15.07.2022 - 09:10

BMW: Verzicht auf Verbrenner bei „Neuer Klasse“ wird wahrscheinlicher

Bei BMW ist offenbar die Entscheidung gefallen, dass die nächste Generation von Modellen auf Basis der für 2025 geplanten Plattform „Neue Klasse“ ausschließlich mit reinen E-Antrieben gebaut wird. Zudem bekräftigt sich ein weiteres Gerücht zu den Batteriezellen für die neue Architektur.

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Über diesen Strategieschwenk berichtet das „Manager Magazin“. Noch im Mai hatte BMW-Chef Oliver Zipse bei der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen gesagt, dass das erste Modell auf Basis der Neuen Klasse rein elektrisch werde. „Wenn [die Neue Klasse] auf den Markt kommt, wird sie sich auf das 3er-Segment konzentrieren, und zu diesem Zeitpunkt wird sich der Markt zu einer Größe entwickelt haben, bei der es vernünftig ist, nur einen Antriebsstrang in dieser Architektur zu haben“, erklärte Zipse damals. Die technisch mögliche Option, später auf Basis dieser Architektur auch Verbrennungsmotoren einzubauen, ließ Zipse aber noch offen. Nur das erste Modell wurde als reines BEV bestätigt.

Doch nun scheint sich BMW bei der Neuen Klasse ausschließlich auf Batterie-elektrische Antriebe zu konzentrieren, auch bei künftigen Modellen: Anders als zunächst geplant, werde die Plattform keine Optionen mehr für Benzin- und Dieselmotoren enthalten und auch nicht für Plug-in-Hybride, schreibt das Magazin unter Berufung auf Topmanager des Konzerns.

Einen kompletten Ausstieg aus dem Verbrenner bedeute dies aber nicht: Auf anderen BMW-Plattformen können weiter Verbrenner gebaut werden, laut dem Bericht „wohl auch in neuen Modellen“. Aber: Für die Zeit nach 2025 sei noch kein neues Verbrenner-Modell im Vorstand beschlossen. Wie es heißt, seien „abhängig von der Nachfrage und Verfügbarkeit der Batterien“ neue Benzin- und Diesel-Modelle denkbar – aber eben nicht in der Neuen Klasse.

Das „Manager Magazin“ folgert, dass BMW „radikaler als gedacht“ das Verbrenner-Aus plane. Zipse habe den Schlingerkurs beendet – Analysten hatten angesichts der unklaren und teils widersprüchlichen Aussagen von Vorstandsmitgliedern zur Neuen Klasse bereits kritisiert, dass man nicht wirklich wisse, „was diese Plattform ist“. Nun scheint sich abzuzeichnen, dass es eine Electric-only-Plattform wird.

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Zudem scheinen sich Gerüchte rund um den Antrieb für das intern NK1 genannte Modell zu bestätigen. Für das erste Modell der Neuen Klasse will BMW erstmals eine 800-Volt-Antriebsarchitektur entwickeln und bei der Batterie Rundzellen einsetzen, wie ein hochrangiger BMW-Manager nun der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigt hat. Berichte über den Wechsel von prismatischen zu Rundzellen bei BMW gab es bereits im Mai.

Auch zum Format der Rundzellen und deren Chemie liefert die SZ Details: Es werde sich um 46XX-Zellen handeln, also mit einem Durchmesser von 46 mm und einer je nach Fahrzeugtyp flexiblen Höhe. Das passt zu einem früheren Bericht aus Südkorea, wonach Samsung SDI neben den Batteriezellen des von Tesla gewünschten Formats mit einem Durchmesser von 46 mm und einer Höhe von 80 mm für andere Autohersteller wie BMW auch Varianten entwickelt, die ebenfalls einen Durchmesser von 46 mm aufweisen, deren Höhe aber zwischen 40 und 60 mm beträgt. Laut SZ wird in den Zellen NMC-Chemie zum Einsatz kommen, wobei der Nickelgehalt auf rund 90 Prozent erhöht und der Kobaltanteil minimiert werden soll.

Update 18.07.2022: Es gibt eine weitere Interview-Äußerung von BMW-Chef Oliver Zipse zur Antriebsvielfalt der Neuen Klasse. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in der Neuen Klasse perspektivisch auch die Brennstoffzelle im Serieneinsatz sehen werden“, wird Zipse zitiert. Der Vorstand prüfe für die Neue Klasse auch die Serienproduktion von Wasserstoffautos, sagte Zipse dem „Handelsblatt“.
manager-magazin.de (Verbrenner), sueddeutsche.de (Batterien), wiwo.de (Update)

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5 Kommentare zu “BMW: Verzicht auf Verbrenner bei „Neuer Klasse“ wird wahrscheinlicher

  1. TitanManfred

    2025, eher 2026 fängt BMW da an, wo TESLA 2011 schon war … das hat aber sehr lange degauert! Know How aus i3 und i8 ist nicht mehr da, diese Mannshcaft hat BMW schon lange frustriert verlassen!

    • Sebastian

      Die Teslas von 2011 taugen max fürs Museum. Echte Reichweite und Ladeleistung kam erst mit dem Model S 100 kWh Akku, das war Ende 2018 und dann noch besser mit dem Model 3 LR… wobei die aktuellen schon wieder schlechter geworden sind. Vom MY ganz zu schweigen… das ist technisch eine Krücke.
      .
      Technisch kommen „die Schlaftabletten“ aus Germany genau zur richtigen Zeit auf den Markt. Jetzt wo Akkus etwas taugen.

  2. ManfredO

    Dann steht das markante Bürogebäude am Frankfurter Ring jetzt nicht mehr für Zylinder sondenr für Batteriezellen

  3. Emobilitätsberatung-berlin K.D.Schmitz

    Den langsam aber sicher Umstieg von BMW sehe ich völlig unkritisch und für dieses Unternehmen als angemessen an. Wir sollten doch wahrnehmen, das auch jetzt noch längst nicht jeder der könnte, auf BEV umsteigen will. Noch einige Jahre ein Parallelangebot zu haben ist für BMW m.E. der richtige Weg. Der Tesla Vergleich hinkt. Die Eile die VW an den Tag gelegt hat, ist ja aller Ehren wert, aber man sieht, Software ist nicht Karosseriebau.

  4. John

    Ich hoffe wir bekommen das Material zu den enstprechenden Preisen für 100. Millionen BEVs. Und bitte nicht aus Russland, China etc.
    Eventuell hat da Herr Zipse was erfahren?

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15.07.2022 09:40