13.06.2020 - 11:30

Designwerk übergibt E-Lkw mit 680-kWh-Akku an DPD

DPD wird in der Schweiz ab Dezember einen Elektro-Lkw von Designwerk mit einer Reichweite von bis zu 760 Kilometern einsetzen. Die Batterie an Bord ist mit 680 kWh angeblich die größte Lkw-Batterie in Europa und die erste, die weltweit in dieser Form kommerziell eingesetzt wird.

Der E-Lkw des Typs Logistics 18E ist unter der Designwerk-Marke Futuricum gebaut worden. Als Fahrzeugbasis diente wie bei dem Schweizer Hersteller üblich ein Lkw von Volvo. Bisher setzte Futuricum bei seinen E-Nutzfahrzeugen jedoch auf eine Batterie mit einer Speicherkapazität von 50o kWh – etwa beim Müllfahrzeug Collect 26E und bei den mit Liebherr konsturierten Betonfahrmischern ETM 1005 und 1205. Der nun für DPD konfigurierte E-Lkw hat eine nochmals größer dimensionierte Batterie erhalten, wodurch sich eine Reichweite von bis zu 760 Kilometern ergeben soll. “Damit ist das Fahrzeug in Sachen Reichweite auch im Vergleich zu Wasserstoffahrzeugen auf längeren Strecken sehr konkurrenzfähig”, äußert Adrian Melliger, Geschäftsführer der Designwerk Products AG.

Bei DPD wird der Logistics 18E vollumfänglich einen Lastwagen mit Verbrennungsmotor ersetzen und seinen Dienst auf allen Linienverkehren des Unternehmens ohne Zwischenladung absolvieren. „Er ist somit der erste E-Lkw von DPD, der im realen Einsatz und nicht auf Teststrecken genutzt wird“, sagt Tilmann Schultze, CEO von DPD Schweiz. Auch wenn der Einsatz der neuen Technologie im Vordergrund stehe, „die wegfallenden Dieselkosten und die noch gültige Befreiung des Lkw von der Schwerverkehrsabgabe sind elementar um dieses Projekt auch aus wirtschaftlicher Perspektive umzusetzen“, so Schultze.

Der Logistics 18E wird zunächst auf der Strecke zwischen dem DPD-Depot in Möhlin und dem Verteilzentrum in Buchs eingesetzt und soll pro Jahr mindestens 80.000 Kilometer fahren. Dabei spart das Modell nach Prognosen des Parketzulieferers gegenüber vergleichbaren, dieselbetriebenen Lastwagen rund 90 Kilogramm CO2 pro 100 Kilometer ein, was rund 72 Tonnen eingespartem CO2 pro Jahr entspräche.
dpd.com

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6 Kommentare zu “Designwerk übergibt E-Lkw mit 680-kWh-Akku an DPD

  1. Elwynn

    Mal bisschen Milchmädchenrechnung:
    Pro produzierter kWh in einer Lithiumbatterie werden zwischen 61 und 106 kg CO2 emittiert. Das entspräche bei der 680 kWh-Batterie des LKW erst einmal knapp 57 Tonnen CO2. Bei Einsparungen von 72 Tonnen pro Jahr also bereits im ersten Jahr der Break-Even! Klingt ja ziemlich gut.
    Weiterhin:
    Moderne Lithiumzellen schaffen ja gut und gerne ihre 2.500 Vollzyklen. Bei 760 km Reichweite und 80.000 km Jahresfahrleistung also um die 105 Vollzyklen pro Jahr. Nach knapp 24 Jahren wäre die Batterie also (rein rechnerisch) platt. „Lustigerweise“ entsprechen diese 24 Jahren EXAKT der durchschnittlichen Lebenserwartung moderner LKW. Liest sich also auch erst einmal ziemlich gut. Bin gespannt auf das erste Fazit!

  2. Richie

    Das einzige Problem ist der „Tank“, der bei einem normalem LKW etwa 500€ kostet und hier 68.000€. Mag sein, dass Motor und Getriebe elektrisch etwas preiswerter sind, aber diese 68.000€ stehen erst einmal massiv da.

    Da müssen dann Maut, zeitliche Fahrbegrenzungen, etc…etc…entfallen, damit sich die Sache rechnet. Oder man muss über spezielle Gesetze die Elektromobilität in den Markt bringen, wie es bei Stadtbussen in etwas über einem Jahr der Fall sein wird.

    • Der Andi

      Aber dafür ist der „Treibstoff Strom“ wesentlich günstiger und umweltschonender als herkörmlicher Diesel. Zumal die Karaft des Elektromotors einen viel besseren „Drehmomentbereich“ hat als ein LKW-Verbrenner-Motor. Dadurch sollten sich die „Spritkosten“ drastisch senken und wenn DPD dann noch den Strom selbst produziert oder grün einkauft ist das eine feine Sache.

    • Franz

      Ja, anstatt die 68.000 € in regenerative Energien zu stecken, bauen Sie einen Lkw mit Batterien, der dann mit Strom aus Kohle gefüttert wird. Und auf der Schiene setzen sie Wasserstoff ein. Alles mit grünem Strom. Dabei haben sie nicht einmal 50% regenerativ bei Strom. Vom gesamten Energieverbrauch ganz zu schweigen. Mich würde auch noch die Nutzlast interessieren. Und das Gesamtgewicht. Und die daraus resultierenden Strassenschäden. Und die Brücken, und …

      • Simon Maier

        Die Verstromung von Kohle ging die letzten Jahre immer mehr zurück, aktuell ist man bei nur noch 1/3.
        Klar ist, dass D mehr Güter auf der Schiene braucht, aber bestimmte Güter die schnell gehandhabt werden müssen wie Pakete passen nicht zum typischen Schienengüterverkehr.
        Gerade bei einem LKW der relativ viel fährt armotisiert sich die Batterie energetisch gesehen schnell, schneller als bei PKWs, welche im Schnitt zu 96 % parken. Letztlich hat der LKW auch nur die Akkus von 10 64 kWh Konas.

  3. ID.alist

    Das ist eigentlich nur eine 64km Strecke(laut Google Maps). Bei diesen geplanten 80.000 km im Jahr, sind es exakt 1250 einfache Fahrten.
    Das macht bei 6 Tage in der Woche und 52 Wochen im Jahr 4 Einfache Fahrten am Tag, also 256 km, dafür würden 2 170kWh Module ausreichen und man bekommt sogar 2t Nutzlast kostenlos dazu 🙂
    Wobei, nach der Rechnung von Elwynn, die Baterien würden schon nach 12 Jahren schlapp machen, aber wer weiß was in 12 Jahren passieren wird.

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