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„Ladeinfrastruktur in Stuttgart“ – Felix Kolb, Stadt Stuttgart

Kolb stuttgart live mai

Die Elektromobilität in Stuttgart nimmt Fahrt auf – und das nicht nur bei den Neuzulassungen, bei denen der BEV-Anteil bereits fast ein Drittel erreicht hat. Damit der Hochlauf gelingt, steht die Kommune vor der Herausforderung, den öffentlichen Raum effizient und bedarfsgerecht mit Ladeinfrastruktur auszustatten. Felix Kolb, Teamkoordinator Elektromobilität im Stuttgarter Grundsatzreferat Klimaschutz, Mobilität und Wohnen, gab auf der electrive LIVE einen exklusiven Einblick, wie die Landeshauptstadt diese Transformation aktiv gestaltet.

In seinem Vortrag „Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum in Stuttgart: Planung, Ausbau, Perspektiven“ verdeutlicht Kolb, dass die Stadt mit ihren über 600.000 Einwohnern keineswegs nur passiver Beobachter ist. Vielmehr agiert sie als zentrale Schnittstelle: „Die Kommune ist eigentlich in allen Aspekten vom Aufbau von Ladeinfrastruktur beteiligt, vor allem in der Planung, aber eben auch als Monopolist, was die Genehmigung angeht“. Um den Prozess zu beschleunigen und die Qualität der Standorte zu sichern, setzt Stuttgart dabei auf eine enge Verzahnung von städtischer Planung und dem Engagement privater Betreiber.

Dass dies ein Drahtseilakt ist, räumt Kolb unumwunden ein. In hochverdichteten Innenstädten ist jeder Quadratmeter umkämpft, sei es für Radwege, Fußgängerzonen oder eben Ladesäulen. „Das heißt, die öffentliche Ladeinfrastruktur und Ladebedarfe, die da abgewickelt werden sollen, sind immer auch in der Nutzungskonkurrenz, zum Beispiel mit dem Ausbau von Radwegen, Fußwegen, Aufenthaltsflächen, die geschaffen werden sollen“. Dennoch hat Stuttgart mit über 4.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten eines der dichtesten Netze in Deutschland etabliert.

Für die nächste Etappe – die zweite große Ausbaustufe – hat die Landeshauptstadt Baden-Württembergs klare Ziele gesteckt: 1.000 neue AC-Ladepunkte sollen in einem transparenten, EU-weiten Verfahren in mehreren Losen an verschiedene Betreiber vergeben werden. Dabei geht die Stadt Stuttgart einen neuen Weg der Vorabplanung: „Wir werden dabei von der Verwaltung fertig geprüfte Standorte vorgeben. Das heißt, der Investor muss nicht noch eigene Standortvorschläge an uns machen“. Ergänzend zu diesem Aufbau von AC-Ladeinfrastruktur will Stuttgart später auch noch eine DC-Charge ausschreiben. „Das wird wahrscheinlich erst in den kommenden Jahren der Fall sein, wo wir aber glauben, dass es durchaus das Potenzial gibt, da auch im öffentlichen Raum DC aufzubauen“, so Kolb.

Bei aller Planung betont Kolb jedoch, dass Ladeinfrastruktur kein Selbstzweck ist, sondern ein notwendiger Begleiter der Verkehrswende. „Wir haben in Stuttgart das Ziel, 2035 klimaneutral zu sein und da ist dann eben auch der Verkehrssektor mit der Elektrifizierung ein sehr wichtiger Hebel“. Dass dabei kein starres Schema für jede Stadt existiert, ist für den Experten kein Manko, sondern eine Chance: „Städte haben da sehr unterschiedliche Lösungen und wir glauben auch, dass es Stand heute was Gutes ist, dass Städte da zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen“.

Wer wissen will, wie man als Kommune zwischen Denkmalschutz, Netzanschluss und Flächennot navigiert, ohne den Mut zu verlieren, sollte sich diesen Mitschnitt nicht entgehen lassen. Denn am Ende des Tages ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur weit mehr als nur das Aufstellen von Säulen – es ist ein hochkomplexes Puzzle, bei dem die Stadt Stuttgart zeigt, wie man die fehlenden Teile findet – idealerweise noch bevor die Bürger anfangen, nach dem Ladekabel zu suchen.

Den gesamten Vortrag von Felix Kolb können Sie oberhalb des Beitrags in unserem Videoplayer anschauen oder alternativ auch auf YouTube.

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