13.12.2022 - 12:00

„Großes H2-Potenzial in der Lkw-Mittelklasse“ – Christian Huber von Paul Nutzfahrzeuge

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Geht es um Wasserstoff-Antriebe, stehen bei den großen Lkw-Herstellern eher Schwerlastfahrzeuge im Fokus. Aus Sicht von Christian Huber, Vertriebsleiter bei Paul Nutzfahrzeuge, tut sich damit im Markt eine Lücke auf, die sein Unternehmen schließen will. Hier geht es zum Videointerview.

Bei Paul Nutzfahrzeuge in Vilshofen an der Donau spielt die Elektrifizierung von Antrieben seit vielen Jahren eine Rolle. In der letzten Zeit eine zunehmend große. Mit dem PH2P hat das Unternehmen im Sommer erstmals einen mittelschweren Brennstoffzellen-Lkw mit 16-Tonnen-Fahrgestell und bis 450 Kilometern Reichweite präsentiert. Beim Gespräch von Huber und electrive.net-Chefredakteur Peter Schwierz steht dieser H2-Lkw mit im Fokus – auch ganz wortwörtlich: im Kamerafokus.

„Wir sehen hier ein sehr großes Potenzial, weil die großen OEMs diesen Bereich der Mittelklasse – also im Verteilerverkehr bis 15-16 Tonnen – momentan gar nicht angreifen am Markt, alles fokussiert sich auf den Schwerverkehr oder auf die letzte Meile, wo man dann eigentlich rein elektrisch fährt“, äußert der Vertriebschef. Im Verteilerverkehr brauche man Distanzen, die weit über die Elektro-Reichweite hinausgehen. „Das geht eigentlich nur mit Wasserstoff – und so 450 Kilometer am Tag sind für einen mittleren Verteiler-Lkw völlig ausreichend.“

Huber nennt einige Highlights aus dem technischen Datenblatt des im Sommer enthüllten PH2P, merkt an, dass an der Reichweite mithilfe des Brennstoffzellen-Zulieferers noch gefeilt wird und kommt auch auf das Geschäftsmodell zu sprechen. „Für die ersten Fahrzeuge gilt das Pay-per-Use-Modell, man zahlt gefahrene Kilometer.“ Denn: „Die ersten Fahrzeuge sind natürlich noch kostspielig, da man die Komponenten nur in kleinen Stückzahlen produziert. Das wird sich im Laufe der Zeit relativieren und dann stehen die Fahrzeuge natürlich auch zum Kauf zur Verfügung.“

Als Teil des Next Mobility Accelerator Consortium baut die Paul Group zudem ein Ökosystem rund um den Wasserstoff-Lkw auf. Dabei stehen Themen wie die Betankung („das wird über die Kooperation mit Shell abgedeckt“) oder Schulungen für Service- und Werkstattbetriebe im Fokus. Letzteren Punkt präzisiert Huber wie folgt: „Es ist ja wunderbar, wenn man funktionierende Fahrzeuge auf den Markt bringt. Der Kunde hat aber die Sorge, was im Servicefall damit passiert. Darum schulen wir die Servicepartner, dort, wo die Fahrzeuge stationiert sind.“

 

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5 Kommentare zu “„Großes H2-Potenzial in der Lkw-Mittelklasse“ – Christian Huber von Paul Nutzfahrzeuge

  1. Nörgler

    Hier gilt der Satz: „Das ist gut in der Theorie aber schlecht in der Praxis.“ Gerade in diesem Verkehrssegment schieben sich einige interessante BEV-Lösungen ins Blickfeld, z.B. der Tesla Semi aber auch Volvo, Mercedes u.a. Der hier bezeichnete Herr soll einmal nachrechnen, welchen H2-Bedarf die zu erwartende Flotte an Fahrzeugen generieren wird und überlegen, welchen Energiebedarf er da mit welchen Mitteln erfüllen will.

  2. F

    Ich stimme „Nörgler“ zu. Die im Artikel zitierte Aussage „Das geht eigentlich nur mit Wasserstoff – und so [sind] 450 Kilometer am Tag sind für einen mittleren Verteiler-Lkw völlig ausreichend.“ ist schon ein paar Jahre alt und inzwischen sicher widerlegt: Es geht sehr wohl rein batterieelektrisch, sogar mit noch höheren Reichweiten und Lasten. Und statt H2-Tankstellen aufzusuchen, kann bei wenig Installationsaufwand bequem und günstig nachts im Logistikstandort für den nächsten Tag geladen werden.

    So sehr ich in den vergangenen Jahren die an modernen Systemen bastelnden Betriebe bewundert habe, so hoffe ich nun, dass sie schnell die Kurve kriegen und dass auch politisch nicht mehr auf das falsche Pferd H2 in PKW und LKW gesetzt wird. Wasserstoff ist teuer und wichtig, aber für die Bereiche, wo er wirklich benötigt wird.

  3. F

    Noch ein Nachtrag: Dass der Herr am Ende des Interviews auf die Frage, woher denn der Wasserstoff für einen wirklich sauberen Betrieb kommt, eine schwammige trügerische Antwort gibt, die mit „auf jeden Fall eine saubere Sache“ endet, nehme ich ihm dann doch wirklich übel. Das ist einfach nicht wahr!! Wasserstoff ist derzeit und in den nächsten Jahren definitiv viel zu knapp und im Mix alles andere als grün! Ich hatte vor einigen Monaten einfach mal bei H2 MOBILITY angefragt und bekam die vermutlich ehrliche Antwort: „Insgesamt liegt der Anteil grünen Wasserstoffs im Netzdurchschnitt derzeit bereits bei 28 % […]“ Es ist zu befürchten, dass der Anteil angesichts des steigenden Bedarfs und der weniger stark wachsenden Produktion grünen Wasserstoffs bis auf Weiteres vielleicht sogar eher sinkt als steigt. Ergo: wo immer es geht sollte man wohl lieber auf rein elektrische Lösungen setzen.

    • Jakob Sperling

      Der Strom ist zur Zeit in D auch nur zu etwa 50% grün. Trotzdem sind BEV aber wichtig, weil bei grösseren Wechseln von Technologien verschiedene Bereiche parallel hochgefahren werden müssen; anders geht es nicht.
      Wenn man die Dutzende von Milliarden sieht, die aktuell gerade in Projekte zur Produktion von grünem Wasserstoff investiert werden, dann wird der grüne Wasserstoff schon bald kein Problem mehr sein.

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13.12.2022 12:01