24.02.2021 - 13:32

USPS fehlt offenbar Mut zur rein elektrischen Flotte

Bereits 2015 wurde bekannt, dass der United States Postal Service (USPS) seine Flotte durch neue Fahrzeuge ersetzen will. Jetzt wurde ein Auftrag über eine Lieferung von bis zu 165.000 Exemplare vergeben. Rein elektrisch wird die Flotte jedoch nicht.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Spätestens seitdem der neue US-Präsident Joe Biden angekündigt hatte, dass landesweit alle rund 645.000 Fahrzeuge der Regierung durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden sollen, wurde damit gerechnet, dass auch der USPS komplett auf Stromer setzen würde. Doch dazu fehlt der Behörde offenbar der Mut: Der USPS vergab jetzt einen Auftrag an den US-Nutzfahrzeughersteller Oshkosh Defense, der hauptsächlich für den Bau von Militärfahrzeugen bekannt ist.

Dieser soll in den nächsten zehn Jahren insgesamt bis zu 165.000 Exemplare eines „Next Generation Delivery Vehicle“ liefern. Die Fahrzeuge werden laut USPS „entweder mit kraftstoffsparenden Verbrennungsmotoren oder mit Batterie-elektrischen Antrieben ausgestattet und können nachgerüstet werden, um mit den Fortschritten in der Elektrofahrzeugtechnologie Schritt zu halten“.

Wie viele der Fahrzeuge über einen E-Antrieb verfügen werden und wie viele ggf. nachträglich umgerüstet werden könnten, wurde nicht bekanntgegeben, Louis DeJoy, der Chef des USPS hinter dieser Entscheidung, wurde übrigens von Donald Trump ernannt.

Inzwischen hat DeJoy auch einige Details genannt: Lediglich zehn Prozent der bestellten Fahrzeuge sollen elektrisch sein.

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Update 10.03.2021: Das letzte Wort ist bezüglich der Auftragsvergabe zur Erneuerung der Flotte des United States Postal Service (USPS) offenbar noch nicht gesprochen, denn es gibt einige neue Entwicklungen. So hat eine Gruppe von 17 Demokraten des US-Repräsentantenhauses einen Gesetzentwurf eingereicht, um dem US-Postdienst sechs Milliarden US-Dollar für den Kauf von Zehntausenden zusätzlicher E-Lieferfahrzeuge zur Verfügung zu stellen, damit mindestens 75 Prozent der neuen USPS-Fahrzeuge elektrisch fahren.

Unterdessen haben Vertreter der Demokraten auch die Börsenaufsicht SEC alarmiert, weil es kurz vor Bekanntgabe des Vertrags Berichte über einen „möglicherweise ungewöhnlichen Handel mit Oshkosh-Aktien“ gegeben habe.

Der US-Fahrzeughersteller Workhorse, der sich ebenfalls an der Ausschreibung für die Erneuerung der USPS-Flotte beteiligt und als einziger reiner E-Fahrzeug-Hersteller der beteiligten Firmen fest mit einem Teil des Auftrags gerechnet hatte, kündigt derweil an, seine rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, um gegen die Entscheidung vorzugehen.
electrek.co, usps.com, reuters.com, reuters.com, finance.yahoo.com, ir.workhorse.com (alle drei Update)




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3 Kommentare zu “USPS fehlt offenbar Mut zur rein elektrischen Flotte

  1. Bernd Zalteng

    Ich weiß nicht, ob der Beitrag wirklich in die Rubrik „Kurzschluss“ gehört. Dort sind doch eher leicht skurrile Sachen, auch solche zum Schmunzeln oder Wundern eingeordnet.
    Die Entscheidung von USPS gegen rein BEV wäre hingegen eher für eine neue Rubrik „Realität“ geeignet. USPS wird flächendeckend in ganz USA samt Alaska und anderen „unendlichen Weiten“ mit rein elektrischem Fahrzeugpark nicht operieren können. Die Zukunft wird und braucht eben nicht nur rein elektrisch sein. US Army wird ebenfalls nicht rein elektrisch 😉

    • Christian Schubert

      Kodak: “Digitale Fotos nicht mitgemacht”
      Nokia: “Smartphones-Trend ignoriert/verschlafen”
      Wo stehen diese Firmen heute? Soviel zur Realität:
      USPS-Fahrzeuge fahren einzeln pro Tag nicht tausende von Kilometern. Die Zeit der Dinosaurierreste-verbrennenden Stinker ist vorbei. Diejenigen, welche sich noch daran klammern, werden wie die Dinos einfach aussterben. Kodak und Nokia lassen grüssen…

  2. Sebastian Dresee

    Hier geht es doch nicht um Mut.
    USPS ist lediglich realistisch und das kann man von einem Unternehmen auch so erwarten.

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https://www.electrive.net/2021/02/24/usps-fehlt-offenbar-mut-zur-rein-elektrischen-flotte/
24.02.2021 13:42