22.07.2020 - 13:21

BMW rüstet Werk München ab Freitag für den i4 um

Mit Ende der Spätschicht am 23. Juli beginnen im BMW-Werk München die Vorbereitungen auf die Produktion des rein elektrischen i4. Dafür ruht die Fahrzeugfertigung sechs Wochen lang bis zum Beginn der Frühschicht am 7. September.

Die sechswöchige Sommerpause hatte BMW bereits im Januar angekündigt. In den Schulferien in Bayern, die vom 27. Juli bis zum 7. September dauern, werden rund 6.000 der 7.800 Mitarbeiter des Werks zwangsweise Urlaub machen. Also quasi die gesamte Belegschaft der Fahrzeugmontage – die rund 1.700 Mitarbeiter des Motorenwerks werden weiter für das globale Produktionsnetz fertigen.

Neben dem Einbau neuer Anlagen ist es notwendig, die bestehenden Produktionsanlagen so umzurüsten, dass die BMW 3er Limousine, der BMW 3er Touring, beide mit Verbrennungsmotoren und Hybridantrieb, der BMW M3 sowie der rein elektrische BMW i4 auf derselben Linie gefertigt werden können. „Das ermöglicht es uns, flexibel auf die Kundennachfrage zu reagieren“, sagt Werkleiter Robert Engelhorn. „Wir machen das Werk München fit für die Zukunft.“

Gänzlich unumstritten ist dieser Multi-Energy-Ansatz aber auch intern nicht. Vor einigen Wochen sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Schoch, dass es Zeit für einen Kurswechsel sei. „Nur mit einer eigenen E-Architektur können wir die Vorteile eines Elektrofahrzeugs voll ausschöpfen“, sagte Manfred Schoch dem Spiegel. Porsche hat für den Taycan bereits eine eigene BEV-Plattform entwickelt, Audi setzt auf den MEB von Volkswagen, die J1 genannte Taycan-Plattform und die noch gemeinsam mit Porsche in Entwicklung befindliche Premium Platform Electric PPE. Bei Mercedes-Benz soll der EQS auf einer EV-only-Plattform entstehen.

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BMW verspricht sich von der aktuellen Strategie vor allem Vorteile bei der Produktion. Anstelle eigener Elektro-Produktionslinien oder -Werken sollen im Falle des Werks München 90 Prozent der bestehenden Produktionsanlagen weiter genutzt werden können. Die restlichen zehn Prozent, vor allem am Hinterbau des Fahrzeugs, müssen wegen der Hochvoltbatterie umgebaut werden.

Bei dem Einbau der neuen Anlagen sind laut BMW vor allem die „beengten Strukturen“ im Werk eine Herausforderung. „Auf engstem Raum müssen innerhalb von sechs Wochen alte Anlagen entfernt, neue Anlagen installiert und in Betrieb genommen werden“, sagt Werksleiter Engelhorn. „Das erfordert planerische Exzellenz und eine hohe Kreativität.“

Die E-Motoren und Hochvoltbatterien für den i4 werden aus dem kürzlich eröffneten Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion im Werk Dingolfing zugeliefert. Die dort montierten Batteriezellen werden von Unternehmen wie CATL und Samsung SDI zugeliefert – und in Europa künftig auch von Northvolt.

Für China bahnt sich neben CATL ein Deal mit einem weiteren Zellhersteller an. Einem Medienbericht zufolge verhandeln die Münchner mit dem chinesischen EVE Energy über eine Zusammenarbeit. EVE Energy könnte somit nach CATL zum zweiten Batteriezellen-Zulieferer für BMW auf dem chinesischen Markt werden. Das Joint Venture BMW Brilliance (das in Shenyang den iX3 fertigt) soll derzeit mit einer Tochtergesellschaft von EVE Energy über eine Zusammenarbeit sprechen. Details hierzu, etwa über die Umfänge, Zelltypen und mögliche Modelle, gibt es aber noch nicht.
bmwgroup.com (München), gasgoo.com (EVE Energy)

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