03.03.2020 - 09:57

Mit großen Nieren Richtung Serie: BMW zeigt Concept i4

Mit dem Concept i4 hat BMW die seriennahe Version seines Elektro-Gran-Coupés vorgestellt, das 2021 auf den Markt kommen soll. Dabei gibt BMW an, dass der Elektroantrieb „im Kern der Marke“ ankomme.

Dieser Satz ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen gesteht der Konzern ein, dass man es in sieben Jahren nicht geschafft hat, den i3 als Kernprodukt zu behandeln. Zum anderen dürfte gemäß dieser Formulierung der kommende iX3, dessen Produktion 2020 anläuft, ebenfalls nicht zum Kern der Marke gehören.

Zurück zum Concept i4: Die Studie trägt zahlreiche Design-Elemente des Concept 4 mit Verbrennungsmotoren, das BMW auf der IAA 2019 gezeigt hatte. Am Auffälligsten ist natürlich der mächtige „Kühlergrill“, bei dem die beiden markentypischen „Nieren“ sogar bis in die Fronthaube hineinreichen. „Das Design ist dynamisch, klar und elegant: passend zu einem emotionalen Elektrofahrzeug und den Werten von BMW“, sagt Adrian van Hooydonk, Leiter BMW Group Design. Bei dem Elektroauto sind die Kühleröffnungen aus aerodynamischen Gründen jedoch geschlossen – zudem sind hinter der Fläche zahlreiche Sensoren verborgen.

Wer angesichts der immer größer werdenden Kühlergrills bei den SUV-Modellen von BMW dachte, dass diese in der Verbrenner-Welt bleiben, lag offenbar daneben: „Dabei zeigt das BMW Concept i4 bereits einige Designelemente in Exterieur und Interieur, die sowohl im BMW i4 wie auch darüber hinaus in weiteren elektrisch angetriebenen Serienfahrzeugen zu sehen sein werden“, schreibt der Autobauer in der Mitteilung.

Beim Design des Hecks hat das Team um van Hooydonk und Domagoj Dukec, Leiter BMW Design, versucht, markentypische Elemente wie die L-förmigen Rückleuchten mit aerodynamischen Funktionen zu verbinden. So sollen zahlreiche Abrisskanten am Heck den Luftfluss um das Auto verbessern. Nettes Detail: Wo sonst die Endrohre münden würden, zeigen in dem „BMW i Blau“ gehaltene Elemente den neuen Antrieb des i4 an.

  • Anfang März stellte BMW eine weitere Vorversion des i4 vor.

Im Innenraum gibt es laut BMW bereits einen konkreteren Blick auf die Serie: Das Curved Display soll bereits dem Serienstand aus dem i4 und auch iNext entsprechen. Das zusammenhängende und auf den Fahrer ausgerichtete Display soll die Darstellung von Informationen optimieren und die intuitive Touch-Bedienung des Displays erleichtern.

Rund um das Curved Display soll das Interieur „maximal reduziert“ ausfallen. So wurden unter anderem die Luftauslässe tief in die Geometrie des Armaturenträgers integriert, um nicht aufzufallen. Im Heck sollen Details wie die integrierten Kopfstützen die Sportlichkeit betonen, gleichzeitig soll der Fond durch die Materialien ein Lounge-Feeling erzeugen. Klar ist: Dem Elektroantrieb sei Dank haben die Passagiere hier mehr Platz für Kopf und Beine als in einem vergleichbar großen Verbrenner-Modell.

Die technischen Daten des Concept i4 sind weitgehend bekannt. Bis zu 600 Kilometer Reichweite (WLTP), bis zu 390 kW, in circa vier Sekunden von null auf hundert, Höchstgeschwindigkeit über 200 Stundenkilometer – diese Eckdaten hatte BMW bereits früher genannt. Die 550 Kilogramm schwere Batterie kommt auf einen Energiegehalt von „rund 80 kWh“ und soll sich durch ihre „extrem Flache Bauweise“ auszeichnen.

Die Serienproduktion des neuen BMW i4 startet 2021 im Stammwerk der BMW Group in München. In München werden somit zukünftig sowohl Automobile mit Verbrennungsmotor, Plug-in-Hybride als auch rein batteriebetriebene Fahrzeuge auf demselben Band gefertigt. Wie die Münchner angeben, können 90 Prozent der bestehenden Produktionsanlagen weiter verwendet werden, die restlichen zehn Prozent (insbesondere rund um den Hinterbau) müssen neu errichtet werden. Neu ist natürlich auch die separate Anlage zur Montage des Akku-Packs. Insgesamt investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben 200 Millionen Euro in das Werk München.
bmwgroup.com

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24 Kommentare zu “Mit großen Nieren Richtung Serie: BMW zeigt Concept i4

  1. designerdude

    Der Designer gehört gefeuert.

  2. Thomas Werner

    Mein Gott ist das Ding häßlich!
    Normalerweise sin Studien immer sehr schick aber die guten Designer von BMW sind vermutlich alle zu Byton?

  3. HAF

    In der kleinen Bildserie zu diesem Artikel sieht man das Fahrzeug genau 1x von vorne….das kann kein Zufall sein.
    Aber wie jeder weiß, benötigen Elektromotoren sehr viel Sauerstoff im Betrieb und daher müssen die Lufteinlässe / Nieren so groß wie möglich gehalten werden – die Form folgt der Funktion ;o)

    *Irony off*

  4. Walter 72

    Protziger Grill, Prunk und Protz im Innenraum, eindeutig für den chinesischen Markt designt.

    Abgesehen davon: So eine hässliche Studie, den Design-Chef hätte BMW schon lange feuern sollen.

  5. Leo

    Geht’s noch?
    BMW ist wohl Nierenkrank.

  6. Franz-Peter Kayser

    Der Mitteltunnel sieht so aus, als wäre das eine Verbrennerplatform. Jemand Infos dazu?

    • Sebastian Schaal

      Sehr geehrter Herr Kayser,

      es handelt sich tatsächlich um eine Multi-Energy-Plattform. BMW hat sich für diesen Ansatz entschieden und will (vorerst) keine eigenen EV-Plattformen. Wie im letzten Absatz beschrieben ist, wird der i4 auch auf demselben Band wie die 4er mit Verbrennungsmotor montiert.

      Viele Grüße
      Sebastian Schaal.

      • Gerd

        Ah, der Umschreibungsbegriff für „wir trauen uns nicht und können auch nicht“ lautet also „Multi Energy Plattform“ 🙂

      • Thomas F.

        ..und wieder mal ein Dinosaurier der altdeutschen „Autoelite“. Merke: Dinos starben aus. Nicht nur BMW ist mit seinen Protzkarossen ist auf dem Holzweg. Fuenf Jahre Rueckstand zu TESLA sind, da bin ich von ueberzeugt, noch untertrieben.

  7. Paul

    Sorry aber gegenüber dem i3 scheint man bei BMW nichts dazugelernt zu haben. Eine Protzkarre mit Protz-Grill auf einer Verbrennerplattform… Wenn das der Kern der Marke sein soll, dann gute Nacht.

  8. Gerd

    Mein Gott, es ist zwar alles Geschmackssache, aber ich finde das Monster abgrundtief hässlich.
    BMW lebt wohl noch zu 100% in der Dinosaurier-Ära.

  9. Jürgen Kohl

    Kann es sein, dass die das Teil so hässlich machen, damit möglichst Wenige das kaufen, da es an Akkus fehlt?

  10. gerd

    der i 5 könnte schon im Verkauf sein. …

  11. roman

    „Das Design ist dynamisch, klar und elegant: passend zu einem emotionalen Elektrofahrzeug und den Werten von BMW“

    Ja, ne, is klar. Meine Emotion: HÄSSLICH mit Vorsatz.

  12. Daniel

    Eine hässliche Protz-Karre auf Verbrenner-Plattform… Wenn das alles ist, was BMW im Jahr 2020 zeigen kann, dann können sie endgültig das Licht ausmachen! Sorry, kein Mitleid.

  13. T.R.

    Ich finde die Niere mega schön!
    Faustformel: Wenn alle ein neues Design gewöhnungsbedürftig finden, liegt der Designer genau richtig!
    Den letzten MINI fanden auch alle komisch zu Anfang. Jetzt sehen die Gen 1 und 2 alt aus und die Gen 3 total schick.
    Gut gemacht BMW.

  14. redstar

    600 Km WLTP Reichweite bei rund 80 kWh Batterie? Sehr unwahrscheinlich.

    • FederKarneval

      Genau das hat mich auch gewundert. Sagen wir, die Batterie hat 75 kWh Netto, dann liegen wir bei einem Verbrauch von 12,5 kWh auf 100km, was ich als sehr ambitioniert halten würde.

  15. Deef

    BMWs waren mal schick. Nicht zu dick auftragend, mit einem gewissen understatement, dafür mit tollen inneren Werten. Warum müssen Autos IMMER GRÖßER werden? Die Städte sind voll, voll, voll! Meine Niere ist dicker als Deine – ich glaube dass das am Ende die Goldkettchenträger anmacht, aber ist das wirklich die Hauptzielgruppe von BMW? Sehr sehr peinlich und unzeitgemäß. Das soll der Markenkern sein? Dann lieber kein BMW.

  16. Simon

    Ich vermute mal, dass BMW ihr Design an die wichtigsten Märkte anpasst, was offensichtlich nicht Europa ist. Das ist auf den ersten Blick ja vielleicht auch nicht falsch, allerdings verlieren sie damit die Seele der Marke und werden beliebig und austauschbar.
    Der wegfall von Reihen 6 Zylindern und Heckantrieb ist für BMW natürlich sehr hart, aber Porsche schafft es ja auch irgendwie das „Porsche feeling“ in ein Elektroauto zu transportieren.

    Bei dem aktuellen Design werde ich mich jedenfalls beim nächsten Kauf von BMW abwenden.

  17. MrsE

    Schön ist er nicht…aber wenigstens mal kein SUV und kein Crossover. Wenn sie nun noch den hässlichen und prolligen Kühler in den Griff kriegen…bleibt er trotzdem sicher unbezahlbar :/

  18. E-wald

    BMW hat hiermit bewiesen, denn sie wissen nicht was sie tun. Design ist erst welches, wenn sich die Form von der Funktion her ableitet. Da nutzt es auch nicht, die chronisch morbide Niere als irgendwas mit „intelligence“ zu titulieren. Das ist Kitsch und peilt auch genau die Zielgruppe…….., na ja will das nicht weiter ausführen.
    Und hybride Fahrzeugkonfiguration verschwinden genauso wie die Hybride es tun werden. Aber wie um Gottes Willen will man mit diesem selbsternannten Geniestreich denn Tesla „angreifen“ oder „überholen“ ?? So verschenkt man noch mehr Zeit, die neue Anbieter so herrlich nutzen werden und eben nicht überteuerte sinnlose Egomobile auf den Markt bringen werden. Bayern ist halt auch nur eine Insel (Freistaat), wo man die Zukunft auch in Zukunft nicht erkennen wird. Kommt noch Lucid mit annehmbaren Preisen auf den Markt, war es das mit deutschen verbastelten sogenannten Premiumautos. …..und in Bayern tönt aus Österreich das Lied herüber „..sag beim Abschied leis servus….“

  19. Andy_Be_Scheuer_t

    Nun ja, nicht umsonst sprechen die Bayern hier noch von einem Konzept —> der Innenraum wird es genauso wenig 1:1 in die Serie schaffen.

    Ich bin auch kein Freund dieser übergroß gehaltenen Nieren – dennoch gilt es für die Gestaltung gewisse optische und auf den ersten Blick sofort erkennbare Alleinstellungsmerkmale zu schaffen —> hier fände ich aber auch, dass etwas weniger deutlich mehr ergeben würde 😉

    Den Angaben zur Effizienz traue ich indes halbwegs über den Weg :

    1. Das grundlegende Design ist effizient und sollte einem TM3 bzw. einem IONIQ sehr nah kommen.

    2. Diffusor am Heck bzw. im Unterboden verbessern die Effizienz —> ob diese Heck-Diffusoren jedoch derart prägnant in Serie gehen, wage ich zu bezweifeln.

    3. Die WLTP Angabe kratzt durchaus realistisch an der 600 Km Angabe, schließlich ist dieser Prüf-Zyklus doch recht Stadt-Fahrt orientiert —> ein aktueller i3 42br./37.5 net. kWh schafft bei milden Sommer Temp. im ausschließlich städtischen Betrieb schon 400 Km.

    4. Die allermeisten Interessenten sind einen präsenten Mitteltunnel gewohnt und schätzen diesen wohl auch —> gerade bei BMW ist es ein Teil der Gestaltungs-DNA, die vorderen Sitze deutlich voneinander zu trennen.

    Des Weiteren ergibt sich so die Möglichkeit das Akkupack maßgeschneidert in die Hohlräume zu bringen, was wiederum der Sitzposition auf allen Sitzen zuträglich sein dürfte, Porsche & Rimac lassen grüßen.

    Natürlich erschwert dieses Akku-Design die Kühlung / Heizung ein wenig, doch diese Aufgabenstellung sollten die Herschafften in München meistern können, dies haben sie beim „neuen“ Mini E bereits gezeigt.

    Fun-Fact nebenbei, der frisch implantierte i3s Antriebsstrang macht den Mini E zum besten Mini ever —> Zitat Jonny Smith (CarPervert), und das glaube ich Ihm gerne —> es ist halt kein zwingender Nachteil, eine ICE Architektur auf BEV zu trimmen, wenn es gekonnt ausgeführt wird.

    5. Es kommen die neusten Prismenzellen von Samsung SDI zum Einsatz, diese bauen flacher, 1/3 weniger Bauhöhe gegenüber dem bisher verbauten Derivat, wenn ich recht erinnere, bei gleichzeitiger Erhöhung der Energiedichte, welche wohl durch eine weitere Optimierung der 811 NCM Formel erreicht wird ?!

    6. Der e-Drive Antrieb der fünften Generation sollte bei genauerer Betrachtung —> Hallo Sandy Monroe, bitte schnellst möglich einen i4 erwerben und zerlgen 🙂 <— einen deutlichen Fortschritt in Puncto Packaging, Effizienz aufweisen.

    Der Motor des i3 beweist seit jeher, wie effizient ein PSM Design mit einer ordentlichen Portion Reluktanz ist, da dürfte das neuste Modell durchaus einen deutlichen Unterschied bieten.

    Bye the way, kennt jemand die genauen Unterschiede und Anwendungsbeispiele der e-Drive Generationen ( 1-4 ) ?

    BMW ist in der Tat spät dran, ABER, es sind doch des öfteren die späten Gäste, welche die Party erst so richtig interessant machen :-))

  20. CFWerk

    Schließe zu Andy_B_Scheuer_T auf, und kann dem Neuen eine hohe Markenaffirmation bescheinigen. Die erregte Aufmerksamkeit bestätigt dies.
    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, aber ein Frühstart führt unweigerlich zur Disqualifizierung am Markt. Nur Fantasten produzieren ins Leere. Immerhin ist BMW der Hersteller mit den höchsten E-Zulassungszahlen in Europa.
    Wer die bekannten Nieren haben will greift auf vorhandene und Oldtimer zurück. Mit meinem habe ich dann sogar noch zwei Nieren.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/03/03/bmw-enthuellt-concept-i4/
03.03.2020 09:18