11.11.2019 - 13:34

Solingen: Batterie-Oberleitungs-Busse im Alltagseinsatz

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Seit wenigen Tagen verkehren auf der Linie 695 in Solingen vier Batterie-Oberleitungs-Busse im regulären Einsatz. Auf der stark frequentierten Pilotlinie zwischen Meigen und Gräfrath soll das Quartett nun im Alltag erprobt werden.

Bereits im März 2018 hatten die Stadtwerke Solingen den ersten Batterie-Oberleitungs-Bus des Typs Solaris Trollino vorgestellt. Bei den Modellen handelt es sich um 18,75 Meter lange Batterie-O-Busse, die dank Akku auch Teilstrecken ohne Oberleitung bewältigen können. Rückenwind für das groß angelegte Elektrifizierungsvorhaben gibt ein vom Bund mit 15 Millionen Euro gefördertes Pilotprojekt namens „Mit dem Batterie-Oberleitungs-Bus (Bob) und der intelligenten Ladeinfrastruktur zum emissionsfreien ÖPNV“, in dessen Zuge Solingen eine Buslinie von Diesel auf den Betrieb mit Batterie-O-Bussen umstellt.

Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt, inzwischen nimmt es aber längst größere Dimensionen an. So hat der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Solingen dieses Frühjahr bereits zwei Förderbescheide für die Beschaffung von 32 weiteren Batterie-Oberleitungs-Bussen erhalten. Die ersten dieser neuen Busse sollen Anfang 2020 ihren Probe-Dienst aufnehmen.

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In Solingen verkehren bereits seit den 1950er Jahren Oberleitungsbusse. Die Fahrzeuge werden von Elektromotoren angetrieben und beziehen ihren Strom aus der Oberleitung. Um kurze Strecken auch ohne Oberleitung fahren zu können, sind die meisten Busse bisher mit einem Dieselgenerator ausgestattet – das soll sich nun ändern. Bei erfolgreicher Erprobung will Solingen sukzessive die gesamte städtische Busflotte umstellen.

Außerdem soll die gesamte Oberleitungsinfrastruktur in Zukunft eng mit dem städtischen Stromverteilnetz verknüpft werden. „Bisher fließt Strom lediglich aus dem Stromverteilnetz in das Oberleitungsnetz. Zukünftig soll aber auch der Stromfluss vom Oberleitungsnetz in das Stromverteilnetz möglich sein”, heißt es dazu in einer begleitenden Pressemitteilung. Hintergrund ist, dass die Batterien der Busse auch dabei helfen können, Fluktuationen durch Strom aus erneuerbaren Energiequellen auszubalancieren.

Ziel sei ein städtisches Gesamtsystem, heißt es weiter. So sollen auch Ladesäulen und Photovoltaik-Anlagen direkt an das Oberleitungsnetz angeschlossen werden. Darüber hinaus könnten in Zukunft auch die alten Batterien der Busse dazu beitragen, das Oberleitungsnetz zu stabilisieren. „Konkret geht es um die Sektorkopplung zwischen Mobilitäts- und Energiemärkten”, so die Initiatoren. Mit dieser Vernetzung zeige das Projekt Chancen und Möglichkeiten auf, wie ein elektrifizierter Nahverkehr einen wichtigen Beitrag zur Lösung der großen Herausforderungen der Verkehrs- und Energiewende auf kommunaler Ebene leisten könne.
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11.11.2019 13:54