MAN führt eTruck als 18- bis 28-Tonnen-Fahrgestell ein

MAN Truck & Bus erweitert das Angebot für seinen Elektro-Lkw um neue 4x2- und 6x2-Fahrgestelle. Die Anzahl konfigurierbarer eTruck-Varianten steigt dadurch von zuvor drei festgelegten Kundenkombinationen auf „über eine Million“, wie der Münchner Hersteller ankündigt.

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Bild: MAN Truck & Bus

Der seit Oktober 2023 bestellbare MAN eTruck ist in den beiden Grundvarianten eTGX für den Fernverkehr und eTGS für die Distribution erhältlich. Die Unterschiede zwischen eTGX und eTGS entsprechen den bekannten Diesel-Modellen, also zum Beispiel das breitere Fahrerhaus des TGX. Beide Modelle basieren aber auf dem gleichen Baukasten. Innerhalb dieses Baukastens und bei weiteren Ausstattungsmerkmalen schafft MAN nun aber eine große Variantenvielfalt: „Die neuen Fahrgestell-Versionen des eTGX und eTGS lassen sich mit einer Vielzahl an Radständen, Fahrerhausversionen, Motor-Leistungsklassen, Batteriekombinationen, Ladeanschlusspositionen und zahlreichen weiteren branchentypischen Ausstattungen konfigurieren“, teilt der Hersteller mit. Das neue 4×2- und 6×2-Fahrgestellangebot des eTruck führen die Münchner zur IFAT ein, die vom 13. bis 17. Mai in ihrer Heimatstadt stattfindet.

Die Kernleistungsdaten des E-Lkw sind ein Elektromotor mit 254 kW, 330 kW oder 400 kW und entsprechend 800, 1.150 oder 1.250 Newtonmetern maximalem Drehmoment sowie bis zu zu sechs Batteriepakete, von denen je zwei unter dem Fahrerhaus und bis zu vier weitere seitlich am Fahrzeugrahmen verbaut sind. Zusammen bieten diese bis zu 480 kWh nutzbare Batteriekapazität für Tagesreichweiten von bis zu 800 Kilometern. Für schnelles Zwischenladen in der Lenkzeitpause bietet der Hersteller neben dem DC-Laden via CCS mit bis zu 375 kW seit Verkaufsstart den noch deutlich leistungsfähigeren Megawattladestandard (MCS) an, der zunächst 750 kW, in einer späteren Ausbaustufe aber über ein Megawatt Ladeleistung ermöglichen soll.

Die neuen Fahrgestelle sind laut MAN „die ideale Fahrzeugbasis für die große Vielfalt der Einsatzbedarfe in Kommunal- und Versorgungswirtschaft“. Dank der drei bis sechs variabel positionierbaren Batterien sollen die 18- bis 28 Tonnen-Fahrgestelle Freiräume bieten – etwa für Aufbaukomponenten am Fahrzeugrahmen, eine Vielzahl an mechanischen und elektrischen Antrieben für Aufbaufunktionen in verschiedenen Leistungsklassen, bis zu neun verschiedene Radstände, sechs Fahrerhausvarianten, gelenkte und ungelenkte Nachlaufachsen, Blattluft- und Volluftfederungen, spezielle Fahrprogramme oder weitere branchentypische Ausstattungen.

Eine Beispiel-Konfiguration nennt MAN auch: So können bei einer eTruck-Variante mit dem kürzesten Radstand von 3,75 Meter immernoch fünf Batterien mit bis zu 400 kWh nutzbarer Kapazität verbaut werden. Die Reichweite soll sich dann auf bis zu 500 Kilometer ohne Zwischenladen belaufen. Wer so viel Reichweite nicht braucht, kann weniger Batteriepakete buchen und so im Gegenzug die verfügbare Nutzlast steigern. Im besten Fall um 2,4 Tonnen, wie MAN mitteilt.

Auf die IFAT bringt MAN im Mai übrigens einen eTGS mit Abrollkipperaufbau mit.„MAN ist im Bereich der Umwelttechnik-Fahrzeuge traditionell sehr stark aufgestellt. Dieses Know how kommt natürlich auch unseren neuen Elektro-Trucks zu Gute. Mit den neuen eTruck-Fahrgestellen gehen wir nun verstärkt in Branchenanwendungen. Damit steht unser zukunftsweisendes Elektroangebot dem bisherigen Dieselportfolio auch bei spezialisierten Fahrzeugaufbauten in nichts nach“, sagt Stefan Schall, Head of Sales Truck, Van & Used der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH.

Ende Januar vermeldete MAN übrigens, dass die ersten Modelle des MAN eTruck bereits drei Monate nach Verkaufsstart bis auf wenige Fahrzeuge ausverkauft seien. 700 Bestellungen und Bestellanfragen lagen dem Nutzfahrzeug-Hersteller im Januar vor. Der überwiegende Teil der Bestellungen und Bestellanfragen entfällt laut MAN auf die Großserienproduktion, die ab 2025 im Werk München starten soll. Dann werden Lkw mit Diesel- und Batterie-elektrischem Antrieb auf derselben Montagelinie gefertigt, was dem Hersteller größtmögliche Flexibilität ermöglichen soll. Die Kleinserien-Fertigung beginnt jedoch schon in diesem Jahr.

press.mantruckandbus.com

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