Kein E-Bus-Linienverkehr an der Mecklenburgischen Seenplatte

Im Kreis Mecklenburgischen Seenplatte werden bis auf weiteres keine Elektrobusse im Linienverkehr fahren. Laut Kreisverwaltung sind die Kosten zu hoch.

Dieselbusse mecklenburgische seenplatte symbolbild
Bild: Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Die Investition von rund 120 Millionen Euro, um alle Dieselbusse im Linienverkehr durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, sei nicht zu stemmen, berichtet etwa der NDR. Die Umstellung auf Elektrobusse wäre laut der Kreiusverwaltung nur mit Fördermitteln möglich. Diese seien bisher grundsätzlich abgelehnt worden.

Zu den Kosten bei der Anschaffung – Elektro-Busse sind da in der Tat teurer als vergleichbare Dieselfahrzeuge – kämen demnach noch nicht näher beschriebene Mehrkosten in Höhe von fünf Millionen Euro jährlich. Um diese Kosten einzuspielen, müsste der Ticketpreis um einen Euro je Fahrt erhöht werden, heißt es. Tatsächlich hatten mehrere ÖPNV-Betreiber in ganz Deutschland ihre teils ambitionierten Elektrobus-Pläne zurückgefahren, nachdem die Förderung aus Bundesmitteln gestrichen worden war.

Ganz ohne Elektrobusse muss man im Kreis Mecklenburgischen Seenplatte aber nicht auskommen: Dort sind 22 Elektro-Kleinbisse im Nahverkehr unterwegs, die als Rufbus genutzt werden – aber eben nicht im Linienverkehr.

ndr.de

7 Kommentare

zu „Kein E-Bus-Linienverkehr an der Mecklenburgischen Seenplatte“
Tea Jay
19.11.2025 um 18:53
Die müssen zwingend alle Busse auf einen Schlag austauschen? Warum nicht Stück für Stück? Wo kein Wille ist, findet man Gründe...
Melvin
20.11.2025 um 06:44
Es liest sich in der Tat eher wie ein "Nicht wollen" als wie ein "Nicht können". Warum müssen alle Busse gleichzeitig getauscht werden? Woher kommen die angeblichen Mehrkosten von 5 Mio € jährlich, obwohl E-Busse in den TCO doch eigentlich deutlich günstiger sind als Diesel?Dass ohne Förderung die Umstellungen langsamer werden, ist ja klar. Aber dass sie ohne unmöglich seien, halte ich aufgrund der bisher bekannten Erfahrungen für eine Bequemlichkeits-Absage an den Klimaschutz.
Stefan
20.11.2025 um 11:42
Bei Elektrobussen entsteht ca. 70%-80% der TCO beim Kauf/Einrichtung. Es braucht im Betriebshof Ladestationen und ggf. an den Endstellen oder zentralen Bustreffpunkten. Ein Anteil an Elektrobussen bei der Beschaffung ist sowieso vorgeschrieben.
erFahrer
21.11.2025 um 08:08
Interessant- wer schreibt was, wo und wieviel vor?
FH
21.11.2025 um 09:58
Die CVD bzw. das SaubFahrzeugBeschG schreibt ab 2026 eine Beschaffung von 65% sauberen Stadtbussen vor, davon muss die Hälfte emissionsfrei sein
erFahrer
20.11.2025 um 10:06
Ja , nachvollziehbar- derart überzogene Preise bei Fahrzeugen und noch mehr bei den Ladern ist die geübte Gratwanderung der maximalen Finanzmittelabschöpfung, hat man den Eindruck. Kann also auch gut sein, dass man sich das dort nicht bieten lässt. Ps. Weshalb kommen die Preisreduzierungen der Akkus bei diesen kommunalen Fahrzeugen eigentlich nicht an? Mit dem Schienenfreunde-Skandal (Deutsche Bahn und Stadtwerke) sollte es doch auch ein einbremsen dieser Geschäftspraxis geben.
Joe Blue
20.11.2025 um 12:05
Es gibt auch Möglichkeiten zum Umrüsten.

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