Tübingen: TüBus erhält 22,4 Millionen Euro für E-Bus-Ladeinfrastruktur

Die Stadtwerke Tübingen und ihre Tochter TüBus planen eine größtenteils elektrische Busflotte bis Ende 2028. Für die Errichtung der notwendigen Ladeinfrastruktur hat das Land Baden-Württemberg einen Förderbescheid von rund 22,4 Millionen Euro an TüBus übergeben.

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Bild: swt/Schermaul

In einigen anderen Städten, wie Ulm, Freiburg, Köln, Hamburg oder Berlin, sind Pantographen-Busse schon seit Längerem im Einsatz. Seit 2025 fahren auch in Tübingen die ersten Elektrobusse, die technisch ausgerüstet sind, um per Pantograph geladen werden zu können. Nun soll die entsprechende Ladeinfrastruktur aufgebaut werden.

Die Entscheidung für Pantographen-Zwischenladungen fiel nach Angaben von TüBus bereits vor einigen Jahren. Verantwortliche und Aufsichtsrat hätten in Workshops verschiedene Konzepte für den Betrieb einer Elektrobus-Flotte geprüft. Dabei gehe es auch darum, den bisherigen Standard bei Verlässlichkeit, Komfort und Pünktlichkeit zu sichern. „Eine große E-Bus-Flotte bringt dabei zusätzliche Faktoren ins Spiel“, heißt es bei TüBus. Ladezeiten, Ladezyklen, Reichweiten und Einsatzzeiten verschiedener Modelle müssten daher in eine „energiebasierte Umlaufplanung“ einfließen.

Auch wenn das ÖPNV-Unternehmen die Pantographen-Technik in den Fokus rückt, wird nicht ausschließlich darauf gesetzt. TüBus setzt auf die Kombination aus Depotladen in der Nacht und Zwischenladungen. Das reduziere nächtliche Ladespitzen und solle die Effizienz bei der Batterienutzung und die Lebensdauer der Batterien erhöhen. Im operativen Linienbusbetrieb erhöhen Zwischenladungen die Reichweite der Fahrzeuge. Das heißt, ein E-Bus kann mehr Kilometer absolvieren.

Pantographen- und Stecker-Ladeplätze an mehreren Standorten

Derzeit laufen die Vorbereitungen für mehrere Standorte im Stadtgebiet. Als größtes Vorhaben ist ein neuer Ladestandort am Busbereitstellungsplatz an der Europastraße geplant. Dort sollen 2027 eine 50 Meter lange Ladeschiene mit neun Ladehauben für Elektrobusse mit Pantographen-System sowie zwei Stecker-Ladeplätze in Betrieb gehen. Jede Ladehaube soll eine Ladeleistung von bis zu 360 kW bereitstellen. Zur Ladeleistung der Stecker-Systeme werden keine Angaben gemacht.

Die für den weiteren Ausbau benötigten Netzanschlüsse und Umbauten an der Europastraße sollen in den kommenden Monaten erfolgen. Die ersten Pantographen-Ladevorgänge an diesem Standort erwartet TüBus im Frühjahr 2027.

Auch am Zentralen Omnibusbahnhof sind zwei Pantographen-Ladepunkte mit jeweils bis zu 360 kW vorgesehen. Auf dem Betriebsgelände des Omnibusunternehmens Schnaith sollen fünf Stecker-Ladeplätze entstehen. Diese beiden Standorte will TüBus bis Ende 2026 umsetzen.

Seit dem Frühjahr laufen zudem Vorbereitungen auf dem ehemaligen Gelände des Autohauses Kimmerle in der Schaffhausenstraße. Dort plant TüBus weitere Pantographen-Ladeplätze sowie zwei Stecker-Ladeplätze. Der Standort soll nach Unternehmensangaben zum größten dezentralen Bus-Ladestandort im Stadtgebiet werden. Im März hatte TüBus dort perspektivisch 21 Bus-Ladeplätze angekündigt, eine Gesamtzahl wird in der aktuellen Mitteilung nicht genannt. Ergänzende Standorte im Stadtgebiet, unter anderem auf Waldhäuser Ost, sollen bis Ende 2029 folgen.

Der Ausbau begleitet die weitere Elektrifizierung der Flotte. Nach Angaben von TüBus sind derzeit 27 Batterie-elektrische Busse im Einsatz. Im laufenden Jahr sollen neun weitere E-Gelenkbusse hinzukommen. Für 2027 sind neun zusätzliche E-Gelenkbusse und zwei elektrische Solobusse bestellt. Ende 2027 wären damit 47 der TüBus-Fahrzeuge Batterie-elektrisch unterwegs, was laut dem Unternehmen rund 60 Prozent der Flotte entspräche.

Doch ohne Fördermittel wäre dieses Vorhaben offenbar nicht möglich gewesen. „Für die Elektromobilität im ÖPNV braucht es erhebliche Investitionen. Ohne Fördermittel, die im Falle unseres Projekts von Seiten des Landes rund 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten betragen, ließen sich solch große Umbaumaßnahmen nicht umsetzen“, sagen die beiden TüBus-Geschäftsführer Knud Hädicke und Hans Zeutschel.

Rund 22,5 Millionen Euro hat TüBus vom Land Baden-Württemberg für die „Errichtung der Ladeinfrastruktur zur Elektrifizierung der Busflotte in Tübingen“ erhalten. Die Förderung erfolgt über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die Landesförderung wird von TüBus getrennt von der Bundesförderung für die Fahrzeugbeschaffung aufgeführt. Für das Projekt „TueBus2025_1_Stadtwerke Tübingen GmbH_Neufahrzeuge“ nennt das Unternehmen derzeit Bundesmittel von gut elf Millionen Euro.

tuebus.de

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