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US Postal plant nun doch größere E-Flotte

Der United States Postal Service (USPS) hat in einer Mitteilung einen Elektroanteil in seiner Flotte von 70 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts in Aussicht gestellt. Bisher waren die Planungen deutlich verhaltener. Initial sollen offenbar 5.000 E-Fahrzeuge geordert werden.

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Nachdem der United States Postal Service (USPS) im Rahmen der Erneuerung seiner Fahrzeugflotte zunächst nur zu zehn Prozent auf Elektrofahrzeuge setzen wollte (was bereits damals zu Kritik geführt hatte), kommt nun Bewegung in die Angelegenheit. Die US-Umweltschutzbehörde EPA schrieb vor einigen Tagen einen Brief an den USPS und machte darin klar, dass der Elektroanteil von zehn Prozent viel zu niedrig sei.

Daraufhin veröffentlichte der USPS nun eine Mitteilung, in welcher der US-Postdienst einen Elektroanteil von 70 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts in Aussicht stellt – beginnend mit einer möglichen Bestellung von zunächst 5.000 E-Fahrzeugen. Der USPS-Plan biete auch „Flexibilität, die Anzahl der eingeführten Elektrofahrzeuge zu erhöhen, falls zusätzliche Mittel verfügbar werden“.

Die Umsetzung des „Next Generation Delivery Vehicle“-Programms (NGDV) werde man „steuerlich verantwortlich“ umsetzen. Daher verweist USPS-Chef Louis DeJoy auf die zusätzlichen Mittel, die aus seiner Sicht nötig sind. „Ohne eine solche Finanzierung müssen wir steuerlich verantwortliche Entscheidungen treffen, die zur erforderlichen Einführung sichererer und umweltfreundlicherer Fahrzeuge für die Männer und Frauen führen, die Amerikas Post ausliefern“, sagt DeJoy.

Der Postdienst selbst bekräftigt die Notwendigkeit, 30 Jahre alte Lieferfahrzeuge in der eigenen Flotte zu ersetzen, „die von ineffizienten Benzinmotoren angetrieben werden und denen es an modernen Sicherheitsfunktionen mangelt“.

DeJoy lässt aber auch durchblicken, dass ein NGDV mit Verbrennungsmotor derzeit sein Favorit ist. Im Vergleich zu dem aktuellen Fahrzeug, das „Long Life Vehicle“ genannt wird, sei die Kraftstoffeffizienz deutlich besser.

Die bessere Kraftstoffeffizienz wird von der EPA jedoch in Frage gestellt. Basierend auf den bisherigen Planungen von zehn Prozent E-Anteil schrieb die stellvertretende EPA-Administratorin Vicki Arroyo in dem Brief: Eine 10-prozentige Verpflichtung zu sauberen Fahrzeugen „mit praktisch keinen Kraftstoffeffizienzgewinnen für die anderen 90 Prozent ist eindeutig unvereinbar mit“ Bidens Plan, „mit bewusster Geschwindigkeit auf saubere, emissionsfreie Fahrzeuge hinzuarbeiten“.

USPS hält dagegen, dass Die Plattform des NGDV flexibel ausgelegt sei und auch mit einem Batterie-elektrischen Antrieb ausgerüstet werden könne. Entscheidend sind aber wohl die Kosten: „Wenn Sie eine unabhängige Regierungsbehörde sind, die jährlich Verluste in Milliardenhöhe einfährt, und das Mandat des Kongresses hat, finanziell nachhaltig zu wirtschaften, sind wir gezwungen, umsichtig im Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit zu handeln“, so DeJoy. „Diese Verantwortung sollte jedoch nicht mit einer ambivalenten Verpflichtung zum Betrieb einer saubereren Postfahrzeugflotte für unser Land verwechselt werden.“

Update 25.03.2022: Der United States Postal Service (USPS) hat zur Erneuerung seiner Flotte 50.000 Lieferfahrzeuge beim Nutzfahrzeughersteller Oshkosh Defense bestellt, davon 10.019 Elektrofahrzeuge. Das sind rund doppelt so viele E-Fahrzeuge wie zuletzt geplant.

Update 29.04.2022: Trotz der Verdopplung der E-Bestellung ist das vielen Stellen in den USA nicht genug. Dass der USPS bei neuen Fahrzeugen weiterhin vor allem auf Verbrenner und nur zögerlich auf Stromer setzt, hat für das Staatsunternehmen nun womöglich juristische Konsequenzen: Sechzehn US-Bundesstaaten, vier Umweltgruppen und die Gewerkschaft United Auto Workers reichten Klagen ein, um gegen den Beschaffungsplan des United States Postal Service vorzugehen.

Konkret wird USPS beschuldigt, eine fehlerhafte und rechtswidrige Umweltanalyse durchgeführt und Verträge unterzeichnet zu haben, bevor sie überhaupt einen Entwurf einer Umweltprüfung abgeschlossen hatten. USPS hat dem laut einem Reuters-Bericht widersprochen und gibt an, alle Umweltpflichten erfüllt zu haben.
apnews.com (EPA-Brief), usps.com, usps.com (Update I), reuters.com (Update II)

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