17.03.2018 - 18:01

VW setzt auch auf Zellen von LG Chem und Samsung SDI

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Volkswagen wird beim Bezug von Batteriezellen für seine eMobility-Offensive nicht nur auf chinesische Zulieferer setzen, sondern hat sich offenbar auch mit den beiden Branchengrößen LG Chem und Samsung SDI aus Südkorea geeinigt. 

Vor einigen Tagen hatte Volkswagen bekanntgegeben, dass für die geplante E-Auto-Offensive bereits Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und für China mit einem Volumen von ca. 20 Mrd Euro vereinbart wurden. Dass CATL für China ausgewählt wurde, ist bereits bekannt. Nun berichtet „Business Korea“ unter Berufung auf Insider, dass neben CATL auch die koreanischen Batteriehersteller LG Chem und Samsung SDI zum Zug kamen.

Im Reich der Mitte haben es koreanische Batteriehersteller bekanntlich schwer. Sie profitieren in China nicht von den dortigen Subventionen für E-Autos. Stichwort: Protektionismus. Es verwundert daher nur wenig, dass diese sich nun den europäischen Markt zur Brust nehmen wollen und für VW dementsprechend in Europa Batterien liefern werden. So hat LG Chem bereits in Polen die Massenproduktion gestartet, während Samsung SDI im zweiten Quartal dieses Jahres in Ungarn loslegen wird. Übrigens hat auch der südkoreanische Batterie-Spezialist SK Innovation kürzlich mit dem Bau einer Akkufabrik in Ungarn begonnen.

Der neue Auftrag von VW soll sich positiv auf die koreanische Batterieindustrie auswirken. „Die Batterielieferverträge für Elektrofahrzeuge von Volkswagen werden bis 2025 auf 40 bis 50 Milliarden Dollar geschätzt“, sagte Han Byung-Hwa von Eugene Investment & Securities. Park Jin-Soo, stellvertretender Vorsitzender von LG Chem, kündigte an, den Umsatz mit dem Batteriegeschäft mehr als verdoppeln zu wollen. Dies soll durch weitere Aufträge in den USA und Europa ermöglicht werden. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz des Unternehmens bei rund 4,1 Milliarden Dollar.

Eine Herausforderung für LG Chem und Samsung SDI sei jedoch, den Preisdruck der Automobilhersteller zu überwinden, um Gewinne erzielen zu können. Es ist zu befürchten, dass Volkswagen den Druck erhöht. Eine Quelle soll sogar geäußert haben, dass SK Innovation mit Blick auf die Rentabilität nicht am Wettbewerb um den Volkswagen-Auftrag teilgenommen habe. So berichtet „Business Korea“ mit Bezug auf einen Insider, dass Volkswagen bei seinen Batterie-Zulieferern einen Preis von rund 100 Dollar pro kWh oder gar weniger durchsetzen wolle.
businesskorea.co.kr

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3 Kommentare zu “VW setzt auch auf Zellen von LG Chem und Samsung SDI

  1. Hugo

    Der Grund warum SK Innovation nicht am Wettbewerb teilgenommen hat, ist eher, dass das Unternehmen kaum Kapazität dafür besitzt. Die SK-Gruppe ist zwar mächtig (Energie und Petroindustrie) aber im Batteriegeschäft ist das Unternehmen im Vergleich zu LG Chem und Samsung SDI klein. Außerdem hat das Unternehmen bereits großen Abnehmer in Europa (Daimler).
    Man könnte von „Glück“ sprechen, dass die Chinesen die Südkoreaner ausgesperrt haben, denn andernfalls würden deutschen Autounternehmen sehr schwer haben genügend Lithiumionenzellen zu bekommen. Es ist jetzt schon sehr schwer…

  2. Gunnar

    100 $ pro kWh.
    Das wäre der Hammer.
    Dann würde ein 60 kWh Akku gerade mal 6000$ kosten.
    Wenn man dann noch bedenkt, dass das restliche E-Auto drum herum eher günstiger ist als ein Verbrenner, weil Motor günstiger, keine Abgasanlage, kein teures Getriebe usw…
    Dann sind E-Autos wirklich massentauglich.

    • Hugo

      So ist es. Was viele Marktbeobachter nicht gesehen haben und nicht sehen ist die Entwicklung der Batteriezellenpreise. Bereits vor vier Jahren hat Tony Seba in seinem Buch den Preisverfall vorhergesagt. Marktanalysten und „Experten“ haben ihn nur ausgelacht.
      Hinzukommt noch, dass durch Skaleneffekt und Wegfall von vielen unnötigen Komponenten im E-Auto, die Preise von E-Autos noch weiter sinken werden. Verbrenner hingegen werden teurer – allein wegen zusätzliche Maßnahmen wegen Abgasreinigung.
      Für den Bau von E-Autos braucht man weniger Mitarbeiter, weniger Maschinen und weniger Flächen. Alles, was die Autobauer einsparen könnten. Wer da nicht einsteigt, wird aus dem Markt gedrängt. Aber es gibt immer noch Leute, die an Diesel glauben…

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17.03.2018 18:07