10.04.2019 - 13:36

Kia erwägt eigene Fertigung von Elektroautos in Europa

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Kia zieht in Betracht, künftig auch in Europa vollelektrische Autos zu produzieren, um die Lieferzeiten zu reduzieren. Zurzeit müssen sich hiesige Interessenten bekanntlich in Geduld üben und beispielsweise beim e-Niro mit einer Wartezeit von mehr als einem Jahr klarkommen.

Über eine zur Debatte stehende E-Auto-Produktion in Europa berichtet „Automotive News“ unter Berufung auf Emilio Herrera, den COO von Kia Europe. Der Bau eines Elektroautos in Europa würde das Risiko von Lieferunterbrechungen minimieren, wird dieser zitiert. Und weiter: „Wir wissen, dass unsere Lieferanten LG Chem und SK Innovation eine mögliche Batterieproduktion in Ungarn, Tschechien und der Slowakei anstreben.“ Das ermutigt die Koreaner nun offenbar, ebenfalls in diese Richtung zu denken. Kias bis dato einziges europäisches Werk liegt im slowakischen Zilina und beschränkt sich auf die Produktion der Benzin- und Dieselmodelle Ceed, Sportage und Venga.

Die E-Offensive der Koreaner wird durch die knappen Kapazitäten ein Stück weit ausgebremst: Ohne Umschweife erklärt Herrera im oben genannten Bericht, dass Kia mehr Soul EVs verkaufen könnte, wenn es keine Lieferengpässe aus dem Produktionswerk in Korea gäbe. „Heute ist unser Problem nicht, ob wir diese Autos verkaufen können, sondern wie viele ich aus Korea bekommen werde“, wird er zitiert. Erst am Montag hat Kia in Deutschland den Vorverkauf der neuen Generation des e-Soul gestartet, die bekanntlich nur noch mit reinem E-Antrieb angeboten wird.

Besonders manifest wird der Engpass beim Kia e-Niro. Wie im Februar gemeldet, müssen Kunden mit Lieferzeiten von mehr als einem Jahr rechnen. Das ging vor zwei Monaten aus einem Händlerschreiben hervor, in dem es hieß, dass „die europaweite Nachfrage deutlich die Erwartungen und die aktuellen Kapazitäten im Bereich der Batterieproduktion“ übertreffe.
europe.autonews.com

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8 Kommentare zu “Kia erwägt eigene Fertigung von Elektroautos in Europa

  1. Thomas Wagner

    Elektroauto-Offensive, ist wenn man Elektroautos auf den Markt bringt und die dann auch liefert.
    Kia bringt seine Elektroautos zwar auf den Markt, kann dann aber nicht liefern – wer versteht denn sowas ??
    Da hat Tesla leichtes Spiel, mir der Produktion von zur Zeit ca 22.000 Model3 im Monat kann der Bedarf an den Premium Versionen gut abgedeckt werden.
    Wenn dann im Spätsommer die Standard Version des Model 3 ausgeliefert wird, das preislich nur noch ein wenig über den ganzen Kona, Niro und Soul liegt, wer will dann noch so lange warten ?

  2. xox

    Das Problem ist doch nicht, dass es in Europa zu Lieferverzögerungen kommt. Diese werden von den Kunden akzeptiert – wenn auch zähneknirschend.

    Das Problem ist, dass insbesondere in Deutschland fest zugesagte Liefertermine ersatzlos gestrichen und die ( Neu-) Kunden im Regen stehen gelassen werden. In anderen EU-Ländern wird hingegen fleißig ausgeliefert.

    Wird so ein Kunde behandelt ?

    Meine Bestellung habe ich jedenfalls storniert und werde zu Lebzeiten kein Auto mehr bei Kia ordern. Andere Väter wie z.B. BMW mit dem i3 oder Tesla mit inzwischen drei Modellen haben auch sehr hübsche Töchter.

    Und ab kommenden Jahr, tja, wer denkt da eigentlich noch an KIA ?

  3. Jürgen Starck

    Es gab in Deutschland keinen Verkauf, deshalb kann die Nachfrage beim e-Niro auch nicht größer als gedacht gewesen sein. Man wollte nicht auf die Kommunikationswirkung des ach so innovativen e-Niro verzichten und dachte sich deshalb einen Fake – Verkauf aus. Ca. 4 Wochen (Januar) wurden den Händlern und damit den Kunden blaue Bestellcodes (und damit anklickbar) mit exakten Produktionsdaten angeboten. Die Händler gossen diese Codes in hunderte Verträge mit genauen Lieferdaten in 2019. Im Februar wurden die Codes gelöscht und behauptet, die Nachfrage sei größer als erwartet. Geliefert wurden ausschließlich Vorführwagen und ca. 10 bis 20 Placebos von der Stange, also vorkonfigurierte Wagen, die den Eindruck erwecken sollten, der e-Niro sei an Kunden ausgeliefert worden.
    Man wusste in der KMD – Zentrale und bei Havas (der Agentur) mit Sicherheit schon 2018, dass man die im Januar abgeschlossenen Verträge brechen wird.
    Alles nur, weil der e-Niro das Markenimage stärkt.
    Das nennt man irreführende Werbung! Es handelt sich um einen Verstoß gegen das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb)!

    • Heinz L.

      Ich muss Jürgen leider 100% recht geben.

      Wer wie Kia mit nur 10.000 Fahrzeugen weltweit plant in der aktuellen Situation und den bereits grandios hohen Ioniq Verkaufszahlen seit 2016 bzw der sehr hohen Nachfrage nach dem e Soul seit einigen Jahren, der will nicht verkaufen, sondern reines Fake Marketing betreiben.

      Habe im Januar bestellt mit schriftlich Liefertermin Juli.

      Nun wird für alle 12 Monaten plus X kommuniziert.

      Das ist richtig übel wenn man mit dem Fahrzeug geplant hat und sein alt Fahrzeug verkauft hat bzw seinem Leasing Vertrag gekündigt hat.

      Kia ist hier mit dem Auto ein Supergau gelungen.

      Nie mehr Kia.

      • H. Ebel

        Nun lasst doch mal die Kirche im Dorf. Kia gehört bekanntlich zu Hyundai. Und der Kona elektric, der voriges Jahr auf den Markt kam und den ich Anfang Nov. 2018 bestellt habe, sollte ca. Mai/Juni 2019 geliefert werden. Wann kam er aber? Genau Anfang Dez. 2018 überraschenderweise.
        Also wartet doch einfach ab und verkauft das alte Auto nicht so schnell.

        • Klaus R.

          Unser Kona Electric wurde Anfang Nov. 18 bestellt und diese Woche ausgeliefert. Geplant hatte ich mit 9 Monaten Lieferzeit (so die Angabe des Händlers). Sehr fair fand ich die Möglichkeit zu kostenlosen Stornierung aufgrund der langen Lieferzeit.

  4. Markus H.

    Wollte nach zehn Jahren Sportage auch ein Elektronisches Auto und bin zu meinem Händler vor Ort, der mich schon 20 Jahre kennt.

    Der meinte direkt, dass ich doch den Hybrid nehmen soll.

    Viel mehr Reichweite und nun mit Facelift viel besser als der E-Niro. Außerdem fast sofort verfügbar.

    Ich glaube die wollen mich mit dem e nur locken und verkaufen lieber Verbrenner.

    Naja, ich habe nun das Model 3 bestellt, da wurde mir KEIN Verbrenner angeboten

  5. Dr. Emonts

    Jeder, der einen Kia oder Hyundai bestellt, sollte sich auch fragen, ob es nicht sinnvoller ist ein deutsches Auto zu kaufen, anstatt ein südkoreanisches. Schließlich stehen in Deutschland zukünftig im Rahmen der E – Autos genug Jobs in Deutschland auf der Streichliste, bei den OEM`s als auch in der gesamten Zulieferkette.
    Und seitdem ich auf ntv einen Bericht über Tesla gesehen habe, d.h. wie man dort Mitarbeiter verschleißt, nein danke…

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2019/04/10/kia-erwaegt-eigene-fertigung-von-elektroautos-in-europa/
10.04.2019 13:36