17.07.2019 - 12:18

ZF stellt Zwei-Gang-Antrieb für Elektroautos vor

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ZF präsentiert seinen neuen E-Antrieb für Pkw, der eine neu entwickelte elektrische Maschine mit 140 kW Maximalleistung mit einem zweistufigen Schaltelement und passender Leistungselektronik kombiniert. Das Getriebe soll den Wirkungsgrad und damit die Reichweite erhöhen.

Der Autozulieferer ZF will sein Getriebe-Knowhow in die Elektromobilität übertragen. „Für den Alltagsnutzen von E-Autos ist es wichtig, so viel Reichweite wie möglich aus einer Batterieladung zu gewinnen “, so Bert Hellwig, Leiter des Systemhauses E-Mobility bei ZF. „Jedes Prozent Effizienz im Wirkungsgrad mündet in zwei Prozent mehr Reichweite.“ Im Vergleich zu den sonst üblichen starren Übersetzungen – quasi ein Ein-Gang-Getriebe – spricht der Konzern von einer Reichweitenerhöhung um bis zu fünf Prozent.

Laut ZF sind zwei Szenarien denkbar – entweder in Richtung Effizienz oder eben Performance. Im Standard-Modus erfolgt der Gangwechsel bei 70 km/h. Da das Getriebe an die CAN-Kommunikation des Fahrzeugs angeschlossen ist, kann die Schaltstrategie auch verbrauchsoptimiert werden – etwa an Steigungen und Gefällen. Wenn die nächste Ladestation zu weit entfernt ist, könne das Getriebe dagegen vorausschauend in einen Eco-Modus wechseln, so ZF.

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In Performance-Fahrzeugen soll das Zwei-Gang-Getriebe helfen, einen Zielkonflikt in der Entwicklung zu entschärfen. „Bislang mussten sich Fahrzeughersteller bei elektrischen Antrieben zwischen einem hohen Anfahrdrehmoment und einer höheren Endgeschwindigkeit entscheiden“, sagt Hellwig. Offen ist aber, wie groß dieser Zielkonflikt noch ist: Das Tesla Model 3 Performance beschleunigt in 3,4 Sekunden auf 100 km/h und kommt immer noch auf eine Höchstgeschwindigkeit von 261 km/h. Das Model S Performance beschleunigt besser (2,6 Sekunden), ist im Topspeed mit 250 km/h dafür minimal langsamer. Beide Modelle haben starre Übersetzungen.

Insgesamt soll der neue E-Antrieb laut dem Zulieferer flexibel einsetzbar sein. Zum einen soll er durch das bauraumoptimierte Design auch für kompakte Pkw geeignet sein. Aber auch zu schwereren Autos, die teilweise noch einen Anhänger ziehen, soll das Getriebe passen: Da es mit bis zu 250 kW starken E-Maschinen kombiniert werden kann, werde der Antrieb laut ZF auch „unterschiedlichen Anforderungen auf Basis eines modularen Konzepts gerecht“.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass ZF den kompletten E-Antrieb an Vorder- und Hinterachse für den Mercedes EQC liefert – hier allerdings noch mit starrer Übersetzung. Neben dem Mercedes-Auftrag hatte der drittgrößte deutsche Zulieferer in den vergangenen Wochen mit Großaufträgen von BMW und Fiat Chrysler für sein neues Hybrid-Getriebe Schlagzeilen gemacht. Das Baukastensystem des neuen Getriebes ermöglicht es, Mild-, Voll- sowie Plug-in-Hybridantriebe mit Spitzenleistungen von 24 bis 160 kW zu realisieren.
zf.com

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6 Kommentare zu “ZF stellt Zwei-Gang-Antrieb für Elektroautos vor

  1. Christian Miehling

    Liebe ZF,

    warum baut ihr nicht 2 EMotore mit je 140 kW ändert dir Übersetzung ein wenig und spart euch euer Getriebe?

  2. Przybylsky

    Endlich ein Antrieb, der Anhängerbetrieb für E-Autos ermöglicht. Bisher können das nur einige Tesla allerdings mit Eingang-Getriebe.

  3. Przybylsky

    Allerdings sind bis zu 5% mehr Reichweite kein Grund für diesen zusätzlichen Bauaufwand und den damit verbundenen Resourcenverbrauch sowie Mehrkosten für den Kunden.
    Aber E-Autos sind ja sowieso nur für Wohlhabende. Ein E-Auto in der Kleinstwagenklasse mit entsprechendem Preis um 8000 EUR sucht man bisher vergebens. Am dichtesten kommt da noch der E-Go mit ab 16000 EUR.
    Auch Kleinwagen mit der Möglichkeit einer AHK gibt es nicht.
    Im Grunde ist die ganze E-Auto Entwicklung eine Fehlentwicklung. Schon Verbrenner waren bis auf wenige Ausnahmen viel zu schwer, verbrauchten unnötig Kraftstoff. Die BEVs sind wegen der riesigen und schweren Batterie noch schwerer und können sich deshalb wohl nur selbst fortbewegen, aber keine Lasten wie Anhänger mehr.

    • Berliner-Ansichtskarte

      Und weil der Opel Ampera mit 17kWh auf 100km Stadtverkehr auch wesentlich mehr als die nur 9l super des Renault clio verbraucht, ist natürlich dessen absonderlichen Gewicht von 1,8 tonnen zuzuschreiben.
      Ja nee is klar!

  4. Philipp Herbert

    Der Vergleich mit der Beschleunigung und Endgeschwindigkeit der Tesla Performance Modelle ist hier falsch. Diese Autos beschleunigen gut und sind schnell, weil sie einen bzw. zwei übergroße E-Motoren haben.
    Gerade für Fahrzeuge bis zur Mittelklasse sind aber Leistungen von 100 kW vollkommen ausreichend – allerdings hat man dann entweder Probleme beim Anfahren (zu wenige Drehmoment), oder eine zu geringe Endgeschwindigkeit. Genau hier hilft das Zweiganggetriebe. Und sollte endlich auch Anhängerbetrieb ermöglichen.

  5. strauss

    Die Berliner Ansichtskarte hat offenbar den Verbrauch des Amperas bergauf gemessen.Der braucht im reinen Benzinmodus 5 Liter und gemischt habe ich einen Verbrauch von 2,2 Liter/100 KM. Auch wenn dieser Wagen heute 500 Kg leichter gebaut würde, kämen deswegen kaum markante Verbrauchsvorteile auf, Strom verbrauch hat der 13 KWh /100 KM. Das ist ein Wert der von Zoe auch erreicht wird

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2019/07/17/zf-stellt-zwei-gang-antrieb-fuer-elektroautos-vor/
17.07.2019 12:18