
Elektrifizierung ist kein Fahrzeugprojekt – sondern ein Unternehmensprojekt
Die Transformation von Unternehmensflotten ist in vollem Gange und gewinnt weiter an Dynamik: 92 % der Unternehmen erwarten stabile oder wachsende Flotten. Doch mit dem Wachstum steigt auch die Komplexität. Laut Arval Mobility Observatory Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 nutzen bereits 70 % der Unternehmen elektrische Antriebe – deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt (57 %). Treiber sind vor allem regulatorische Anforderungen (38 %), Nachhaltigkeitsziele (38 %) und Kosteneffizienz (34 %).
Im Interview mit electrive erklärt Katharina Schmidt, warum Ladeinfrastruktur zum Engpass wird und Mobilität neu gedacht werden muss.
Frau Schmidt, ist der Durchbruch der Elektromobilität in den Fuhrparks erreicht?
Wir sind sehr nah dran, aber viele unterschätzen, was es braucht. Die Fahrzeuge selbst sind längst leistungsfähig. Die eigentliche Herausforderung liegt im System dahinter: Ladeinfrastruktur, Prozesse, Finanzierung und Nutzerverhalten müssen ineinandergreifen. Elektromobilität ist damit kein Fahrzeugthema mehr, sondern ein Organisationsprojekt, das strategisch gesteuert werden muss.
Was bremst Unternehmen aktuell am stärksten?
Ganz klar die Ladeinfrastruktur. 63 % der Unternehmen sehen fehlende Ladelösungen als größtes Hemmnis. Dabei geht es nicht nur um öffentliche Ladepunkte, sondern vor allem um Lösungen am Unternehmensstandort und bei Mitarbeitenden zu Hause. Gleichzeitig unterstützen 88 % der Unternehmen Heimladeinfrastruktur oder planen dies. Entscheidend ist nun, diese Bausteine sinnvoll miteinander zu verbinden und skalierbar aufzusetzen.
Welche Rolle spielen gebrauchte E-Fahrzeuge für die Transformation?
Eine zentrale Rolle. Fahrzeuge bleiben länger im Einsatz (Ø 5,5 Jahre), Gebrauchtfahrzeuge gewinnen an Bedeutung. Das gilt auch für E-Autos: Nach rund 70.000 Kilometern liegt die Batteriekapazität laut AVILOO bei etwa 93 %. Die Angst vor Reichweitenverlust ist unbegründet, gebrauchte E-Fahrzeuge können die Transformation wirtschaftlich beschleunigen.
Wie sieht der Fuhrpark der Zukunft aus?
Das Arval Mobility Observatory Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 zeigt: Unternehmen richten ihre Mobilitätsstrategien zunehmend ganzheitlich aus. Neben der Elektrifizierung gewinnen auch gebrauchte Fahrzeuge und flexible Mobilitätsangebote an Bedeutung. Fuhrparkverantwortliche müssen dabei Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden gleichzeitig ausbalancieren. Gerade in einem anspruchsvollen Umfeld wird deutlich, wie entscheidend integrierte Mobilitätskonzepte sind. Arval unterstützt Unternehmen dabei, diese Komplexität zu strukturieren – von der Analyse bis zur Umsetzung.



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