OneD und Koch planen US-Fabrik für Silizium-Graphit-Anoden

OneD Battery Sciences und Koch Modular Process Systems wollen in Nordamerika eine Fabrik bauen, in der 20.000 Tonnen Silizium-Graphit-Anodenmaterial pro Jahr hergestellt werden kann – genug für Batterien von rund einer Million Elektrofahrzeuge. Auch in Europa ist eine solche Fabrik offenbar möglich.

Bild: OneD Battery Sciences

Der Standort der Fabrik, die „einige hundert Millionen Dollar“ kosten soll, werde in naher Zukunft bekannt gegeben, sagte OneD-CEO Vincent Pluvinage gegenüber Reuters. Laut Pluvinage befindet sich OneD bereits in Verhandlungen mit Kunden, um eine ähnliche Fabrik in Europa zu bauen.

Die Partnerschaft selbst wurde nicht nur von Pluvinage in dem Interview mit Reuters, sondern auch von OneD per Pressemitteilung bestätigt. Die strategische Partnerschaft von OneD und Koch Modular solle dazu beitragen, „die Kosten zu senken und die Einführung von Silizium-Graphit-Anodenmaterial in erschwinglichen Elektroautos zu beschleunigen“, heißt es dort. Koch Modular gehört zu dem Unternehmen Koch-Glitsch LP, dessen Mutterkonzern wiederum Koch Industries ist.

Wird Silizium in der Batterie als Anode verwendet, sind deutlich höhere Energiedichten möglich als mit einer konventionellen Graphit-Anode, zudem steigt die Ladeleistung. Das Material dehnt sich beim Laden und Entladen stark aus bzw. zieht sich wieder zusammen. Diese mechanische Belastung beeinflusst die Haltbarkeit und Lebensdauer, zumindest bei reinen Silizium-Anoden. Wird Silizium jedoch Graphit beigemischt, kann man einige, positive Effekte des Siliziums ausnutzen, ohne die Nachteile zu übernehmen.

OneD schmilzt Silizium-Nanodrähte auf Graphitpulver auf

Der kalifornische Batterieentwickler hat mit der sogenannten „Sinanode“-Technologie einen eigenen Herstellungsprozess zum Bau von Silizium-Graphit-Anoden entwickelt. Kern des Ansatzes sind Silizium-Nanodrähte, die in der Anode direkt auf Graphitpulver aufgeschmolzen werden. Die Sinanode-Technologie von OneD nutzt das Know-how von Koch Modular bei der
Herstellung von Silangas und wandelt Silan, eine chemische Verbindung aus Silizium und Wasserstoff, in Nano-Silizium für Graphit-Anodenmaterialien um – also Materialien, die bereits von Herstellern von Elektroauto-Zellen freigegeben wurden. So beschreibt es zumindest OneD in der eigenen Mitteilung.

Zusammen mit Koch Modular Process Systems soll nun die Produktion der Silananoden maximiert werden. Dazu soll eine modulare Anlage zur Produktion von Silan (von Koch) beneb einer Sinanode-Fabrik (von OneD) platziert werden. Diese Anlage soll dann aus Silizium und Graphitpulver jene 20.000 Tonnen Anodenmaterial herstellen können. Dabei soll laut OneD „jede Art von Graphit“ genutzt werden können, die der Zellhersteller oder Autobauer wünscht. Das soll das Material auch günstiger machen, da nicht ein „ neues, teures Kohlenstoffsubstrat für die Aufnahme von Silizium“ hergestellt werden müsse. Bei dem Verfahren wird das Nanosilizium direkt in den Poren des Graphitpulvers eingelagert.

OneD wird seine Pilotanlage in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington noch Anfang 2024 in Betrieb nehmen. Sie soll dazu dienen, „den Qualifizierungs- und Freigabeprozess von BEV-Batterien für OEMs zu ermöglichen“. Ob dort oder in der Umgebung auch die Massenproduktion angesiedelt wird, ist nicht bekannt.

„Koch Modular ist der richtige Partner, um den Produktionsumfang schnell zu vergrößern und die Kosten für Siliziumanodenmaterialien zu senken“, sagt OneD-CEO Pluvinage in der Mitteilung seines Unternehmens. „Diese strategische Zusammenarbeit wird es der nordamerikanischen BEV-Batterie-Lieferkette ermöglichen, ihre Abhängigkeit von Anodenmaterial-Importen aus Übersee zu verringern und den dringenden Bedarf der OEMs zu decken, um national, aber auch international mit der nächsten Generation von erschwinglicheren BEVs konkurrieren zu können.“

„OneD verfolgt einen einzigartigen Ansatz zur Risiko- und Kostenreduzierung, indem wir unsere modulare Silananlage neben der Sinanode-Verarbeitungsanlage platzieren und diese beiden Anlagen in der Nähe von BEV-Grafitproduktions- und BEV-Zellenfabriken in Nordamerika und Europa ansiedeln“, sagt George Schlowsky, Präsident bei Koch Modular. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam die Produktion von siliziumhaltigem Grafit zu steigern und unseren Kunden durch die Kombination unserer bewährten Technologieplattformen zu einer wettbewerbsfähigeren globalen Marktposition zu verhelfen.“

Quelle: Info per E-Mail, reuters.com

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