15.06.2022 - 10:14

Peugeot bringt e-Rifter als Camper-Mobil

Peugeot erweitert sein Elektrofahrzeug-Angebot in Deutschland um den e-Rifter Vanderer. Das kompakte Campingmobil ist aus einer Zusammenarbeit mit der im Allgäu ansässigen Firma Vanderer, einem Spezialisten für Campervan-Lösungen, entstanden.

Das Basisfahrzeug ist der Peugeot e-Rifter in der Ausführung L2 mit fünf Sitzen. Optional kann auch die Ausführung L2 mit sieben Sitzen gewählt werden. Es handelt sich also immer um die 4,75 Meter lange Langversion, das 4,40 Meter lange Standard-Modell kann nicht mit dem Camping-Umbau geordert werden.

Am Antrieb gibt es keine Änderungen. Es bleibt also bei der bekannten Kombination des 100 kW starken E-Motors von Vitesco an der Vorderachse und der 50 kWh großen Batterie. Die in den größeren E-Transportern von Stellantis optionale 75-kWh-Batterie wird im e-Rifter selbst in der Langversion nicht angeboten. Die Norm-Reichweite für den e-Rifter Vanderer gibt Peugeot mit 269-274 Kilometern (Fünfsitzer) bzw. 266-267 Kilometer (Siebensitzer) an. Bei unserer Testfahrt mit dem Schwestermodell Opel Combo-e (allerdings in der Kurzversion) hat sich eine Praxisreichweite zwischen 220 und 250 Kilometern ergeben. Bei reiner Autobahnfahrt dürften es aber kaum 200 Kilometer sein.

Auch das Ladesystem bleibt unverändert: Per CCS-Anschluss kann die Batterie mit bis zu 100 kW in der Spitze geladen werden, auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang 30 Minuten. An einer 11-kW-Ladestation ist der Akku in etwas über fünf Stunden komplett geladen. Auf Camping-Plätzen relevant: Mit 16 Ampere einphasig ist die Batterie laut Peugeot in rund 14 Stunden wieder auf 100 Prozent geladen.

Zum Camping-Umbau selbst: Der e-Rifter Vanderer verfügt zwar als optisch herausstechendes Merkmal über ein aufstellbares Dach, dort können bis zu zwei Personen schlafen. Zwei weitere finden auf der Liegefläche im Innenraum Platz, womit bis zu vier Personen in dem Fahrzeug schlafen können. Auf Wunsch wird auf der Beifahrerseite die Markise Fiamma F35 Deep Black montiert.

Das handgefertigte Möbelsystem von Vanderer ist multifunktional. So ist etwa die Küchenecke nicht nur ausziehbar, sondern auch höhenverstellbar. Das sorgt für eine angenehmere Arbeitshöhe und mehr Platz im Innenraum, während die Küchenzeile nachts abgesenkt werden kann, um eine breitere Liegefläche zu ermöglichen. Die Küchenzeile bietet mit Gas und Induktion zwei Möglichkeiten zum Kochen. Ergänzt wird die Küchenecke durch ein Spül- und Waschbecken mit fließendem Wasser (Volumen 12 Liter Frisch- und Abwasser). Zwischen den Vordersitzen ist eine 16 Liter große Kühl-Gefrier-Kombination verbaut.

Das gesamte Möbelmodul kann von zwei Personen und ohne Werkzeug entnommen werden. Wird im Alltag mehr Stauraum oder die Sitzplätze für 7 Personen benötigt, kann der Möbelbau eingelagert werden.

Die Preise für den Camping-Umbau von Vanderer nennt Peugeot in der Mitteilung nicht. Der e-Rifter L2 Fünfsitzer ist in Deutschland zu Preisen ab 42.440 Euro zu haben. Auf seiner Website nennt Vanderer aber Preise für den Umbau, der auch bei den technisch baugleichen Basisfahrzeugen Citroen e-Berlingo XL, Opel Combo-e Life L2 und Toyota City Verso Electric L2 möglich ist: Das Basis-Umbaupaket kostet 22.990 Euro. Die Kühl-Gefrier-Kombination kostet 595 Euro Aufpreis, die Markise 990 Euro. Eine 2-kW-Standheizung kann für 2.390 Euro hinzugebucht werden, eine mit dem Aufstelldach kompatible Dachrehling für 890 Euro. Der e-Rifter Vanderer kostet somit mindestens 65.430 Euro, werden alle Optionen bei Vanderer gebucht, sind es 70.295 Euro – ohne jegliche Zusatz-Ausstattung im Peugeot-Konfigurator.
stellantis.com, vanderer.eu (Preisliste Umbau als PDF)

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5 Kommentare zu “Peugeot bringt e-Rifter als Camper-Mobil

  1. Sebastian

    so ist der Wagen mit dem Akku perfekt. So kann man alle 180 KM stundenlang an der Ladesäule super die Zeit geniessen und wer möchte auch paar Stunden dabei schlafen.
    .
    Eine übliche Tour von ca. 1.200 KM geht dann eben zwei, drei Wochen.

    • Lukas P

      Der klassische Zielkonflikt bei E-Reisemobilen.
      Einerseits möchte man lange Strecken zurücklegen, dafür hätte man gerne große Batterien (die zusätzlich den Preis enorm treiben), das geht dann aber zu Lasten der Zuladung, die selbst bei Verbrennern oft schon grenzwertig ist, gerade bei 4 Personen. Daher wird hier wohl nur die 50 kWh Batterie angeboten.

      Auf die 1200 km-Tour mit 30 min Ladestopp nach 200 km und 80 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gerechnet:

      Verbrenner: 15 h Fahrzeit + 1 h Pause = 16 Stunden
      Elektro: 15 h Fahrzeit + 2,5 h Ladepause = 17,5 Stunden

      Klar macht es einen Unterschied, ob man 5 mal für 30 Minuten anhält oder einmal für eine Stunde. Bei der Fahrzeit macht man wahrscheinlich sowieso einen nächtlichen Zwischenstopp. In Summe fallen 2-3 Stunden Fahrzeit mehr für einen mehrwöchigen Urlaub m.M.n. kaum ins Gewicht

      • Sebastian

        so viel zur grauen Theorie, vielen Dank für Dein Arbeit.
        Jetzt viel Spaß in the real fu*** life damit. Aufgehts.
        Natürlich stehen überall genau im Ladefenster von 8% Rest Akku genau eine Ladesäule für den Camper zur Verfügung. ne, iss klar.
        .
        Mein Tesla fährt safe 300 KM und selbst das wird vereinzelt schon zum Krampf (obwohl die sogar noch tausende eigene ladesäulen haben).
        .
        Nimm mal ne Route in die sächsische Schweiz, in den Schwarzwald, ans deutsche Meer oder irgendwo hin. Und viel Spaß mit dem Ladesäulen Roulette.
        .
        Wie gesagt, der Vorteil bei dem lustigen 50 kWh Autolein ist ja, das man das Bett schon dabei hat und sich morgens nach der Nacht an der AC Säule noch schick einen Kaffee machen kann.

    • Volker

      Welchen Teil von
      „…per CCS-Anschluss kann die Batterie mit bis zu 100 kW in der Spitze geladen werden, auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang 30 Minuten…“
      haben Sie nicht verstanden?

      • Sebastian

        Mein (berechtigter) Einwand hat so was nicht verdient. das ist so ähnlich wie damals: „Mehr als 64kb Arbeitsspeicher braucht niemand“
        .
        Im übrigen bekommt man für 60.000 Euro echte Camper, in denen man schon fast dauerhaft wohnen kann. Klar, die machen brum brum brum, aber damit wird wenigstens die Urlaubsfahrt nicht zum Familiensplatter.

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15.06.2022 10:03