09.05.2017

Was bringt Emmanuel Macron für die Elektromobilität in Frankreich?

Der neue französische Präsident will die von seinem Vorgänger in die Wege geleitete Energie- und Verkehrswende weiter voranbringen. Dabei setzt er auf die Förderung von Elektroautos. Seine Vision: Schon 2040 soll der letzte Verbrenner verkauft werden. Profitieren könnte davon kurzfristig das Ladenetz, welches Emmanuel Macron landesweit ausbauen lassen will.

Emmanuel Macron gilt als Mann der Wirtschaft. In der Elektromobilitäts-Branche wird nun mit Spannung erwartet, welche Impulse vom neuen französischen Präsidenten ausgehen. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Frankreich setzt er in seinem Wahlprogramm zwar vor allem soziale und arbeitsmarktpolitische Schwerpunkte, beschwört aber auch die bereits von seinem Vorgänger Francois Hollande angeschobene Energiewende und umreißt die eine oder andere Maßnahme, die dem Automobilsektor einen gewissen Grad an Anpassungsfähigkeit abverlangen wird.

Zentral ist dabei die Ansage, dass der Kauf und die Nutzung von Elektroautos durch den Ausbau des landesweiten Ladenetzes forciert werden sollen. Nach Angaben der Zeitung „Le Monde“ schwebt Macron vor, 2040 den letzten Verkauf eines Neuwagens mit Verbrennungsmotor zu erleben. Gegenläufig ist da allerdings die geplante Einführung einer 1000-Euro-Prämie für Autobesitzer, die ihre vor 2001 gebauten Straßenveteranen gegen sparsamere Neu- oder Gebrauchtwagen eintauschen. Bisher war diese Prämie Käufern von Elektro- und Hybridautos vorbehalten. Davon abgesehen will Macron die bestehende Bonus-Malus-Regelung beibehalten, die den Erwerb von sauberen Autos belohnt und den von Spritschluckern sanktioniert. Gleichzeitig kündigt er an, die Besteuerung auf Diesel im Laufe seiner fünfjährigen Amtszeit an das Level von Benzin heranzuführen und gegen Schummel-Software à la Volkswagen vorzugehen.

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Groß bewirbt Macron auch die Ziele, den Anteil von erneuerbaren Energien an Frankreichs Energiemix bis 2030 auf 32 Prozent hochzuschrauben und auch die letzten Kohlekraftwerke zu schließen. Zum Vergleich: Schon im Jahr 2016 haben die erneuerbaren Energiequellen 29 Prozent zur Bruttostromerzeugung in Deutschland beigetragen. Bereits als Wirtschaftsminister im Kabinett von Präsidentschaftsvorgänger François Hollande zeigte er sich diesem Vorhaben zugewandt. In seine vorzeitig beendete Amtsperiode von 2014 bis 2016 fiel unter anderem die Verabschiedung des „Loi sur la transition énergétique“, des französischen Energiewende-Gesetzes, das im Wahlprogramm des 39-jährigen Senkrechtstarters gleich an mehreren Stellen explizit Erwähnung findet.

Auch unter ihm soll somit der in Frankreich traditionell ausgeprägte Atomenenergie-Anteil am Energiemix bis 2025 auf 50 Prozent gedrückt werden und die CO2-Steuer bis 2023 auf 100 Euro pro Tonne steigen. Insgesamt will Macron in seiner Amtszeit 15 Milliarden Euro in Ökologie und Energiewende investieren. Gut Vorzeichen dafür also, dass die Energie- und Verkehrswende in Frankreich Hand in Hand gehen könnten.
en-marche.fr, lemonde.fr, developpement-durable.gouv.fr




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