E-Lkw auf der Langstrecke: Ein echter Business Case?
Im Fokus der Diskussion stand die Frage, wie der Übergang zur Elektromobilität im Speditionsalltag gelingt. Dass hierbei Umdenken gefragt ist, verdeutlichte Tobias Wagner, der als „Elektrotrucker“ bereits über 200.000 Kilometer Batterie-elektrisch in ganz Europa zurückgelegt hat und nun sogar eine Weltreise mit einem eActros 600 samt Expeditionsaufbau plant. „Der Business Case, der teilweise schon je nach Strecke spannend aussah oder besser aussah als der mit Diesel-Lkw, ist natürlich jetzt durch die steigenden Kosten beim Diesel umso positiver“, so Wagner im Panel.
Für Logistikriesen wie DHL ist die Elektrifizierung der Flotte ein zentraler Baustein der Dekarbonisierungsstrategie. Antje Huber, SVP Strategy, Marketing and Staff bei DHL Freight, betonte, dass der Erfolg maßgeblich von den Rahmenbedingungen abhängt: „Wir haben positive Business Cases, wo wir sagen, da ist der E-Truck günstiger als ein Diesel und da lohnt sich das insbesondere eben auch durch die Förderung und den hohen Dieselpreis im Vergleich zum Strompreis“. Gleichzeitig verwies sie auf operative Hürden wie Reichweitenverluste im Winter oder den Bedarf an leistungsfähigeren Fahrzeugmodellen.
Auch für mittelständische Unternehmen ist der Wandel mit großen Investitionen und unternehmerischem Wagemut verbunden. Axel Steinberg, Geschäftsführer der Edgar Graß Speditions-GmbH & Co. KG, unterstrich dabei die Bedeutung der staatlichen Unterstützung: „Was wir natürlich jetzt ehrlicherweise auch immer sagen müssen, ohne die Mautbefreiung würde das Fahrzeug heute sich nicht rechnen lassen“. Dennoch ist er überzeugt, dass das vollelektrische Fahrzeug aufgrund seiner überlegenen Technik langfristig das Rennen gegenüber dem Verbrenner machen wird.
Damit der Umstieg gelingt, ist eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur das A und O. Tobias Prenzel, Director Strategic Key Accounts bei Milence, gab einen Ausblick auf die ehrgeizigen Ziele des Unternehmens: „In Deutschland wollen wir bis Ende des Jahres auf 16 Standorte kommen, von aktuell neun, und in Europa wollen wir bis Ende diesen Jahres bereits die 50 knacken und dann bis Ende 2028 bei 90 Hubs sein.“ Zudem kündigte er an, dass an den Standorten verstärkt auf das Megawatt Charging System (MCS) gesetzt werde, um Ladezeiten auf 20 bis 30 Minuten zu verkürzen.
Wie die Panel-Diskussion zeigte, ist der Business Case für E-Lkw kein theoretisches Konstrukt mehr, sondern wird auf der Straße bereits erfolgreich praktiziert. Welche konkreten Lösungsansätze die Experten für den Winterbetrieb oder die Skalierung der Flotten diskutierten, erfahren Sie in der vollständigen Video-Aufzeichnung des Panels, die Sie sich oberhalb dieses Beitrags in unserem Videoplayer oder auch auf YouTube anschauen können.
Weiterhin können Sie sich auch gern unsere Videoreportage anschauen, die einen Blick hinter die Kulissen des neuen Milence-Ladeparks bietet.





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