Offenbach meldet die ersten 46 öffentlichen Ladepunkte

Offenbach ist definitiv ein Nachzügler, wenn es um öffentliche Lademöglichkeiten geht: Erst 2023 hat die hessische Stadt dafür ein entsprechendes Verfahren losgetreten. Daraufhin haben die Betreiber EVO, EZE.Network und Qwello den Zuschlag für den Bau und Betrieb von Ladestationen erhalten – und diese sind nun an den ersten 20 Standorten fertig.

Bild: Stadt Offenbach/georg-foto, Offenbach

Insgesamt sollen in Offenbach an bis zu 50 Standorten öffentliche Ladestationen entstehen. Denn gerade an Mehrfamilienhäusern und auch insgesamt in dicht besiedelten Quartieren besteht oft nicht die Möglichkeit, eine eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen. „Deshalb ist es mir wichtig, dass wir den Ausbau von Ladeinfrastruktur durch private Anbieter im öffentlichen Raum ermöglichen und so den Zugang zur Ladeinfrastruktur. Die Stadt stellt lediglich geeignete öffentliche Flächen zur Verfügung und trägt dadurch kein wirtschaftliches Risiko“, so Bürgermeisterin Sabine Groß.  

Das Vorgehen hat die Stadt Offenbach im Jahr 2023 in ihrer „Richtlinie für die Erteilung von straßenrechtlichen Sondernutzungserlaubnissen zur Errichtung von E-Ladesäulen im öffentlichen Raum“ geregelt. Durch das Verfahren soll sichergestellt werden, dass das Ladesäulenangebot der Nachfrage stets entspricht und Ladesäulen nur auf öffentlichen Flächen errichtet werden, die langfristig betrachtet dafür geeignet sind. Somit soll sich die Investition für die Ladesäulenbetreiber amortisieren und der stetige Ausbau der Ladeinfrastruktur soll fair, geordnet und rechtssicher erfolgen.

Im Zuge des Verfahrens erhielten die Betreiber Qwello, Energieversorgung Offenbach (EVO) sowie EZE Network den Zuschlag, in Offenbach öffentliche Ladestationen zu errichten. Angepeilt werden dabei zunächst Ladestationen an 50 Standorten. Nach dem sogenannten „Polygonprinzip“ wurde das Stadtgebiet in 40 Teilgebiete aufgeteilt, die jeweils von einer der Betreiberfirmen allein bewirtschaftet werden.

Ende 2024 wurde dann die erste öffentliche Ladestation, die aus dem Verfahren hervorgegangen ist, in Betrieb genommen, und zwar durch die EVO. Dabei handelt es sich um eine AC-Ladestation mit 22 kW. Auch sämtliche weitere Ladestationen, die die EVO seitdem errichtet hat oder noch errichten wird, sind AC-Lader.

Nun hat die Stadt eine Zwischenbilanz gezogen:  Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden durch die drei verschiedenen Betreiberfirmen an mittlerweile 20 Standorten insgesamt 46 Ladepunkte errichtet. Nähere Informationen, welche Leistungsstärke die jeweiligen Ladestationen haben und welche Modelle eingesetzt werden, liegen uns nicht vor.

Die Stadt peilt weiter bis zu 50 öffentlich Standorte im gesamten Stadtgebiet an. Das ist aber keine starre Obergrenze: Wenn die Ladesäulen stark ausgelastet sind, so ist ein weiterer Ausbau möglich. Denn dann können die Betreiberfirmen fortlaufend weitere Anträge auf Sondernutzung des öffentlichen Raumes stellen „Je höher die Auslastung der Ladesäulen ist, desto mehr öffentliche Flächen werden in Zukunft freigegeben. Das Konzept zum Ausbau von Ladeinfrastruktur denkt damit eine steigende Nachfrage von Anbeginn mit und ermöglicht den weiteren bedarfsgerechten Ausbau“, so Bürgermeisterin Sabine Groß abschließend.

Zugleich hofft die Stadt Offenbach, dass auch verstärkt Ladevorrichtungen an anderen Stellen errichtet werden, zum Beispiel auf Parkplätzen von Baumärkten, Supermärkten, Arbeitgebern und private Haushalten.

offenbach.de

4 Kommentare

zu „Offenbach meldet die ersten 46 öffentlichen Ladepunkte“
Jürgen
01.08.2025 um 17:19
Warum bauen die da so veraltete AC Lader hin? Andere machen gleichDH hin 2*25kw wo man wenn man allein ist auch 50kw bekommt.
knospe
04.08.2025 um 09:07
Wie die konkrete Situation bei den Ladestationen in Offenbach ist, weiß ich nicht, aber es wird an vielen Stellen zu oft nur auf HPC-Lader geschaut.Was soll ich an einem Pendlerbahnhof oder einem P+R-Parkplatz mit HPC-Ladern mit 400 kW? Da muss ich dann nach 45 Minuten wieder da sein und mein Auto umparken. Das entspricht doch überhaupt nicht der reellen Nutzung solcher Standorte.Wäre es nicht perspektivisch schlauer solche Pendlerparkplätze mit massenweiße 11kW- oder 7,4 kW-Ladern auszustatten? Schon alleine was den Netzanschluss angeht (billiger wäre das wahrscheinlich auch) könnte man bei 11kW statt einer 400kW-Säule mit 2 Plätzen 35 11kW-Dosen hinbauen und man schaffte es in locker in 5 Stunden 35 Autos vollzubekommen, während die Besitzer bei der Arbeit oder beim Stadtbummel sind. Bei 7,4 kW würde sich das noch mal beim gleichen Netzanschluss auf >50 elektrifizierte Stellplätze erhöhen.
Ernst Fehl
03.08.2025 um 09:40
Wie verhält es sich dabei mit der Standgebühr? Insbesondere Qwello fällt hier mit Zuschläge von 2 Cent je Lademinute auf.
P. Albert
05.08.2025 um 18:20
Öffentliche Parkplätze z. B. für Park and Ride dürften gerne nur 7 kW , Supermarktparkplätze mit durchschnittlich ca. 15-30min Aufenthaltdauer sollten besser DC mit 100kW haben (lieber 10 x 100kW als 5x 200kW), wenn anschlussmässig machbar natürlich auch gerne mehr, aber mit den genannten Werten käme man in 90% aller Fälle klar.

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