09.08.2022 - 11:38

GP Joule sichert sich bis zu 5.000 H2-Lkw von Clean Logistics

Clean Logistics hat mit GP Joule einen Rahmenvertrag für die Lieferung von 5.000 wasserstoffelektrischen 40-Tonner-Lkw unterzeichnet. Die Übergabe der Fahrzeuge ist für den Zeitraum von 2023 bis 2027 vorgesehen. Das Gesamtvolumen der Vereinbarung liegt im niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich.

Mit der Auslieferung erster Fahrzeuge einer Vorserie rechnet das Unternehmen ab Ende des dritten Quartals 2023. Das genaue Timing hänge davon ab, wann erwartete Fördermittel bewilligt werden, erläutert das Unternehmen in einer Mitteilung. Im Anschluss seien jährliche Liefervolumina vereinbart, Details dazu nennt Clean Logistics jedoch nicht. „Einzelheiten der Lieferbedingungen und Wartungsverträge sind noch zu vereinbaren“, heißt es.

Mit der geplanten Lieferung baut das Hamburger Unternehmen seine Geschäftsaktivitäten weiter aus. Neben dem bestehenden Hauptgeschäftsfeld, der Konvertierung von Bussen und Lkw von fossilem verbrennungsmotorischem Antrieb auf Wasserstoffantrieb, wird Clean Logistics künftig auch Neufahrzeuge bauen, die nun georderten Lkw stellen die ersten dar. Clean Logistics werde schwere Sattelzugmaschinen ohne Antriebsstrang verwenden und diese mit Brennstoffzellen-, Batterie- und Wasserstofftanksystemen sowie der eigens entwickelten Achse mit Radnabenelektromotoren und dem speziellen Steuerungssystem HyBoss ausrüsten.

Einen ersten Schritt in Richtung Produktion von Neufahrzeugen machte das Unternehmen wie berichtet kürzlich mit der Übernahme des niederländischen Lkw-Herstellers GINAF. Clean Logistics sieht sich dadurch „hervorragend positioniert, um innerhalb der Unternehmensgruppe die eigenständige Produktion von Lkw und Bussen mit emissionsfreiem Wasserstoffantrieb deutlich hochzufahren“, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Denn: Durch die Übernahme von GINAF verfüge das Unternehmen über eine Konzerngesellschaft mit dem Status eines eigenständigen Produzenten mit den entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen von eigenen Fahrzeugen in Europa.

„Dieser Vertrag zur Lieferung von 5.000 Lkw stellt einen maßgeblichen Meilenstein in der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs dar. Es handelt sich weltweit um den größten Vertrag dieser Art“, kommentiert Dirk Graszt, CEO von Clean Logistics, den neuen Rahmenvertrag. „Gemeinsam mit unserem Partner GP Joule werden wir dafür sorgen, dass wasserstoffbetriebene Lkw bald Alltag im Straßenverkehr sind.“

– ANZEIGE –

GP Joule

GP Joule wird eigenen Aussagen zufolge damit zum Komplettanbieter für den emissionsfreien Transportkilometer im Schwerlastverkehr. Es sorgt für die Produktion und den Bezug von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, errichtet und betreibt Wasserstofftankstellen und wird seinen Kunden aus Logistik, Handel und Industrie zukünftig auch die Sattelzugmaschinen zur Verfügung stellen.

Mit dem nun abgeschlossenen Rahmenvertrag unterstreicht das Unternehmen auch die Bedeutung des hiesigen Wasserstoffmarkts bei der Energiewende. „Die Produktion von Wasserstoff ist systemdienlich, sie wird zukünftig die Versorgungssicherheit in diesem Land garantieren. Denn wenn kein Wind weht und die Sonne nicht scheint, wird nur grüner Wasserstoff für die benötigten Mengen erneuerbarer Energie und damit auch für Souveränität und Unabhängigkeit sorgen“, sagt CEO Ove Petersen.

Ihm zufolge wird die Flotte von 5.000 Wasserstoff-LKW mehr als 325.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen können. „Die Nutzung von grünem Wasserstoff trägt maßgeblich zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors bei – und die 5.000 nun gesicherten LKW sind wegweisend für die grüne Logistik von Morgen“, sagt er.
pressebox.de, gp-joule.de

– ANZEIGE –

CampusForum

Stellenanzeigen

Manager (m/w/d) Kommunikation

Zum Angebot

Projekt Koordinator (m/w/d) Ladeinfrastruktur Elektromobilität

Zum Angebot

Systemtechniker Mercedes Benz 80 - 100% für E-LKW’s (m,w,d)

Zum Angebot

10 Kommentare zu “GP Joule sichert sich bis zu 5.000 H2-Lkw von Clean Logistics

  1. erFahrer

    Danke für die Veröffentlichung – Erstaunlich und zugleich ernüchternd – passt jedoch ins Bild der Unternehmen – 325.000 Tonnen CO2 einsparen wollen, obwohl mit der identischen Energiemenge 975.000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten, weil diese Energie für min. 15.000 konstengünstigere vollelektrische LKW nutzbar wäre. Schade, dass Steuergelder nicht nur in Bayern besondere Wege finden. Nimmt jemand die Wette an, dass es am Ende deutlich unter 500 LKW bleibt.

    • Ganzjahresreichweite

      Mal wieder das Faktor 3 Narrativ bemüht. Bin gespannt ob nach dem ausscheiden von Hr. Diess diese Behauptung weiter lebt.

      • Bernd

        „Das Faktor 3 Narrativ“ ist keine Erfindung eines einzelnen Automanagers, sondern das Ergebnis unzähliger Studien. Also hier bitte nicht ein Narrativ in die Welt setzen! FCEV brauchen deutlich mehr (saubere) Energie als BEV.

  2. NorbArt

    Moin,
    wann immer eine Nachricht dieser Art auftaucht stelle ich mir immer wieder dieselben 2 Fragen:
    Gibt es eigentlich schon „grünen“ Wasserstoff ?
    Und was wird bzw. was kosten/t er ohne Subventionen ?
    Das wäre ein Beitrag der mich wirklich interessieren würde.

    • erFahrer

      Danke, mich ebenfalls.

    • Frank

      Grünen Wasserstoff gibt es soviel oder so wenig wie grünen Strom (künftig). Ihr macht immer den Fehler, vom Ist-Zustand auszugehen. Wenn ich den jetzt auch mal mache: die meisten Batterie-Autos bekommen heute grauen Strom im Dt. Mix. Und da ist dann die CO2 Bilanz von H2 aus Erdgas deutlich besser.
      (Concawe Studie)

      • Hans

        H2 Infrastruktur ist nicht wirklich ein Selbstläufer, siehe auch Norwegen.Eine E Ladeinfrastruktur aufzubauen ist fast ein Selbstläufer -da überall Strom liegt.

        Bei H2 gibt es neben der -komplett- fehlenden Infrastruktur auch viele ‚emotionale‘ Themen. Es passiert z.B. mehrfach jedes Jahr, dass ein Zug auf einen PKW oder LKW knallt -Bahnübergang. Die Folgen werden nach meinem Kenntnisstand (Aussage von Dr. Fichtner im Cleanelectrik Podcast) desaströs sein. Nicht nur für den LKW.
        Was dann medial daraus folgt, wird schwierig für diese junge Branche werden.
        Siehe dazu auch: https://www.electrive.net/2019/06/11/norwegen-explosion-an-wasserstoff-tankstelle/

    • Ganzjahresreichweite

      Gibt es eigentlich schon 100% grünen Strom und was kostet der?

    • metzman

      In der Schweiz haben wir bereits grünen Wasserstoff.
      Kostenpunkt pro kg 20 Euro (ohne Subvention)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2022/08/09/gp-joule-sichert-sich-bis-zu-5-000-h2-lkw-von-clean-logistics/
09.08.2022 11:23