Gotion beginnt 2027 mit Bau seiner Batterie-Großanlagen in Spanien

Der chinesische Batteriehersteller Gotion High-Tech hat zusammen mit Spaniens Industrieministerium nun offiziell sein Großprojekt für Valladolid vorgestellt. Gotion wird dort rund 950 Millionen Euro investieren, um eine Produktionsanlage für Batteriekathoden und eine Batterie-Recyclinganlage zu bauen.

Inobat gotion batteriefabrik valladolid spanien
Bild: InoBat

Für diese Großinvestition erhält Gotion High-Tech von der spanischen Regierung im Rahmen des Förderprogramms PERTE Fördermittel in Höhe von insgesamt 138 Millionen Euro – 46 Millionen mehr als im Mai berichtet. Die von Gotion angegebenen Budgets belaufen sich pro Werk auf 411,5 Millionen bzw. 539,1 Millionen Euro – woraus sich das Gesamtinvestitionsvolumen von rund 950 Millionen Euro ergibt. 

Klar ist nun: Der Bau des Industriekomplexes soll in Valladolid 2027 beginnen. Bei der ersten Anlage handelt es sich um eine Recyclingfabrik, die bis zu 200.000 Tonnen Batteriematerial pro Jahr verarbeiten soll. Die Errichtung dieses Werks bezeichnen die Verantwortlichen als Phase eins des Großprojekts. Im Mittelpunkt der zweiten Phase steht dann die Herstellung von jährlich 200.000 Tonnen Kathodenmaterial. Einen konkreten Zeithorizont für den angestrebten Abschluss der ersten Bauphase oder den Beginn der zweiten Phase nennt Gotion allerdings noch nicht. Bekannt ist aber, dass Gotion die beiden Einrichtungen in Spanien in Verbindung mit dem geplanten Zellwerk in Marokko betreiben will. Dort plant Gotion eine Anlage mit einer Kapazität von 20 GWh.

Verwirklicht werden die Werke auf einem 12 Hektar großen Industrie-Areal bei Valladolid. Dass dort nun bald die Bagger rollen, hängt maßgeblich mit den Subventionen der spanischen Regierung zusammen. Das Geld stammt aus dem eMobility-Förderprogramm PERTE, von dem in verschiedenen Förderrunden zuvor bereits die VW-Tochter Seat, der Stellantis-Konzern sowie die VW-Batteriesparte PowerCo profitiert und jeweils Zuschläge für dreistellige Millionensummen erhalten haben.

Verkehrsminister Óscar Puente äußerte sich dazu gegenüber der Zeitung „El Pais“ wie folgt: „Gotion strebt an, die Werke sehr bald in Betrieb zu nehmen. Das Kathodenwerk wird einzigartig in der Europäischen Union sein, und auch die Recyclinganlage wird über technologische Komponenten verfügen, die sie von anderen abheben.“ Puente hob gegenüber der Zeitung zudem Gotions Absicht hervor, gemeinsam mit Inobat rund 5 Milliarden Euro in den Bau eines wegweisenden Werks in Europa zu investieren, das die gesamte Lieferkette für Batterien abdecken und so die Abhängigkeit von Zöllen oder Schwankungen auf den internationalen Märkten vermeiden soll. Die erste Phase mit einem Volumen von 950 Millionen Euro könne nun starten – „und der Minister ist fest davon überzeugt, dass Gotion die Investitionen fortsetzen wird, bis die Gesamtsumme in Spanien 5 Milliarden Euro erreicht“, wie El Pais weiter schreibt.

Wir erinnern uns: Die beiden geplanten Werke von Gotion High-Tech in Spanien waren zunächst mit dem slowakischen Batteriezellhersteller InoBat verbunden. Doch nachdem Inobat geforderte Garantien bei der spanischen Regierung nicht einreichten konnte, übernahm Gotion als Anteilseigner von InoBat die Kontrolle über die Initiative. Gotions größter Aktionär ist übrigens Volkswagen.

forococheselectricos.com, eleconomista.es, elpais.com, mintur.gob.es (alle auf Spanisch)

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