17.02.2018 - 12:20

Städte fordern höhere Strafen für Ladesäulen-Blockierer

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Blockierte Ladesäulen sind für Fahrer von Elektroautos ein großes Ärgernis. Doch während Städte wie Hamburg oder neuerdings auch Dortmund widerrechtlich parkende Fahrzeuge konsequent abschleppen, fordern die Städte Nürnberg und Stuttgart lediglich höhere Bußgelder für Ladesäulen-Blockierer. 

Als Kommune sei Nürnberg an den Bußgeld-Katalog gebunden – und dort ist die Höhe der Strafe festgelegt. Einfach die Bußgelder anheben, kann die Stadt also nicht. So kommt es, dass in der Stadt falsch parkende Ladesäulen-Blockierer häufig nur zehn Euro zahlen müssten.

„Das hat so gut wie keine abschreckende Wirkung. Viele würde ein Bußgeld wohl erst im Bereich von 50 Euro tatsächlich treffen“, sagt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich gegenüber der „Bild“-Zeitung. Dafür gibt es auch eine einfache Erklärung: Die Fahrer der widerrechtlich geparkten Fahrzeuge riskieren bewusst einen Strafzettel. Denn ein Stellplatz im Parkhaus ist meist teurer als das zu zahlende Bußgeld.

In Stuttgart zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Alleine dort wurden im vergangenen Jahr 3.000 Ladesäulen-Blockierer von der Stadt verwarnt. „Jeder Ben­zi­ner oder Die­sel, der eine La­de­säu­le zu­parkt, scha­det un­se­ren Be­mü­hun­gen, mehr Elek­tro-Fahr­zeu­ge in die Stadt zu be­kom­men. Die Buß­gel­der müs­sen höher sein, damit La­de­säu­len-Blo­ckie­rer ab­ge­schreckt wer­den und auf Park­häu­ser aus­wei­chen“, äußert sich Grünen-Fraktionschef Andreas G. Winter. Die Stadträtin Rose von Stein fordert von der Stadt Stuttgart, dass sich diese über den Städtetag dafür stark machen müsse, dass das bundesweit geregelte Bußgeld für Ladesäulen-Blockierer auf 50 Euro erhöht werde.
bild.de (Nürnberg), bild.de (Stuttgart)

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9 Kommentare zu “Städte fordern höhere Strafen für Ladesäulen-Blockierer

  1. Sven B.

    Es hilft nur eins. Abschleppen und 250€ zahlen lassen.

    • Frank

      Ich denke eine Kombination aus Höherem Bußgeld und der Bereitschaft bei Aufforderung schneller abzuschleppen wäre ein Lösungsansatz.

      Auch schon selber erlebt.
      Fahre aus der Ladeparklücke raus neben der schon ein Verbrenner die Säule blockiert.

      Währenddessen steht schon ein weiterer Verbrenner hinter mir und blockiert dann meinen alten Standplatz.

      Das Beste!
      Zwei Fahrzeuge weiter gibt es eine reguläre Lücke.

      Darauf Angesprochen, bekam ich mitgeteilt dass er das schon weiß das dies hier ein Ladeplatz ist, aber die Lücke dort zu klein wäre.

      Also ich ihm dann „ein wenig geflunkert“ mitgeteilt , das ich schon das Ordnungsamt für den ersten Blockierer benachrichtigt habe und er sicher dann in 30 Minuten auch hier nicht mehr steht.

      Das war ihm dann wohl etwas zu unsicher und er ist wieder weiter.

      Und hier ist halt auch das Problem.

      Abschleppen ist keine Bedrohung.
      Wenn man nach Anruf 45Minuten die Polizei/das Ordnungsamt warten muss und dann noch mal 30 Minuten bis der Wagen weg ist, dann ist das keine Lösung.

      Aufgrund der Personalnot und vielleicht einfach nur Desinteresse spekuliert man wohl daran das sich der Blockierer in den nächsten Minuten wieder einfindet (Oft vorgekommen. Meist hat der Fahrer erst reagiert als er die Streife gesehen hatte. Dann oft auch ohne Bußgeld!!!) oder der Elektrofahrer einfach keinen Nerv oder Zeit für sowas hat.

      Ich bin jetzt auch kein extremer Verfechter von präventiven freiräumen.

      Selbst bei Behindertenparkplätzen wurde das sicher niemand in Berlin machen

      Aber es kann nicht angehen, dass ein Freiräumen zeitlich einen viertel Arbeitstag in Anspruch nimmt.!

      50 Bußgeld für Leute die meinen sie können den Ladeplatz als Kurzeitpakplatz nutzen und immer die Gefahr im Hinterkopf behalten das ein Fahrzeug innerhalb einer (halben) Stunde auch mal weg Sein kann.

      Aber so ist das ein komfortabel Parkplatz für den Typen der sich im Bierzelt immer an der Schlange vorbei mogelt.

      • Einfach den Falschparker zuparken, mit langem Kabel laden und Einkaufen gehen. Geht nicht immer aber manchmal 🙂 Ein angeschlossenes Elektroauto kann man wohl nicht so einfach abschleppen weil ja das Kabel blockiert ist. Zur Sicherheit kann man ja auch in Sichtweite bleiben und schauen was passiert. Ich lade zu selten ausserhalb, würde das aber jederzeit machen wo es möglich ist.

  2. Man kann es auch zunächst bei einem wohlgemeinten Hinweis belassen. Manchmal erkennen die ‚normalen‘ Autofahrer Ladesäulen nicht – die eindeutige Beschilderung fehlt außerdem vielerorts.
    ev-needs.de hat Hinweiszettel speziell für Elektro-Mobilisten konzipiert. Aufklärung ist sicher zielführender als Verunglimpfung…

    • Oliver

      Folgende Situation selbst erlebt:
      Ein „normaler“ Autofahrer kommt zu seinem Fahrzeug zurück und sieht den wohlgemeinten Hinweis unter dem Scheibenwischer. Begutachtet ihn, guckt sich die Beschilderung nochmal an, steigt ins Auto, holt etwas aus dem Handschuhfach, was er offenbar vergessen, hatte steigt aus, schmeißt den Hinweis auf den Boden und geht wieder.

      • Ladeheld

        Sehe ich auch so.
        „Viele würde ein Bußgeld wohl erst im Bereich von 50 Euro tatsächlich treffen“, sagt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich gegenüber der „Bild“-Zeitung.
        Da dürfte sich der Baureferent irren: 50 € Strafe * Strafwahrscheinlichkeit 1/10 = 5 € „Das hat so gut wie keine abschreckende Wirkung.“
        Bei geringer Kontrolldichte können die Strafen noch so hoch sein, wenn es nie jemanden trifft ist es die Schilder nicht wert.
        Was fehlt ist Konsequenz.

  3. mk

    Was passiert eigentlich, wenn man eine
    Benzinzapfsäule einfach zuparkt so dass
    dort niemand mehr tanken kann?
    Gibt es dafür auch nur ein Bußgeld von
    10 Euro?

  4. klaus

    100 Steckdosen statt einer teuren Ladesäule. billiger und Problem gelöst….Schnelladen ist scheinbar doch nicht so wichtig…

  5. Marcu

    Nichts unüberlegtes tun!
    1.) Verbrenner zuparken. Dabei darauf achten, das Rettungsfahrzeuge durch dein Auto nicht behindert werden.
    2.) So die Verbrenner zustellen, das offensichtlich du bemüht warst keinen in Selbstjustiz zu behindern. Aber halt doch etwas, da es nicht anders möglich war. Ich bin in solchen Fällen sehr ungeschickt und halte es aus das man über mich den Kopf schüttelt.
    3.) Selbstgemaltes, nicht mit Vorsatz schon angefertigtes Schild, sichtbar ins Auto legen. Text könnte sein:
    „Zoe/ 100% in 160 Minuten/ Tel.: XY“
    Es bleibt natürlich dir überlassen wie schnell du an deinem Auto bist, entgegen deiner mündlichen Zusage.
    4.) Auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen. Dabei die Verhältnismäßigkeit in den Vordergrund stellen.
    Es geht hier nicht um Parken, sondern um ……. ? tanken/aufladen/(polemisch um Daseinsvorsorge).
    Gegner ist durch eigenes Verschulden nur zum Warten genötigt worden.
    Du, Risiko auf offener Strecke zur nächsten Ladestation stehen zu bleiben. Damit sind Kosten für dich und erhebliche Verkehrsbehinderungen für die Allgemeinheit zu erwarten gewesen.
    5.) Stets beteuern, wie hilflos du bist und zeigen, das du alles dir mögliche getan hast, um es allen recht zu machen. Dabei aber nie vergessen, wer den Schlüssel zu deinem Auto hat.
    -Man muß aus dem Brett vor seinem Kopf eine Waffe machen.-
    6.) Keinen böswilligen Vorsatz erkennen lassen und immer Einsichtig sein. Nachher.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2018/02/17/staedte-fordern-hoehere-strafen-fuer-ladesaeulen-blockierer/
17.02.2018 12:24