anlage immer noch ein guter Kompromiss!
Ebenfalls spürbar, aber in der Preisklasse noch im Rahmen sind die einfacheren Materialien. Hatte Tesla mit dem Juniper-Facelift den Plastik-betonten und schlicht gehaltenen Innenraum gerade etwas aufgewertet, macht das Basismodell hier wieder einen Schritt zurück. Die Ambientebeleuchtung und das Display für die Passagiere auf der Rückbank haben es nicht ins Basismodell geschafft, diese Features gibt es (verständlicherweise) nur im „Premium“ und nicht in der auf Preis-Leistung optimierten Variante. Der untere Bereich der Türverkleidungen ist in Hartplastik ausgeführt und die Teppich-Einleger in den Tür-Ablagen sind auch dem Rotstift zum Opfer gefallen. Das ist in der Preisklasse unter 40.000 Euro aber heutzutage nicht unüblich. Und mit den Stoff-Elementen im oberen Bereich (analog zu den Sitzbezügen) wirkt die Türverkleidung modern und keineswegs billig.
Das kann man aber nicht behaupten, wenn man die Fronthaube öffnet – dass die Fronthaube aus Stahl und nicht mehr aus Aluminium ist, ist hier nicht gemeint. Sondern der Frunk: Bei den „Premium“-Modellen ist der komplette sichtbare Bereich mit Kunststoff verkleidet, auch der Frunk an sich ist eine große Kunststoff-Wanne. Im Basismodell ist unter der Haube ein einzelnes, gepresstes Textil-Bauteil platziert, das nicht den ganzen Bereich abdeckt – man sieht also mehr Metall und Schläuche am Rand. Das ist optisch vielleicht noch zu verkraften, allerdings ist die Funktionalität nicht so wie beim „Premium“-Modell: Einerseits ist der Frunk an sich kleiner. Und zum anderen bleibt in meinen Augen abzuwarten, wie sich die Langlebigkeit des Textils entwickelt: Die Fronthaube ist nicht dicht, es kann also Wasser, Dreck und Laub eindringen. Der schmutzige Kunststoff kann einfach abgewischt werden. Und wie beständig das Material gegen (anhaltende) Feuchtigkeit ist, muss sich erst noch zeigen. Wo wir gerade unter der Fronthaube sind: Der große HEPA-Filter für die Klimaanlage ist im Basismodell nicht zu finden.
Nach wie vor sehr viel Platz im Model Y
Im hinteren Kofferraum gibt es einen kleinen Unterschied: Die in den „Premium“-Varianten verbaute Hutablage ist hier nicht Teil des Serienumfangs, sondern kann für 135 Euro im Zubehör bestellt werden. Mich persönlich hat das nicht gestört, denn die Tesla-Ablage war seit jeher eher unpraktisch und liegt bei mir im Keller. Der Sub-Trunk unter dem Kofferraumboden ist mit einer neuen Verkleidung zwar ebenfalls etwas kleiner, aber im Wettbewerbsvergleich immer noch sehr groß und gut nutzbar. Und allgemein hat das Model Y kaum etwas von seinem Nutzwert eingebüßt: Der Kofferraum ist in dem Segment sehr groß, mit den seitlichen, tiefen Ablagefächern gibt es noch zusätzlichen Stauraum. Und auch auf der Rückbank gibt es reichlich Platz, während man bei so manch anderem Modell mit einer verschiebbaren Rückbank wählen muss, ob man einen großen Kofferraum oder eine geräumige Beinfreiheit will. Im Model Y gibt es immer beides.
Um das Nutzwert-Kapitel abzuschließen: Die optionale Anhängerkupplung (1.350 Euro) ermöglicht auch im einfachsten Model Y, bis zu 1.600 Kilogramm schwere Anhänger zu bewegen. Bei anderen Modellen gibt es die volle Anhängelast nur mit dem Allrad oder dem großen Akku, beim Model Y sogar mit dem kleinen LFP-Akku und Heckantrieb. Auch beim Dachgepäckträger (525 Euro im Zubehör) mit 75 Kilogramm Dachlast gibt es keine Unterschiede zu den teureren Versionen des Model Y.
Fazit
Tesla hat mit dem Model Y Hinterradantrieb genau das erreicht, was man erreichen wollte: Ein praktisches Familien-Fahrzeug mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Hingucker-Features, die man einst von Tesla erwartet hat, fehlen hier eben. Die funktionalen Unterschiede sind zwar spürbar, aber in erster Linie einfach „anders“. Ob sie schlechter sind, hängt auch viel vom eigenen Anspruch und Bedarf ab. Das Model Y ist hier auch in einer Art Zwickmühle als Volumenmodell: Einerseits werden gerade die Allrad-Varianten oft mit Modellen von Premiummarken verglichen bzw. Kunden steigen von Audi, Mercedes oder BMW in einen Tesla um. Andererseits ist das Model Y auch DAS Volumenmodell von Tesla und soll auch Kunden ansprechen, die nicht unbedingt bereit sind, für Premium-Gimmicks mehr zu zahlen. Das Model Y da in zwei Ausstattungsvarianten aufzuteilen ergibt durchaus Sinn.
Ob es dann aber die Trennung in zwei derart unterschiedliche Karosserien mit geänderter Front- und Heckpartie geben muss, oder ob es – wie bei etablierten Herstellern – auch zwei unterschiedliche Scheinwerfer-Technologien im selben Grundgehäuse getan hätten, kann nur Tesla wissen. Ich sehe Vorzüge bei beiden Varianten des Model Y und würde eigentlich gerne die Features freier kombinieren können, etwa die neue Mittelkonsole des Basismodells mit den „Premium“-Sitzen, Doppel-Verglasung, aber dennoch dem geschlossenen Dachhimmel. Aber diese Vielfalt macht eben die Produktion wieder teurer und aufwändiger. Also bleibt es beim Entweder-Oder.




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