14.04.2019 - 21:20

Formel E: Turbulenzen in Rom / André Lotterer wird Zweiter

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Die Formel E überraschte in Rom mit Mitch Evans (Panasonic Jaguar Racing) als Sieger, der zum ersten Mal in seiner Elektro-Laufbahn ganz oben auf dem Podium stand. Er lieferte sich ein packendes Duell mit André Lotterer (DS Techeetah), bei dem sich der Deutsche letztlich mit Platz 2 begnügen musste. Dritter wurde Stoffel Vandoorne vom deutschen Team HWA RACELAB. 

HWA-Teamchef Ulrich Fritz freute sich über das allererste Podium für die Affalterbacher in ihrer Premierensaison: „Was für ein toller Erfolg für die gesamte Mannschaft und natürlich auch für Stoffel. Er ist ein super Rennen gefahren und hat sich keinen Fehler erlaubt. Das war einfach stark.“

Nur wenige Nationen vereinen solch eine Leidenschaft für Motorsport wie die Tifosi. Bei Italien denkt man sofort an Ferrari, Lamborghini, Maserati, Ducati. Seit Jahrzehnten schlägt das Herz des Motorsports beim Grand Prix in Monza. Doch mit Rom beansprucht nun auch die italienische Hauptstadt ihren Platz mit dem Fokus auf Mobilität der Zukunft. Dennoch war der Einfluss der Formel 1 beim Formel-E-Event allgegenwärtig: mit einer Vielzahl roter Ferrari-Caps auf den Tribünen und lautstarkem Jubel der Besucher in Richtung Felipe Massa. Der Brasilianer war früher Teamkollege von Michael Schumacher bei Ferrari und fährt jetzt elektrisch für Venturi.

Für die deutschen Piloten gab es in Rom sowohl Licht als auch Schatten: Nach Sonnenschein am Morgen sorgte leichter Regen vor dem Qualifying und erneut vor dem Rennen für nasse und rutschige Verhältnisse auf dem engen Stadtkurs – und damit auch einige Überraschungen. Mit André Lotterer und Maximilian Günther schafften es gleich zwei Deutsche unter die Top 6 der Super Pole Qualifikation, wo sich Lotterer erstmals in seiner Karriere die Pole Position sicherte.

Neben Lotterer hatten die anderen deutschen Piloten schwer zu kämpfen. Daniel Abt etwa ging zum ersten Mal in dieser Saison punktleer aus. Technische Probleme im Qualifying und später im Rennen verhinderten ein besseres Ergebnis für den Audi-Piloten. Pascal Wehrlein (Mahindra) verpasste nur knapp die Punkte als Elfter. Maximilian Günther (Geox Dragon) freute sich über ein super Qualifying mit P5, fuhr lange Zeit in den Top 10, landete aber durch Strafen und Akkuausfall schließlich ganz am Ende auf Rang 19.

Die Geschichte des Rennens in Italien wurde tragischerweise überschattet von einem Massencrash in Runde 1, wodurch das Rennen 45 Minuten lang pausieren musste. In der Folge verpassten die ZDF-Zuschauer den spannenden Teil nach 17 Uhr am Samstagnachmittag leider. Der Sender hatte keine größeren Unterbrechungen in die Übertragungszeit eingeplant. Nur im ZDF-Livestream und auf Eurosport ließ sich der Rest bis 18 Uhr verfolgen. Im Crash verwickelt war auch HWA’s Gary Paffett, für den völlig unverschuldet das Rennen danach beendet war. Erst nachdem die Fahrzeuge entwirrt und die Unfallstelle repariert war, konnte der E-Prix per Re-Start fortgesetzt werden.

An der Spitze des Feldes lieferten sich die komplette Distanz über Lotterer und Evans ein packendes Duell, bei dem letztlich der taktische Einsatz des Attack Modes entscheiden sollte. Attack Mode bietet den Fahrern zweimal pro Rennen für jeweils vier Minuten 25 kW mehr Leistung (225 statt 200 kW im Rennmodus). Die Aktivierung erfolgt nach Durchfahrt einer definierten Zone abseits der Ideallinie.

Evans: „Ich musste clever mit dem Attack Mode umgehen und wollte ihn nutzen, wenn Lotterer ihn nicht hat, um über den Power-Unterschied zu verfügen.“ Der Neuseeländer setzte nach der Hälfte des Rennens als Erster auf dieses taktische Mittel im Spitzenduell. Ihm gelang in den letzten Sekunden des Attack Mode ein haarscharfes Manöver vorbei am Führenden.

Lotterer später zu dem Schlüsselmoment: „Das Racing war super, er war einfach schneller. Ich konnte an der Stelle nicht verteidigen. Gegen das Manöver kann ich nichts sagen – das ist Racing.“ Trotz seinerseits Attack Mode gelang es Lotterer in den letzten Runden nicht, am Neuseeländer vorbeizuziehen. Evans’ Energie ging zwar schneller zur Neige, doch er überquerte die Ziellinie knapp als Erster – mit 2% Restkapazität und 1 Sekunde Vorsprung vor Lotterer.

Evans reihte sich ein in eine unglaubliche Siegesserie der Formel E in dieser Saison. Der Kiwi war im siebten Rennen der siebte verschiedene Fahrer von 7 verschiedenen Teams auf dem Siegertreppchen. So viel Ausgeglichenheit muss der elektrischen Rennserie erstmal einer nachmachen!

In der Gesamtwertung sind nach dem E-Prix in Rom die Führenden enger zusammengerückt. Die Top 9 Fahrer trennen nur 13 Punkte voneinander. Jerome D’Ambrosio erhielt vier Punkte für seinen 8. Platz in Rom und zog damit an Antonio Felix da Costa (BMW i) vorbei an die Spitze der Fahrer-Meisterschaft.

Am 27. April fährt die Formel E in Paris. Ende Mai gastiert die elektrische Rennserie erneut in der deutschen Hauptstadt. Der Berlin E-Prix erstreckt sich diesmal über zwei Tage und startet bereits am Freitag, den 24. Mai mit der Greentech Exhibition auf dem Flughafen Tempelhof. Tickets sind erhältlich unter fiaformulae.com.

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