Mercedes GLC: Plug-in-Hybride mit 100 Kilometern E-Reichweite

Mercedes-Benz hat die neue Generation seines SUV-Modells GLC vorgestellt. Dabei kommen nur noch elektrifizierte Antriebe zum Einsatz, was mindestens einen 48-Volt-Mildhybrid bedeutet. Dazu gibt es auch drei Plug-in-Hybride, die auf jeweils mehr als 100 Kilometer Batterie-Reichweite kommen.

Kern aller drei Plug-in-Hybride ist die neue Batterie, die laut der Mitteilung eine Eigenentwicklung von Mercedes-Benz ist. Sie kommt auf eine Gesamtkapazität von 31,2 kWh, die nutzbare Kapazität gibt der Autobauer nicht an. Sie soll nicht nur die Reichweite von mehr als 100 Kilometern nach WLTP City ermöglichen, sondern auch mit knapp 2C geladen werden können.

Das heißt: Die maximale DC-Ladeleistung des GLC PHEV liegt optional bei 60 kW. Selbst bei komplett leerer Batterie soll ein Ladevorgang in rund 30 Minuten möglich sein. AC-seitig ist je nach Markt ein 11-kW-Charger serienmäßig an Bord. Die Ladezeit nennt Mercedes in der Mitteilung nicht, sie dürfte aber bei entsprechender Ladesäule oder Wallbox etwas unter drei Stunden liegen.

Da bei der Batterie nicht nur die Leistungsdichte erhöht wurde, sondern auch das DC-Laden die Temperatur in den Zellen erhöhen kann, verfügt die neue Batterie über eine eigene innenliegende Kühlung. Damit kann das Batteriemanagement – anders als beim Vorgänger – die Betriebstemperatur unabhängig von der Innenraumklimatisierung regeln. Damit soll nicht nur die DC-Ladekurve, sondern auch der Dauerbetrieb in Heiß- und Kaltländern verbessert werden.

Die Leistung des Elektromotors (eine permanenterregte Innenläufer- Synchronmaschine) liegt in allen Varianten bei 100 kW, das maximale Drehmoment gibt Mercedes mit 440 Nm an. Damit kann der GLC bis zu 140 km/h rein elektrisch fahren. Die Leistungselektronik wurde wie der E-Motor in das Getriebegehäuse integriert. Damit benötigt das System weniger Bauraum, zudem vereinfacht es die Montage im Fahrzeugwerk in Bremen und künftig auch in Sindelfingen.

Neben der höheren E-Reichweite war ein „deutlich elektrischeres Fahrgefühl“ eines der Entwicklungsziele. So gibt Mercedes an, das Hybrid-Fahrprogramm verbessert zu haben – der elektrische Fahrmodus wird automatisch für die jeweils sinnvollsten Streckenabschnitte eingeplant.

Ebenfalls das elektrische Fahrgefühl (und auch die Effizienz des Antriebssystems) soll ein neuer, vakuumunabhängiger, elektromechanischer Bremskraftverstärker verbessern. Dieser steuert je nach Fahrsituation automatisch den flexiblen Wechsel zwischen hydraulischem Bremsen und Rekuperation – damit soll die beste Energierückgewinnung erzielt werden, so Mercedes. Das System soll häufiger die maximale Rekuperationsleistung ausnutzen, die wie die elektrische Antriebsleistung bei 100 kW liegt.

Der elektrische Teil des Antriebs wird mit zwei Benzinern oder einem Diesel kombiniert. In allen Fällen handelt es sich um zwei Liter große Vierzylinder, auch bei den Mildhybriden wurde der Sechszylinder aussortiert. Im GLC 300 e 4MATIC leistet der Benziner 150 kW, die Systemleistung liegt bei 230 kW. Der GLC 400 e 4MATIC kommt auf 185 Benzin-kW, die Systemleistung gibt Mercedes bis 280 kW an. Der GLC 300 de 4MATIC leistet 245 kW im System, der Diesel steuert hier 145 kW bei.

Der Diesel-PHEV kommt mit 750 Nm auf das höchste System-Drehmoment, die Benziner kommen auf 550 bzw. 650 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei allen Varianten bei mehr als 217 km/h. Bei den beiden Benzinern liegt die E-Reichweite bei 104-120 Kilometern, beim Diesel sind es 102 bis 117 Kilometer.

Beim Fahrwerk erhalten die Plug-in-Hybride an der Hinterachse serienmäßig Luftfederung und Niveauregulierung. Das volle Airmatic-System ist gegen Aufpreis erhältlich. Wie schon die elektrischen EQE und EQS erhält auch der GLC eine Hinterachslenkung, hier allerdings nur optional. Der Lenkwinkel an der Hinterachse beträgt bis zu 4,5 Grad. Der Wendekreis verringert sich dadurch um 90 Zentimeter auf 10,9 Meter.

Bei der Karosserie ist der neue GLC mit 4,71 Metern sechs Zentimeter länger geworden. Von Außenspiegel zu Außenspiegel ist das Auto sogar etwas schmaler geworden, die Höhe ist quasi gleich. Mit bis zu 600 Litern ist der Kofferraum 50 Liter größer geworden – allerdings nur bei den Mildybriden. Der PHEV kann bis zu 460 Liter einladen.

PHEV mit zwei Tonnen Anhängelast

Innen folgt der GLC dem Design der aktuellen Mercedes-Modelle: Das in diesem Fall 11,9 Zoll große Zentral-Display prägt das Innenraum-Design, der LCD-Bildschirm für den Fahrer musst 12,3 Zoll. Als Sonderausstattung wird MBUX Augmented Reality für Navigation angeboten: Eine Kamera erfasst die Umgebung vor dem Fahrzeug. Das Zentraldisplay zeigt die bewegten Bilder und blendet zusätzlich virtuelle Objekte, Informationen und Markierungen ein. Dazu gehören beispielsweise Verkehrsschilder, Abbiegehinweise, Spurwechselempfehlungen und Hausnummern.

Da der GLC in der Vergangenheit oft als Zugfahrzeug eingesetzt wurde, hat Mercedes nach eigenen Angaben auch in diesem Punkt bei der Neuauflage auf Verbesserungen Wert gelegt. Die Plug-in-Hybride können bis zu zwei Tonnen ziehen, die Mildhybird-Benziner 2,4 Tonnen und der Mildhybird-Diesel 2,5 Tonnen. Die Stützlast liegt in allen Fällen bei 100 Kilogramm. Neu ist zum Beispiel auch ein Gespannroutenplaner, der unter anderem Durchfahrtbreiten und Durchfahrthöhen berücksichtigt. Sobald der Kugelkopf belegt ist und eine elektrische Verbindung besteht, fragt der Gespannroutenplaner im MBUX die Nutzung der Anhängevorrichtung ab – handelt es sich nur um einen Fahrradträger oder doch einen kleinen Anhänger? Oder einen größeren Wohnwagen oder Pferdeanhänger?

Da die Plug-in-Hybride mit der größeren Batterie auf deutlich erhöhte elektrische Fahranteile kommen sollen, ist auch der Akustikkomfort in den Fokus der Entwickler geraden. Ein Beispiel: er GLC trägt nun Bordkantenspiegel – statt der bisherigen Dreiecksspiegel. Unter anderem wurden die optimale Position des Spiegels auf der Türaußenbeplankung ermittelt und das Spiegelgehäuse sowie der Spiegelfuß aerodynamisch und aeroakustisch weiter verbessert.

„Durch den hohen Fahrkomfort und die überzeugende Gesamtakustik ist der GLC ein toller Langstreckenbegleiter und macht einfach Spaß“, sagt Jörg Bartels, Leiter Integration Gesamtfahrzeug. „Der neue GLC bringt alle Eigenschaften mit, die einen Mercedes-Benz SUV ausmachen: kompromisslose Fahrsicherheit auf der Straße, überragende Fahrdynamik und souveränes Fahrverhalten im Gelände.“

Preise für den GLC hat Mercedes noch nicht genannt.
mercedes-benz.com

11 Kommentare

zu „Mercedes GLC: Plug-in-Hybride mit 100 Kilometern E-Reichweite“
Sebastian
02.06.2022 um 08:07
Perfekt für Leute die häufig Anhänger fahren und keine Lust haben alle 170 Kilometer ne Stunde an der Ladesäule abzuhängen. Im Alltag mit der elektrischen Reichweite ebenso perfekt um alles nötige abzudecken. Gut gemachte PHEV werden völlig unnötig in den Foren zunichte gemacht.
Uli
11.06.2022 um 13:17
Genau. Ist das einzige Fahrzeug das für uns im Wohnwagenbetrieb in Frage kommt und auch die nötige Zuglast hat.
Robert
02.06.2022 um 09:44
34 kWh Akku für 110 km Reichweite - eher gut gemeint als gut gemacht.
Sebastian
02.06.2022 um 13:30
Die Akku Angabe ist brutto und Verbrauchswerte werden im WLTP immer mit Ladeverluste angegeben. Soooo kompliziert ist es nun wirklich nicht.
Udo
02.06.2022 um 16:45
Na toll Da kann ja Mercedes jubeln und sagen Unsere e Autos werden uns aus den Händen gerissenAndere bauen aus 31 kw Akku ein richtiges AutoWas ist denn das für ein Sch….
Sebastian
03.06.2022 um 02:40
Erstmal kW von kWh trennen. Was soll das für ein tolles BEV sein, mit 31 kWh Akku? Da kommt jeder Gabelstapler weiter. Unter 60 kWh ist alles Quatsch.
Pierre
18.06.2024 um 11:39
Für mich genau das richtige Auto 110 km genügen täglich vollends für meine Bedürfnisse Sollte es ausnamsweise mal weiter gehen so bleibt mir immer noch der Benziner Eine Batterie von rund 31 kwh wiegt bis zu 300kg . Bei 60 kwh wäre das also das doppete an Gewicht zu beschleunigen was unnötige Verschwendung an Energie wäre. Aus diesem Grund soll auch der Benzintank nur bei voraussichtlich weiter Strecke voll betankt sein.
Robert
16.01.2024 um 13:47
nun z.B. Beisspiel der Hyundai Ionic Classic mit 28kw Akkus ist das effizienste E-auto der Welt mit nur 11,5 kw Verbrauch auf 100km und der kann mit 70Kw/h laden ist zwar schon etwas älter aber immer ein Verbrauchsmonster da kommen die heutigen modernere E-Autos nicht hin
Siegfried Thüringer
18.09.2022 um 11:54
Ideales Auto wenn man 80 % im Jahr kurzstrecken fährt im E-Modus bei eigenener Photovotaikanlage
Tommi Rafoth
16.01.2024 um 13:27
Moin, mein GLC 300e ist Baujahr Mai 2023. Die elektrischen Fahrkilometer sind zwischen 110 - 130 Km angegeben. Jetzt im Winter, bei um die Null Grad erreicht die Ladekapazität nur noch 70 elektrische Kilometer. Ist der Akku defekt oder ist das bei dieser Witterung normal? Wenn es noch kälter wird, bin ich ja bei einem Akku Leistungsverlust von 50%.
Christoph Triest
03.03.2024 um 10:12
Im Winter um die null Grad max 90 km Reichweite selbst bei ökonomischer Fahrweise. 120 oder mehr km ist nicht realisierbar, auch bei sommerlichen Temperaturen nicht, bei meinem neuen GLC 400 e jedenfalls nicht!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Lesen Sie auch